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Ayse, Neymar und Helmut Kohls Feind: Die kuriosesten Deutschen in der Türkei

Deutsche Fußballer und Trainer sind in der Türkei seit jeher sehr beliebt. Einige von ihnen wurden zu Legenden, andere wurden verjagt. SPOX blickt auf die kuriosesten Deutschen im türkischen Fußball zurück.
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ENGELBERT BUSCHMANN: Spielte von 1987 bis 1991 für Kocaelispor, Ankaragücü und Malatyaspor. Buschi, wie er genannt werden wollte, war in Solingen zuvor Zweitliga-Profi und Metzger. In der Türkei verdiente er besser und schoss 28 Tore.
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ALEXANDER LÖBE: Der Stürmer spielte zwischen 1999 und 2002 für drei verschiedene Klubs. Bei Trabzonspor nannten ihn einige Fans wegen seiner langen Haare "Ayse". Dort war er Erfolgsgarant, führte den Klub zwischendurch an die Tabellenspitze.
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Dann brach alles zusammen, weil Präsident und Trainer gingen. Der neue Präsident ging mit Malatyaspor einen dubiosen Deal ein und verkaufte sechs Spieler, darunter auch Löbe, nach Malatya. Er stieg in seiner Karriere neunmal ab, in der Türkei nie.
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MICHAEL FINK: Kam im Winter 2011 von Frankfurt zu Besiktas und war die Zuverlässigkeit in Person. So zuverlässig, dass der Spruch "Gib Fink den Ball" aus der bekanntesten Comedy-Show des Landes absoluten Kultstatus erlangte.
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Bei Mustafa Denizli gesetzt und sogar in der Champions League unterwegs, verlor er ausgerechnet bei Landsmann Bernd Schuster seinen Stammplatz. Spielte dann noch eine Saison in Samsun, stieg aber dort beim Chaosverein ab.
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ANDREAS WAGENHAUS: Spielte 1993/94 für Fenerbahçe und eine weitverbreitete Meinung ist, dass noch nie ein schlechterer Deutscher in der Türkei spielte. Die Medien tauften ihn Holzlatte, die Fans lachten über seine vielen Bälle ins Aus.
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DIRK HEINEN: Erreichte mit Denizlispor 2002/03 sensationell das Achtelfinale des UEFA-Pokals und war in Spielen gegen Lorient, Prag und Lyon der absolute Held mit Wundertaten. Seither eine Legende bei den Fans von Denizlispor.
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Als gläubiger Christ betete er mit muslimischen Kollegen vor Spielen. "Das hätte was für das Sportfoto des Jahres", sagte er später. Vermisste aber dann seine Familie, die vornehmlich in Irland lebte (seine Frau ist Irin) und ging zum VfB Stuttgart.
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SVEN SCHEUER: Nach seiner Suspendierung beim FC Bayern 1999 war Adanaspor der erste Verein, bei dem sich der Torhüter versuchte. Er wechselte 2000 zu den Weiß-Orangen, weil Trainer Hikmet Karaman auf deutsche Spieler stand.
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Karaman ging, Joachim Löw kam, aber Scheuer war dem Klub ein Dorn im Auge. Als ein Gehaltsscheck nicht in D-Mark, sondern in türkischer Lira kam, gab der Ex-Bayer den Zettel zurück und flog daraufhin raus. Später traf man sich vor Gericht.
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TONI SCHUMACHER: Nach seinem Buch "Anpfiff" flog er in Köln raus. Ein Unterhändler verschaffte ihm den Wechsel zu Fenerbahce. Schumacher zog mit Familie, zwei Hunden und einem Papagei nach Istanbul.
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In seiner ersten Saison wurde er zum Kapitän gewählt und verhalf Fenerbahce zum Meistertitel. Er wurde ausnahmslos geliebt und verehrt und diese Liebe besteht bis heute, weil er nicht nur sportlich top war, sondern auch menschlich super ankam.
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METIN MERT: Wechselte 1988 als Detlef Müller in die Türkei, konvertierte zum Islam, nahm die türkische Staatsbürgerschaft an und heißt nun Metin. Er kam am selben Tag wie Toni Schumacher in die Türkei, blieb aber länger und ist heute TW-Trainer in Rize.
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ALESSANDRO RIEDLE: Der türkische Klub Akhisarspor trainierte auf der Anlage von Papa Karl-Heinz. Dieser fragte den Klub, ob denn sein Sohn nicht mittrainieren könnte. Daraus wurde dann ein Zwei-Jahres-Vertrag. Es kam aber nur zu drei Einsätzen.
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TOBIAS NICKENIG: Der Ex-Kölner wechselte 2011 zu Orduspor, war dort nicht nur eine feste Größe, sondern fiel dadurch auf, wie schnell und wie gut er Türkisch lernte. Als Trainer-Legende Hector Cuper kam, sollte das so weitergehen.
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Doch der Klub wollte den Ausländerplatz Nickenigs an einen Stürmer vergeben. Erst gab es die Versetzung in die zweite Mannschaft, dann nahm man ihm den Dienstwagen weg. Nickenig klagte und behielt recht. Aber spielte auch nie wieder für Ordu.
