Valverdes Vorgänger: Diese Trainer wurden als Tabellenführer oder Meister entlassen

"Platz eins ist nicht genug", so lautete das Fazit der Klubführung des FC Barcelona, als sie Ernesto Valverde am Montagabend entließ. Doch der Ex-Barca-Trainer ist nicht der Erste, der trotz Erfolgs gehen musste oder wollte. Ein historischer Überblick.
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DIRK LOTTNER (1. FC Saarbrücken): Die Kölner Vereinslegende heuerte zur Saison 2016/17 beim 1. FC Saarbrücken in der Regionalliga an und führte den Traditionsklub 2018 in die Aufstiegsrelegation zur 3. Liga.
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Dort scheiterte Saarbrücken an 1860 München, fing sich jedoch und stand Anfang Dezember 2019 wieder an der Spitze der Regionalliga Südwest und nach einem Coup gegen Bundesligist 1. FC Köln sogar im Achtelfinale des DFB-Pokals.
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Doch zwei Niederlagen gegen Steinbach und Verfolger Elversberg ließen die Klubführung nervös werden. Der Aufstieg sei “extrem in Gefahr”, hieß es von Vereinsseite und Lottner wurde am 2. Dezember entlassen.
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MARKUS ANFANG (1. FC Köln): Sechs Punkte Vorsprung auf Platz zwei, der Wiederaufstieg in die Bundesliga in der Saison 2018/19 so gut wie sicher. Und doch entließ der 1. FC Köln Anfang drei Spieltag vor dem Saisonende.
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Der Vorwurf: Anfang habe bereits vor Wochen die Mannschaft verloren und Spieler installiert, die ihm Kabineninternas zuflüstern sollten. Zudem war der Fußball selbst auf Platz eins liegend nicht das Gelbe vom Ei – trotz Millionen-Investitionen.
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Nach der Entlassung stieg Köln dennoch in die Bundesliga auf. Dort liegt der Effzeh nach der Hinrunde auf Platz 15 und auch Anfangs Nachfolger Achim Beierlorzer musste bereits gehen.
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BRANKO ZEBEC (Hamburger SV): Er galt als harter Hund, gewiefter Taktiker und diktatorischer Trainer. MIt dem FC Bayern holte er die Meisterschaft, machte aus Eintracht Braunschweig einen Favoritenschreck.
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Auch mit dem HSV wurde er im ersten Jahr Meister. Doch schleichende Alkoholprobleme und interne Kritik an seinen Trainingsmethoden führten zu einem jähen Ende seiner Amtszeit bei den Hanseaten.
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Am 16. Dezember 1980 zog der HSV trotz der Herbstmeisterschaft die Reißleine. Zebec soll zuvor wochenlang nur bedingt einsatzbereit gewesen sein, beim Auswärtsspiel beim BVB soll er unter anderem 3,25 Promille intus gehabt haben.
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Der Alkohol wurde Zebec auch bei seinen folgenden Stationen in Dortmund, Zagreb und Frankfurt zum Verhängnis. Am 26. September 1988 starb Zebec im Alter von nur 59 Jahren.
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KUNO KLÖTZER (l., Werder Bremen): Mit dem SVW lag Klötzer in der einzigen Zweitligasaison der Werderaner auf Aufstiegskurs, ehe er im Februar 1981 in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt war.
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Klötzer erlitt Rippenbrüche, Platzwunden und eine schwere Gehirnerschütterung. Wegen bohrender Kopfschmerzen konnte er sein Amt nicht weiter ausführen. Otto Rehhagel übernahm, stieg mit Werder auf und führte den Klub in eine neue Ära.
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BERND HOSS (Karlsruher SC): Er lag mit dem KSC in der Saison 1977/78 an der Tabellenspitze. Ein 2:2 den den Freiburger FC wurde ihm jedoch am 23. Oktober zum Verhängnis - jedoch nicht, weil das Remis ein derartig verheerendes Ergebnis war.
