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Fussball

Entscheidung im Machtkampf: DFB vor Wochen der Wahrheit

SID

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) kehrt nach neuerlichen Berichten über steuerliche Ungereimtheiten keine Ruhe ein. Die Wochen der Wahrheit stehen bevor.

Die neuerlichen Berichte über steuerliche Ungereimtheiten erscheinen wie eine Ouvertüre - denn die heftigen Paukenschläge beim DFB werden schon bald erwartet. So steht laut SZ der "Showdown" im anhaltenden Machtkampf zwischen der Fraktion um Präsident Fritz Keller und den Anhängern von Generalsekretär Friedrich Curtius bevor. Zudem sollen laut der Bild am Sonntag Ende des Monats neue Erkenntnisse zum Sommermärchenskandal auf den Tisch kommen.

Neue Fakten präsentierte erst einmal die Süddeutsche Zeitung. Demnach muss sich der DFB wegen Fragezeichen hinter Sachzuwendungen durch einen Sponsor (adidas) offenbar vor der Staatsanwaltschaft Frankfurt verantworten. Laut der SZ habe der Verband bereits "knapp 3,5 Millionen Euro an die Finanzbehörden überwiesen". Der Verband bestätigte diese Summe nicht, gab aber an, dass er "eine Nachmeldung auf Basis einer Maximalbetrachtung an das Finanzamt" geleistet habe. Dies sei vorsorglich erfolgt, nach DFB-Angaben sei noch zu prüfen, "ob und in welcher Höhe überhaupt Steuern nachzuzahlen sind".

Die SZ berichtet, dass sich die Staatsanwaltschaft nicht mit Sponsorengeldern, sondern mit der Versteuerung von Sachleistungen wie Trikots, Schuhen und weiterer Ausrüstung beschäftigt. Der DFB gab an, er habe bei Überprüfungen Unstimmigkeiten bemerkt und sie beim zuständigen Finanzamt angezeigt.

"Im Sinne der steuerlichen Fehlerprävention" sei im Vorjahr ein System eingeführt worden, "um mögliche steuerliche Risiken frühzeitig zu erkennen". Dieses System habe "Ende letzten Jahres eine mögliche Fehlerquelle aufgezeigt, woraufhin der DFB unverzüglich eine Mitteilung ans zuständige Finanzamt geschickt hat. Die Fehlerquelle besteht dabei zunächst nur in der Dokumentation."

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DFB: Staatsanwaltschaft durchsuchte DFB-Zentrale

Ein anderer Fall hatte im Oktober des vergangenen Jahres für großes Aufsehen gesorgt. Damals hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main die Durchsuchung der DFB-Zentrale sowie der Wohnungen von sechs gegenwärtigen und ehemaligen Verbandsfunktionären angeordnet. Dabei geht es um den Verdacht der fremdnützigen Hinterziehung von Körperschafts- und Gewerbesteuern in besonders schweren Fällen.

Konkret geht es um Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Länderspielen in den Jahren 2014 und 2015, im Visier der Ermittler steht vor allem der dazugehörige Vertrag vom Dezember 2013. Der DFB soll laut den Ermittlern einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen sein.

Um die mittlerweile berühmten 6,7 Millionen Euro geht es bei der Affäre um die Vergabe der WM 2006. Der Abschlussbericht durch die externen Ermittler soll bevorstehen. "Wir haben einige neue Erkenntnisse, und ich bin zuversichtlich, dass wir uns zum gegebenen Zeitpunkt dazu auch äußern können", hatte Keller im vergangenen Herbst dem SID gesagt.

Zuletzt wurde verstärkt über den Hintergrund des ominösen Zahlungsstroms der Millionen spekuliert, die am Ende beim früheren Skandalfunktionär Mohamed bin Hammam (Katar) gelandet sind. Im Gespräch sind Bestechung für Stimmenkauf oder einen WM-Zuschuss des Weltverbands FIFA sowie Korruption bezüglich von TV-Rechten.

DFB: Peters Kritik sorgt für Unmut

Die DFB-Altlasten geraten angesichts des Kampfes an der Verbandsspitze derzeit allerdings zur Nebensache. Wie angespannt die Lage ist, zeigte der jüngste Zoff. Im Dezember war die öffentliche Kritik von Vizepräsident Peter Peters an der Führung bei den Präsidiumskollegen auf Unmut gestoßen.

Die sechs Vizepräsidenten aus dem Kreis der Regional- und Landesverbände sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge hatten an die Festlegung erinnert, wonach "nicht in den Medien übereinander, sondern persönlich und miteinander" gesprochen werden soll. In dieser Festlegung hatte das Präsidium beschlossen, die "aufgetretenen Dissonanzen" im Januar "gemeinsam und vertrauensvoll" aufzuarbeiten.

Der Januar zählt noch knapp drei Wochen. Zeit für den Showdown also.

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