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Fussball

FC Bayern München: Leon Goretzka nährt gegen Lazio Rom Flicks Hoffnung auf Konstanz

Von Dennis Melzer

Leon Goretzka meldete sich in Frankfurt nach überstandener Corona-Infektion eindrucksvoll zurück. Mit ihm wächst bei Trainer Hansi Flick vor dem Achtelfinalhinspiel der Bayern in der Champions League bei Lazio Rom (ab 21 Uhr im LIVETICKER) die Hoffnung auf Konstanz.

Nein, allzu viele positive Aspekte vermochte Bayern-Trainer Hansi Flick nach dem 1:2 seines Teams bei Eintracht Frankfurt nicht hervorzuheben. Zu harmlos hatten sich die Münchner besonders in den ersten 45 Minuten offensiv präsentiert, zu fehleranfällig in der Hintermannschaft.

Erst als er auf Leon Goretzka, der nach dreiwöchiger Corona-Pause zurück in den Kader gekehrt war, zu sprechen kam, erhellte sich seine Miene etwas. "Das Comeback von Leon hat uns gutgetan", sagte der Coach und führte aus: "Er hat die Mannschaft mitgenommen und eine positive Energie ausgestrahlt. Es ist wichtig, dass er uns wieder zur Verfügung steht."

Tatsächlich zeigten die Bayern nach Goretzkas Einwechslung im zweiten Durchgang ein anderes, ein frischeres, konzentrierteres Gesicht. Der Nationalspieler fungierte als ständiger Antreiber, war nahezu überall zu finden.

Goretzka verbuchte etliche Ballgewinne, mit 91 Prozent die beste Passquote aufseiten der Gäste und zeigte sich in puncto Pass-Antizipation aufmerksam. Zudem tauchte er regelmäßig in des Gegners Strafraum auf und sorgte für Gefahr. Quasi all das, was Vorgänger Marc Roca in Halbzeit eins nur bedingt bewerkstelligen konnte.

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Bayern-Trainer Flick gibt Goretzka Startelf-Garantie

Verständlich also, dass der Auftritt des 26-Jährigen, der nicht nur die Klub-WM in Katar, sondern auch das glanzlose 1:0 im Berliner sowie das wilde 3:3 im Münchner Schneetreiben gegen Bielefeld verpasst hatte, Hoffnung macht.

Hoffnung darauf, dass die nötige Präsenz im Mittelfeld mit ihm zurückkehrt und dass der Rekordmeister mal wieder ein konstant gutes Spiel über 90 Minuten abliefert. Im Idealfall bereits am Dienstagabend, wenn die Bayern im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Lazio Rom antreten.

Flick, der traditionell nicht sonderlich auskunftsfreudig agiert, sobald er auf seine Startelf angesprochen wird, verriet am Montagmittag freimütig, dass Goretzka in der Ewigen Stadt von Beginn an ran darf.

Allerdings ließ der Übungsleiter auch durchblicken, dass es wegen der erst kürzlich auskurierten Corona-Infektion voraussichtlich noch nicht für die gesamte Distanz reiche. Zwar sei Goretzka eingehend untersucht worden, um zu gewährleisten, dass keine Folgeschäden entstanden sind. Man dürfte mögliche Begleiterscheinungen der Krankheit aber keinesfalls "auf die leichte Schulter nehmen."

Von der Zeit, die der gebürtige Bochumer gegen Lazio mitmischen wird, verspricht sich Flick aber einiges: "Wir schauen, wie lange er durchhält. Wenn er seine Stärken einbringt, Bälle erobert, zwischen den Strafräumen aktiv ist und das Spiel ankurbelt, hat er meine Erwartungen erfüllt." Viele der genannten Stärken schienen den Bayern in den vergangenen Wochen abhandengekommen zu sein.

© getty

Leon Goretzka mit ansprechender Statistik

Wirft man einen Blick auf die Statistik, wird deutlich, wie sehr Goretzkas Absenz ins Gewicht fiel. In der laufenden Saison kommt der ehemalige Schalker auf eine Zweikampfquote von 58,19 Prozent, kein FCB-Mittelfeldakteur oder -Angreifer wartet mit einer besseren Bilanz auf. Nach Benjamin Pavard (44) fängt Goretzka die meisten gegnerischen Pässe erfolgreich ab (39), nur Alphonso Davies (7,95) und Joshua Kimmich (7,3) kommen auf durchschnittlich mehr Balleroberungen pro Spiel als er (6,4).

Gerade, weil mit Corentin Tolisso eine Option fürs zentrale Mittelfeld monatelang aufgrund eines Sehnenrisses ausfallen wird, kommt Goretzkas Rückkehr zu einem wichtigen Zeitpunkt. Das Duell in Rom läutet spielintensive Wochen ein, in denen Flick auf jeden seiner Leistungsträger angewiesen ist. Die jüngste Vergangenheit, in der die Bayern mit einem erheblichen personellen Aderlass zu kämpfen hatten, offenbarte schonungslos, wie abhängig die Bayern von ihren Stammkräften sind.

Roca hat als Goretzka-Vertreter im Halbfinale der Klub-WM gegen Al Ahly angedeutet, dass er über Potenzial verfügt, in Frankfurt wurden seine Unzulänglichkeiten gegen fußballerisch hochwertigere Kontrahenten aber ersichtlich. Doch nicht nur im defensiven Mittelfeld, auch auf der Zehnerposition, die etatmäßig von Thomas Müller bekleidet wird, traten die immensen und häufig thematisierten Qualitätsunterschiede innerhalb des Kaders zutage.

FC Bayern: Darf auch Musiala in Rom von Beginn an ran?

Eric Maxim Choupo-Moting erhielt unlängst den Vorzug vor Youngster Jamal Musiala als Ersatz für den nimmermüden Ur-Bayern, wusste jedoch weder gegen Bielefeld noch gegen die SGE zu überzeugen. Möglicherweise nimmt Flick in Rom auch neben Goretzkas Hereinnahme hinter der Spitze eine Änderung vor.

"Es gibt in der Entwicklung bei jungen Spielern immer gewisse Schwankungen. Jamal ist sehr gut in die Runde gekommen. In den vergangenen Wochen gab es viel Trubel um seine Person. Manchmal im Training oder im Finale gegen Tigres hat er nicht so gut performt wie normal", begründete der Sextuple-Trainer seine jüngsten Entscheidungen contra Musiala, ergänzte allerdings vielsagend: "Er ist auf einem guten Weg und eine Option für morgen."

Ein weiterer Hoffnungsträger für bessere Darbietungen.

Leon Goretzka: Statistiken beim FC Bayern Saison 2020/21

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