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Fussball

DFB-Team: Joshua Kimmich auf der rechten Seite bei der EM? Das Pro und Contra

Von Kerry Hau und
Filippo Cataldo

Beim letzten Testspiel vor der EM bot Joachim Löw in seinem bevorzugten 3-4-3 Joshua Kimmich als offensiven Rechtsverteidiger auf. Sollte der Mittelfeldmotor des FC Bayern auch im Turnier auf seiner früheren Position spielen? Das Pro und Contra.

Pro: Joshua Kimmich ist die beste Option für die rechte Seite

von Kerry Hau

Joachim Löw hätte es sich auch einfach machen und Ridle Baku in seinen 26-Mann-Kader für die EM berufen können. Hat er aber nicht. Und weil Lukas Klostermann die Rolle des offensiv denkenden Rechtsverteidigers im von Löw bevorzugten 3-4-3 nicht zufriedenstellend ausfüllt, Jonas Hofmann diese Position zu selten gespielt hat und Matthias Ginters Stärken eher in der Innenverteidigung liegen, ist es nur logisch und sinnvoll, dass Joshua Kimmich seine geliebte Position im zentralen Mittelfeld verlässt und die Baustelle rechte Abwehr schließt.

Um es ähnlich wie Bastian Schweinsteiger zu formulieren: Kimmich hat das "Pech", dass er nicht nur der beste Sechser, sondern auch der beste Rechtsverteidiger im deutschen Aufgebot ist. Mit seinen Tiefenläufen und Flanken kann kein Klostermann, kein Hofmann, kein Ginter mithalten. Seine Qualitäten im Mittelfeld lassen sich hingegen eher auffangen.

Mit Toni Kroos und Ilkay Gündogan steht ein ballsicheres, erfahrenes Tandem parat, das auch gegen eine weltmeisterliche Auswahl wie die französische spielerische Lösungen anbieten kann. Beide sind wie Kimmich pressingresistent, beide verfügen wie Kimmich über ein hervorragendes Aufbauspiel. Und mit Leon Goretzka wird Löw aller Voraussicht nach im zweiten Gruppenspiel gegen Portugal eine weitere Weltklasse-Option fürs Mittelfeld zur Verfügung stehen, die in puncto Zweikampfverhalten und Schnelligkeit einen Mehrwert gegenüber Kroos und Gündogan verspricht.

Im Spiel gegen den Ball könnte man jetzt natürlich argumentieren, Kimmich werde vor der Abwehr benötigt, weil er im Vergleich mit Kroos und Gündogan eher einer ist, der auch mal dazwischenhaut. Doch wer sagt, dass die deutsche Mannschaft zwingend im 3-4-3 mit Kimmich auf der rechten Seite verteidigen muss?

Alle Spieler sollten geschult und intelligent genug sein, um bei Gegner-Ballbesitz von ihrer offensiven Grundordnung abzuweichen und sich wie in so manchem Testspiel in einem System mit Viererkette (etwa einem 4-3-3) zu positionieren - mit Kimmich als zusätzlicher Komponente im Zentrum beziehungsweise Halbraum und beispielweise Ginter als klare Absicherung hinten rechts. Kimmich - das hat er schon beim FC Bayern mehrfach gezeigt - kann diese "Mischrolle" sehr gut ausfüllen.

Löws Team - und das sagt der Bundestrainer selbst auch immer wieder - muss flexibel sein, muss in verschiedenen Systemen agieren können. Nur, weil Kroos und Gündogan im Spiel mit Ball die Doppelsechs bilden, heißt es nicht, dass sie im Spiel ohne Ball im Zentrum auf sich allein gestellt sein müssen.

Entscheidend für die DFB-Elf im ersten Gruppenspiel: Sie muss Unterzahl-Situationen vermeiden. Konterspieler wie Kylian Mbappe, Kingsley Coman oder Ousmane Dembele sind nämlich nicht nur für Kroos und Gündogan zu schnell, sondern auch für jeden anderen deutschen Akteur - inklusive Kimmich.

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