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Fussball

Haching in Zeiten von Corona - "Haferflocken habe ich immer daheim": Einblicke ins Leben eines Homeoffice-Profifußballers

Von Nino Duit

Die Fußballwelt steht aufgrund der Coronakrise auf unbestimmte Zeit still - doch was bedeutet das für einen Profiklub? SPOX und Goal begleiten den Drittligisten SpVgg Unterhaching durch die Ungewissheit und beleuchten fortlaufend verschiedene Aspekte des Vereinslebens.

In Teil 2 der Serie "Haching in Zeiten von Corona" erzählt Innenverteidiger Christoph Greger von seinem Alltag als Homeoffice-Profifußballer. Hier geht es zu Teil 1: Interview mit Präsident Manfred Schwabl.

In den USA bilden sich Schlangen vor Waffen-Läden, in den Niederlanden vor Coffeeshops und in Deutschland schleppen Menschen kiloweise Klopapier aus den Supermärkten. Die Coronakrise verleitet Menschen weltweit zum Waren-Hamstern - und zeigt, was ihnen wirklich wichtig ist.

Und Sie, Herr Greger, worauf wollen Sie im Alltag auf gar keinen Fall verzichten? "Was ich immer daheim habe, sind Haferflocken, weil ich die jeden Morgen und auch gerne mal zwischendurch esse. Am liebsten mit Hafermilch", sagt er am Telefon gegenüber SPOX und Goal, "und wenn die ausgehen sollte, kriege ich das auch anders hin." Notfalls eben trocken oder mit Leitungswasser.

Christoph Greger ist 23 Jahre alt und Innenverteidiger der SpVgg Unterhaching - wie alle anderen Profifußballer Deutschlands arbeitet auch er aufgrund der landesweiten Ausgangsbeschränkungen aktuell aus dem Homeoffice. Das letzte Hachinger Drittligaspiel war eine 0:1-Niederlage beim Chemnitzer FC am 7. März, am 11. wurden zunächst zwei Spieltage abgesagt, am 14. fand das bis heute letzte Mannschaftstraining statt und am 16. folgte die Absage aller Spiele bis Ende April.

Trainingsplan von Athletiktrainer Schorsch Wallner

Wie sich die Spieler seitdem und auf unbestimmte weitere Zeit fithalten? Darum kümmert sich Schorsch Wallner, sagt Greger. Hachings Athletiktrainer, der eigentlich Georg heißt. "Von ihm bekommen wir jede Woche einen Plan für tägliches Lauf- und Krafttraining. Das kann sich dann jeder Spieler eigenverantwortlich einteilen. Meinen Lauf mache ich meistens morgens." Gerade eben sei er zurückgekommen, erzählt Greger gegen 11.45 Uhr, diesmal war es eine kleinere Runde. "Letzten Samstag hatten wir einen Matchdaylauf. Da haben wir versucht, ein ganzes Spiel durch Läufe zu rekonstruieren." Mal schnell, mal langsam.

Am Nachmittag steht dann Krafttraining an. "Ich habe mir vom Vereinsgelände ein paar Hanteln und andere Fitnessgeräte mit nach Hause genommen", sagt er. Doch unerlässlich sind die eigentlich nicht. "Man könnte das Programm auch kreativ umsetzen, mit Wasserkästen oder so." Auf etwas mehr als zwei Stunden aktiven Sport pro Tag kommt Greger aktuell. Es bleibt also genügend Zeit für Denksport.

getty
Christoph Greger beim Derby gegen 1860 München Anfang Dezember 2019 (2:3) im Zweikampf mit Sascha Mölders.

Taktische Aufgaben von Trainer Claus Schromm

Gregers Homeoffice-Alltag besteht auch aus taktischen Hausaufgaben von Cheftrainer Claus Schromm und dessen Trainerteam. "Sie haben unser Spiel in verschiedene Aspekte untergliedert und diese an Kleingruppen von sechs, sieben Spielern vergeben", erzählt Greger. "In den Gruppen haben wir uns dann bei WhatsApp zusammengeschrieben und die Themen nochmal aufgeteilt."

Gemeinsam mit Linksverteidiger Max Dombrowka zog er die Verteidigung von gegnerischen Standards und das unter Druck setzen des Gegners aus tiefen Abwehrpositionen heraus. "Wir sollen uns unsere bisherigen Saisonspiele anschauen, analysieren, Gedanken aufschreiben und dann mit dem Trainerteam besprechen", sagt Greger. "Wenn wir wieder zusammen sind, werden alle Gruppen ihre Themen präsentieren."

Virtuelle Mannschaftabende statt Kabinen-Flair

Schlafen, Haferflocken essen, laufen, Kraftübungen, nochmal Haferflocken essen, taktische Aufgaben lösen - und sonst? "Meine restlichen freien Minuten stecke ich konsequent in mein Fernstudium", erzählt Greger, der an der Fernuni Hagen Wirtschaftswissenschaften studiert. Eigentlich hätte Ende März eine Prüfung angestanden, doch auch die wurde aufgrund des Coronavirus' verschoben.

Völlig immun gegen das Coronavirus ist dagegen die heimische Playstation. "Da wird am Abend mit den Jungs online gezockt - aber nicht FIFA, sondern eher Fortnite oder Call of Duty", sagt Greger. Mannschaftsabende im virtuellen also. Sie ersetzen nicht das Kabinen-Flair, das er wie sicherlich fast jeder andere Homeoffice-Profifußballer auch so sehr vermisst. Aber sie sind in der aktuellen Situation wohl besser als nichts.

Die aktuelle Tabelle der 3. Liga

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.MSV Duisburg2750:351547
2.Waldhof Mannheim2741:311044
3.SpVgg Unterhaching2740:31944
4.SV Meppen2750:361442
5.FC Ingolstadt2747:341342
6.1860 München2745:38742
7.Bayern München II2752:46641
8.FC Hansa Rostock2736:31541
9.Eintracht Braunschweig2742:38441
10.Würzburger Kickers2748:45341
11.KFC Uerdingen 052732:39-739
12.FC Viktoria Köln2746:53-735
13.Chemnitzer FC2744:44034
14.1. FC Kaiserslautern2742:45-334
15.Magdeburg2737:31633
16.Hallescher FC2743:43033
17.FSV Zwickau2740:41-132
18.SC Preußen 06 Münster2737:48-1127
19.Sonnenhof Großaspach2723:52-2921
20.FC Carl Zeiss Jena2727:61-3417

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