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Fussball

Der Kampf um die Macht: DFB-Spitze soll Entscheidung herbeiführen

SID

Auf den rechtzeitigen Start ins Wochenende wollten die Entscheider trotz der prekären Lage nicht verzichten. Das Ende der Präsidiumssitzung beim krisengeplagten DFB war auf Freitagnachmittag terminiert - bis dahin sollte der eskalierte Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius entschieden sein.

Vor dem Showdown gab es keinen echten Favoriten - auch wenn die DFL mit einem bemerkenswerten Schritt Partei für Keller ergriffen hatte. Das neunköpfige DFL-Präsidium um Christian Seifert beschloss bereits kurz vor Weihnachten, Curtius von Sitzungen des Ligaverbandes auszuschließen - und ließ diese Maßnahme am Donnerstag durchsickern. Grund dafür sei das fehlende Vertrauen in den 45-Jährigen.

Die Lager um Keller und Curtius waren vor dem Aufeinandertreffen jedenfalls bestens vorbereitet. Das zeigten die gegenseitigen Anschuldigungen und diskreditierenden Informationen, die jede Fraktion in den vergangenen Wochen immer wieder geschickt an die Medien weitergegeben hatte. Wie erbittert der Kampf um die Meinungshoheit geführt wurde, zeigte vor allem ein Detail: Jede Gruppe warf der anderen vor, dass sie für die große Verunsicherung der DFB-Mitarbeiter verantwortlich sei.

Alle Vorwürfe, Behauptungen und Tatsachen sollten am Freitag auf den Tisch kommen. Das war jedenfalls der Wille von Keller. Der 63-Jährige, der sein Amt im September 2019 übernommen hat, wollte sich vom Präsidium grünes Licht für einen internen Untersuchungsausschuss geben lassen.

Allerdings gab es offenbar auch die Option, wonach sich "nur" der Präsidialausschuss dem Thema widmet. In dem fünfköpfigen Gremium sind die Machtverhältnisse ein offenes Geheimnis. Curtius bildet mit Vizepräsident Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge die Mehrheit. Keller hat nur seinen getreuen Vize Peter Peters an seiner Seite.

© getty
Fritz Keller gegen Friedrich Curtius: Einer muss wohl zurücktreten.

Keller oder Cortius? Kein klarer Favorit

Doch auch das Votum des Präsidiums erschien offen. Zahlreiche Mitglieder hatten sich gegen die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses positioniert. Diese Gemengelage führte zu der Befürchtung, dass Keller bei einem Scheitern seines Vorhabens zurücktreten könnte - als dritter Verbandsboss in Folge.

Klar schien jedenfalls, dass personelle Veränderungen in der DFB-Chefetage - die zum Teil auch durch die diversen juristischen Ermittlungen belastet ist - als unumgänglich angesehen wurden. So war schwer vorstellbar, dass Koch (vorgesehen für das UEFA-Exekutivkomitee) und Peters (Anwärter auf einen Platz im FIFA-Council) den DFB zukünftig mit einer gemeinsamen Linie in den internationalen Gremien vertreten.

Die Ursachen des Konflikts der Lager gelten als mannigfaltig. Ein zentraler Streitpunkt soll der Umgang mit dem Wirken der externen Ermittler der Firma Esecon gewesen sein, die seit mehr als eineinhalb Jahren im Verband zugange sind. Ende Januar soll ihr Bericht zur sogenannten Generalinventur vorliegen, inklusive neuer Erkenntnisse zu den Ungereimtheiten rund um die Vergabe der WM-Endrunde 2006.

Laut SZ wollte Keller "vollumfänglich die Informationen bereitstellen, die mir vorliegen und die mich dazu gebracht haben, kein Vertrauen in die Zusammenarbeit mit Friedrich Curtius mehr zu haben". Der kicker berichtete von sechs "Anklagepunkten", die gegen Curtius vorgebracht werden sollten. Sie sollten den Weg für den U-Ausschuss ebnen.

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