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MARKUS NEUMAYR: Weil die Türken Neumayr nicht aussprechen konnten, nannten sie ihn einfach Neymar. Und so kickte der ehemalige Frankfurter auch manchmal. Technisch top, sehr beliebt bei Kasimpasa. Blieb aber dann doch nur kurz und wechselte in den Iran.
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PIERRE ESSER: Er kam als Cengiz Dülgeroglu auf die Welt, dann der Bruch mit den Eltern. Das Sorgerecht bekamen die Großeltern, er bekam einen neuen deutschen Vor- und Nachnamen. Im Januar 1997 der Wechsel zu Galatasaray.
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Zwei Tage nach der Landung spielte er und machte einen Riesenfehler. Danach setzte ihn Fatih Terim auf die Bank. Weil Pierre, der in der Türkei wieder Cengiz hieß, dem Imperator die Meinung geigte (Todsünde!!!), wurde der Vertrag aufgelöst.
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TORSTEN GÜTSCHOW: Spielte unter Kalli Feldkamp ab Dezember 1992 für Galatasaray und war maßgeblich an der Meisterschaft ein halbes Jahr später beteiligt. Blieb nicht lange, weil Feldkamp-Nachfolger Rainer Hollmann kein Gütschow-Fan war.
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Aber die Fußball-Legende aus dem Osten wurde trotz kurzer Zeit auch eine Gala-Legende und wird immer aufgezählt, wenn man sich an die besten Stürmer der Vergangenheit erinnert. Ach ja: Er war der erste Sturmpartner von Hakan Sükür.
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MAURIZIO GAUDINO: "Ich war in England, der Schweiz und Mexiko, überall hat es mir gefallen, aber nirgends so wie in Antalya", sagte Gaudino über seine letzte Profi-Station als Fußballer. Gaudino wurde verehrt und noch heute spricht man gerne über ihn.
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ERDAL KILICASLAN: Er spielte mit Schweinsteiger, Lahm und Co. in der Bayern-Jugend, war Kapitän der deutschen U21, trug 63-mal das DFB-Trikot (41 Tore). Er galt als das große Sturmversprechen. Karriere machte er in der Süper Lig: 13 Jahre erste Liga.
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ERDAL ÖZTÜRK: Carlo Ancelotti holte ihn von Bayern II zu den Profis, als er nach München kam. Im Testspiel gegen Pep Guardiolas Manchester City war er nicht nur Torschütze, sondern bester Mann auf dem Platz. Ancelotti wurde zum Fan Öztürks.
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Der mehrmalige U-Nationalspieler Deutschlands wechselte ein Jahr später zu Kayserispor und ist seither in der Türkei unterwegs. Inzwischen sogar schon bei seinem sechsten Verein. Ob sich Carlo noch an den gebürtigen Berliner erinnert?
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SIXTEN VEIT: War sich 2001 schon mit Energie Cottbus einig, als der Anruf von Besiktas kam. Dort begann die Zeit gut, bis ihn Christoph Daum aus dem Kader schmiss und nicht mehr einsetzte. Ein halbes Jahr später spielte er in Jena.
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MARTIN SPANRING: Der gebürtige Münchener wechselte im Sommer 2000 zu Bursaspor, spielte nur viermal und wurde wegeekelt. Weil er sich weigerte, wurde er nach eigenen Angaben von Fans verfolgt. Immerhin bekam er nachträglich noch etwas Geld.
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SÜLEYMAN KOC: Er wurde 2011 wegen der Beteiligung an Überfällen auf Spielhallen zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Kam dann wegen guter Führung in den offenen Vollzug, Dezember 2013 die Entlassung.
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Über Babelsberg und Paderborn, wo er gar Bundesliga spielte, landete er 2019 in der Türkei und spielt seither im Land seiner Eltern. Zwar nur noch in der 2. Liga bei Erzurumspor, aber er hat seine Freiheit und darf kicken. Das ist viel wert.
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MARIO GOMEZ: Er kam als gefallener Superstar und ging als Deutschlands Sturmhoffnung bei der EURO 2016, der in der Türkei zur alten Stärke fand. In der Saison 2015/16 schoss Gomez Besiktas zum Meister und bleibt unvergessen.
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LENNART THY: Weil ihn Florian Kohfeldt in Bremen nicht mehr halten wollte, ging Thy ablösefrei zu Erzurumspor, Verein in Ost-Anatolien. Warum er den Wechsel gemacht hat, weiß Thy heute noch nicht. Er spielte selten, ging ein halbes Jahr später wieder.
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MARVIN BAKALORZ: Wenn der große Robert Prosinecki anruft, lehnst du nicht ab. Der Kroate wurde 2020 Trainer von Denizlispor und wollte den Ex-Hannoveraner unbedingt haben. Bakalorz spielte oft, stieg aber ab. Da war Prosinecki längst schon weg.
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ANDREAS BECK: Er schreibt seine Social-Media-Beiträge heute noch auf Türkisch. Sehr beliebt bei Fans und Öffentlichkeit für seinen Fleiß und seine Hingabe. Auch, weil er so gut Türkisch lernte. Inzwischen in Belgien, genießt er heute noch großes Ansehen.