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“Wir sind Tabellenführer mit einem immer weiter schwindenden Zuschauerschnitt", begründete KSC-Präsident Rolf Schmider die Trennung. Rolf Schafstall übernahm und der KSC verpasste als Tabellensiebter den Aufstieg letztlich deutlich.
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FABIO CAPELLO (Real Madrid): Der Wiederholungstäter. Der Italiener wurde 1997 und auch 2007 mit Real Madrid Meister. Im Sommer darauf folgte beide Mal die Trennung. 1997 überwarf er sich mit Präsident Lorenzo Sanz und war auch bei den Fans nicht beliebt.
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Der Rosenkrieg mit Sanz gipfelte in der Trennung nach nur einer Saison, Capello kehrte zu Milan zurück, wo er von 1991 bis 1996 viermal Meister geworden war. 2006 kehrte er zu den Königlichen zurück.
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Er bescherte Real den ersten Meistertitel seit 2003, stand aber ebenso für das endgültige Ende der Galaktischen. Capello wurde für seine defensive Spielweise ebenso kritisiert, wie für seinen Umgang mit David Beckham und Ronaldo.
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Beckham ließ er aufgrund seiner ungeklärten Vertragssituation kaum spielen, Ronaldo flüchtete in der Winterpause zu Milan. "Don Fabio", wie ihn die spanischen Gazetten tauften, war nach dem frühen Scheitern im CL-Achtelfinale so gut wie entlassen.
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Doch Real hielt trotz des Sechs-Punkte-Rückstands in der Liga auf Barca am Italiener fest. Am letzten Spieltag gewann Real die Meisterschaft durch zwei Tore von Antonio Reyes, der 2019 bei einem Autounfall tödlich verunglückte.
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Der vielkritisierte Capello musste am 28. Juni 2007 trotz des Meistertitels gehen, beerbt wurde er von Bernd Schuster. Capello, dessen Vertrag noch bis 2009 gültig gewesen wäre, kassierte eine Abfindung in Höhe von 6,2 Millionen Euro.
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VICENTE DEL BOSQUE (Real Madrid): Übernahm als Interimstrainer nach der Entlassung von John Toshack die Königlichen und rettet 2000 eine bis dahin desaströse Saison mit dem Champions-League-Sieg im Finale gegen Valencia.
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Del Bosque ist beliebt bei der mit zahlreichen Weltstars gespickten Mannschaft und macht Real 2001 und 2002 erst zum Nonplusultra in Spanien und dann in Europa. 2003 folgte die nächste Meisterschaft unter del Bosque ….
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Nur ein Tag später der Schock: Präsident Perez entlässt del Bosque aus "technischen Motiven". Die Real-Führung soll dem Trainer bereits zuvor zu verstehen gegeben haben, mit seiner Spielweise nicht zur Marketing-Strategie der “Los Galacticos” zu passen.
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RADOMIR ANTIC (Real Madrid): Nach einer enttäuschenden Periode übernahm der Serbe die wankenden Königlichen und führte Real 1991 zurück in die Erfolgsspur. Eine Ergebniskrise gegen Ende der Saison erschütterte das Vertrauen in Antic.
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Als er entlassen wurde, hatte Real Madrid sieben Punkte Vorsprung auf Platz zwei, am Ende der Saison verspielten die Königlichen den Titel, Meister wurde Barca mit einem Punkt Vorsprung. Antic trainierte später sowohl Atletico als auch Barcelona.
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Damit ist er der einzige Trainer, der die drei großen Klubs in Spanien coachte. Mit Reals Stadtrivalen Atletico gelang ihm 1996 sogar der Gewinn des Doubles.
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MASSIMILIANO ALLEGRI (Juventus): Fünf Spielzeiten, fünf Scudetti, vier Double-Gewinne und zweimal das Erreichen des Champions-League-Finals. Es lässt sich nicht bestreiten, dass Allegris Amtszeit bei Juve überaus erfolgreich war.
