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Joshua Kimmich im Mixed-Zone-Interview: "Gnabry schon immer der Beste in unserem Jahrgang"

Von Kerry Hau,
Martin Volkmar

Joshua Kimmich führte die deutsche Nationalmannschaft beim 2:2 gegen Argentinien erstmals als Kapitän aufs Feld. Anschließend stand der Profi des FC Bayern den Journalisten in der Mixed Zone Rede und Antwort.

Kimmich zeigte sich glücklich über sein Kapitänsdebüt, auch wenn er von Problemen mit der Binde berichtete. Die verspielte 2:0-Führung ärgerte den 24-Jährigen. Außerdem sprach er über den einmal mehr überragenden Serge Gnabry, die Gerüchte um die Zukunft von Kai Havertz und die Situation seines unzufriedenen Bayern-Mitspielers Thomas Müller.

Herr Kimmich, wie fällt Ihr Fazit zum 2:2 gegen Argentinien aus?

Joshua Kimmich: In der ersten Halbzeit war es sehr ordentlich, da haben wir die Räume gut geschlossen und nach vorne immer wieder gut kombiniert. In der zweiten Halbzeit haben wir nachgelassen, da haben wir uns bis auf die Chance von Emre (Can) nicht mehr ganz so viele Chancen erarbeitet und es auch verpasst, den Ball mehr in unseren eigenen Reihen zu halten. Das ist hinten raus dann natürlich schwierig, was die Kraft angeht. Trotzdem sind die zwei Gegentore am Ende sehr ärgerlich. Auch wenn Argentinien nach dem Seitenwechsel mehr vom Spiel hatte, wäre ein Sieg für uns verdient gewesen.

Für ein Freundschaftsspiel gingen die Argentinier bisweilen sehr hart in die Zweikämpfe.

Kimmich: Sie waren sehr aggressiv, das stimmt. Den Ball haben sie bei ihren härteren Tacklings nicht so oft gespielt. Vielleicht ist das ein Markenzeichen von denen.

Sie führten die Nationalmannschaft erstmals als Kapitän auf den Platz. Wie fühlte sich es für Sie an, die Binde zu tragen?

Kimmich: Um ehrlich zu sein war die Binde ein bisschen groß, sie ist ein paar Mal gerutscht. Ich glaube, ich muss den linken Oberarm morgen noch ein bisschen aufpumpen. (lacht) Im Ernst: Es war ein sehr besonderer Moment in meiner Karriere. Ich hätte das Spiel gerne gewonnen, dann wäre es ein perfekter Abend gewesen.

Kimmich: Gnabry in der Mitte besser als auf den Außen

Könnten Sie sich an das Kapitänsamt gewöhnen?

Kimmich: Jeder Spieler trägt gerne mal die Binde. Ich bin keiner, der Verantwortung scheut. Es macht mir Spaß, auch jüngere Spieler oder Debütanten zu führen wie heute. Am Sonntag (beim EM-Qualifikationsspiel gegen Estland; Anm. d. Red.) wird aber der Manu (Neuer) wieder die Binde tragen - und dann wird sie sicher auch nicht rutschen (lacht).

Ihr Bayern-Mitspieler Serge Gnabry trug sich einmal mehr in die Torschützenliste ein. Die Position des Mittelstürmers scheint ihm zu liegen.

Kimmich: Mir persönlich gefällt der Serge in der Mitte sehr gut. Da kann er noch mehr von seinen Qualitäten zeigen als auf den Außen, weil er ein sehr gutes Gespür dafür hat, was die Mannschaft zu welchem Zeitpunkt braucht. Er kann uns helfen, indem er sich ins Mittelfeld fallen lässt und mitspielt oder aber indem er in die Tiefe geht. Er sucht immer das Tor und hat das Auge für seine Mitspieler, wie heute beim 2:0.

Ist Gnabry in Ihren Augen schon ein Weltklasse-Spieler?

Kimmich: Absolut. Ich kenne den Serge länger als jeder andere hier. Für mich war er in unserem Jahrgang schon immer der beste Spieler. Um die Fähigkeiten von ihm noch woanders zu finden, müsst ihr (Journalisten) lange fahren.

Kimmich über Havertz: "Gute Spieler passen gut nach München"

An Ihrer Seite im Mittelfeld war heute Kai Havertz. Würden Sie sich Ihn auch beim FC Bayern wünschen?

Kimmich: Gute Spieler passen immer gut nach München. Der Kai ist ein super Fußballer. Es macht immer Spaß, mit ihm zu spielen, weil er Spielfreude und Spielverständnis hat.

Das große Thema in München ist gerade Thomas Müller. Wie bewerten Sie seine Situation und seine Unmutsbekundung?

Kimmich: Es ist klar, dass der Thomas unzufrieden ist. Er hat den Anspruch, spielen zu wollen. Man muss auch ehrlicherweise sagen, dass er es immer sehr gut macht und uns hilft, wenn er reinkommt. Es ist immer schwierig für den Gegner, Thomas' Qualitäten zu unterbinden, weil er ein Freigeist ist. Wenn er auf dem Platz steht, weiß man nie, was passiert. Ich kann ihn verstehen. Er hat jetzt fünf Spiele nacheinander auf der Bank gesessen. Das stellt er sich so sicher nicht vor.

Bayern ohne Müller - wäre das vorstellbar?

Kimmich: Schwierig. Er ist eine große Identifikationsfigur, so wie es Schweini oder Philipp Lahm waren. Es gibt fast keinen mehr aus der eigenen Jugend, der es geschafft hat, ein gestandener Spieler zu werden.

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