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FABIAN ERNST: "Geht nur, ich werde euch den Rücken freihalten", soll Ernst laut Medien seinen Kollegen bei Besiktas immer wieder gesagt haben. Der Ex-Schalker genoss einen Legenden-Status. Einer der beliebtesten Spieler der Besiktas-Geschichte.
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MARKUS MÜNCH: Er stand beim denkwürdigsten Spiel der Besiktas-Geschichte auf dem Platz. 3:0 gegen Barcelona in der Champions League, mit einem überragenden Münch. Er werde dieses Spiel seinen Enkeln erzählen: "Sie werden mir aber nicht glauben."
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Er war Dauerbrenner und Fan-Liebling und musste 2001 unter Tränen der Fans gehen, weil die Wirtschaftskrise das Land im Griff hatte und die Klubs sparen mussten. 2006 kehrte er für ein Benefizspiel zurück – und wurde gefeiert.
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LUKAS PODOLSKI: Es war nur eine Frage der Zeit, bis Lukas Podolski in die Türkei kommen sollte: 2017 war es dann so weit. Noch heute verbindet ihn viel mit der Türkei, peitscht Galatasaray regelmäßig via Social Media ein.
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Besonders beliebt machte sich Podolski, weil er sich regelmäßig beim Çay-Trinken zeigte. Der Schwarztee ist den Türken heilig und wer ihn ehrt, wird geliebt. So auch Podolski, der 2020 über Antalyaspor in die Türkei zurückkehrte.
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RAIMOND AUMANN: Kam 1994 vom FC Bayern zu Besiktas und machte die Torhüter-Kappe zur Mode in der Türkei. Wechselte ab zwischen Genie und Wahnsinn. Immerhin kam am Ende der Saison die Meisterschaft – und dann das Karriereende.
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FALKO GÖTZ: Anfang der 90er Jahre durften die türkischen Klubs nur drei Ausländer beschäftigen. Selten waren es nur Abwehrspieler, aber Götz bildete mit Reinhard Stumpf ein tolles Abwehrduo bei Galatasaray und war später auch als Trainer im Gespräch.
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THOMAS DOLL: Auch viele deutsche Trainer kamen in die Süper Lig. Einer von ihnen war Doll, der 2010 zu Genclerbirligi nach Ankara wechselte. Mit dabei sein Co-Trainer Ralf "Katze" Zumdick.
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Doll musste bzw. durfte regelmäßig zum exzentrischen Präsidenten Ilhan Cavcav auf einen Tee in dessen Milchfabrik vorbeischauen, um über Fußball zu sprechen. Andere Trainer flogen sofort, mit Doll wollte er verlängern.
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MICHAEL SKIBBE: Arbeitete drei Mal in der Türkei, den Anfang machte er bei Galatasaray, wo er ansehnlich kicken ließ. Aber nach einem 2:5 gegen Kocaelispor zu Hause musste er gehen. Dann noch bei Eskisehir und Karabük unter Vertrag.
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JOACHIM LÖW: Nicht zu vergessen ist natürlich der Bundes-Jogi, der sowohl bei Fenerbahce als auch bei Adanaspor Trainer war. Bei Fener weiß man heute noch nicht, warum Löw gehen musste. Eigentlich ließ er richtig gut Fußball spielen.
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Doch die Liebe zu Löw ist wieder aufgeflammt. Fenerbahce-Präsident Ali Koc würde Löw lieber heute als morgen zurückholen.
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KALLI FELDKAMP: Sowas wie der Jupp Heynckes von Galatasaray. Kalli war schon acht Jahre nicht mehr Trainer, als ihn Galatasaray 2008 mit 74 auf den Trainerstuhl zurückholte. Warf mal Hakan Sükür und Lincoln aus dem Kader.
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Als Helmut Kohl 1993 zu einem Staatsbesuch in die Türkei kam und Feldkamp als Gast vor Ort war, redete er nicht mit dem Bundeskanzler, weil sie sich bei ihrem gemeinsamen Lieblingsklub Kaiserslautern verkracht hatten.
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WERNER LORANT: Er war Trainer von Fenerbahce, als man im Derby gegen Galatasaray mit 6:0 gewann. Mehr musste der Löwen-Dompteur auch nicht mehr leisten. Tat er auch nicht, aber das ist den Fener-Fans seit dem Derby-Sieg egal.
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CHRISTOPH DAUM: Wenn es einen Typen gibt, der für beide Länder steht, dann ist es Christoph Daum. Zweimal Trainer von Fenerbahce, zweimal von Besiktas. Einmal von Bursaspor. Es gibt wenig Trainer, die ein so hohes Standing in der Türkei genießen.
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JUPP DERWALL: Die Legende überhaupt. Derwall läutete bei Galatasaray die Entwicklung des türkischen Fußballs zu professionellen Strukturen ein. Sein Vermächtnis ist riesengroß. Als er 2007 starb, kamen über 100 Gäste aus der Türkei zur Trauerfeier.
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