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Vermutlich haben ihm aber die beiden verlorenen CL-Finals gegen Barca (2015) und Real (2017) den Job gekostet. Denn Ende der Saison 2018/19 entschied die Juve-Führung um Präsident Agnelli, "einen Zyklus abzuschließen".
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Allegri ging "ohne Verbitterung", machte aber keinen Hehl daraus, dass nicht er allein die Entscheidung getroffen habe. Der Klub habe entschieden, “dass es das Beste wäre, wenn ich ab nächster Saison nicht mehr Trainer sein werde".
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ROBERTO MANCINI (Inter Mailan): Etwas anders verhält es sich bei Mancini. Der tönte nach dem verlorenen CL-Achtelfinale gegen Liverpool, dass er Inter am Ende der Saison verlassen werde, nur um einen Tag später zurückzurudern.
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Obwohl er am Ende der Saison 2007/08 den dritten Scudetto in Folge holte, wurde er nach der Saison entlassen, “besonders wegen der Kommentare, die der Trainer nach dem Spiel gegen Liverpool gemacht hat”, hieß es auf Inters Webseite.
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Allerdings verlief die zweite Hälfte der Saison nicht zufriedenstellend: Inter verspielte beinahe einen Elf-Punkte-Vorsprung und sicherte sich erst am 38. Spieltag den Scudetto. Zudem soll Mancini wiederholt die medizinische Abteilung kritisiert haben.
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Auf Mancini folgte Jose Mourinho, der Inter in der Saison 2009/10 zum historischen Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Sieg führte. Im Finale schlug Inter damals den FC Bayern München mit 2:0.
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RAFAEL BENITEZ (FC Valcenia): Eigentlich war zwischen Benitez und Valencia alles in Butter. Die Fledermäuse durchbrachen unter ihm die Phalanx an der Spitze bestehend aus Braca und Real. 2002 und 2004 wurde Valencia sensationell Meister.
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Gekrönt wurde die erfolgreiche Ära durch den Uefa-Cup-Sieg 2004. Doch dann war Schluss: Benitez und Sportdirektor Jesus Garcia Pitarch verkrachten sich über getätigte Transfers. “Ich wollte ein Sofa und sie gaben mir eine Lampe”, sagte Benitez.
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Am 1. Juni trat Benitez als Trainer des FC Valencia aufgrund unüberbrückbarer Differenzen zurück. Valencia wurde seitdem nie mehr spanischer Meister, holte jedoch noch zweimal den spanischen Pokal und den UEFA Supercup.
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UNAI EMERY und LAURENT BLANC (Paris Saint-Germain): Beide ereilte das Schicksal des unersättlichen Erfolgsdrucks in der französischen Hauptstadt nach dem Einstieg der katarischen Investorengruppe QSI.
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Sowohl Blanc (2013-2016, elf Titel) als auch Emery (2016-2018, sieben Titel) waren bei PSG durchaus erfolgreich, allerdings lediglich auf nationaler Ebene. International scheiterten beide mehrfach schon früh im CL-Achtelfinale und mussten gehen.
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ANTOINE KOMBOURARE (Paris Saint-Germain): Wenn man so will eines der ersten Opfer des katarischen Einflusses bei PSG und dem einhergehenden Streben nach dem großen internationalen Titel.
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Einen Tag, nachdem PSG mit einem 1:0-Sieg über Saint-Etienne die Tabellenführung in der Ligue 1 übernommen hatte, wurde Kombourare entlassen, weil Sportdirektor Leonardo mit dem arbeitslosen Carlo Ancelotti einen Durchrbuch erzielt hatte.
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Ancelotti übernahm zum Jahresbeginn 2012, holte in seinem zweiten Jahr die erste PSG-Meisterschaft nach 19 Jahren der Dürre, bat den Klub jedoch kurz darauf um die Freigabe, um zu Real Madrid gehen zu dürfen.
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Dort holte er seinen dritten und bis dahin letzten Champions-League-Titel als Trainer.
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