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Fussball

Spielabbruch nach Rassismus-Eklat: PSG - Basaksehir wird am Mittwoch fortgesetzt

Von SPOX

Das Champions-League-Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Basaksehir am Dienstagabend wurde abgebrochen. Der Grund dafür war ein rassistischer Eklat (die Szene im Video), woraufhin die beiden Mannschaften geschlossen den Platz verließen. Das Spiel wird am Mittwoch um 18.55 Uhr fortgesetzt.

Nach einem Foul von Presnel Kimpembe nach 14 Minuten kam es zu einer Rudelbildung am Seitenrand. Basaksehir-Assistent Pierre Webo (Kamerun) bekam wegen unsportlichen Verhaltens die Rote Karte gezeigt. Daraufhin ging er den vierten Schiedsrichter an. Er wiederholte immer wieder fragend in Richtung des vierten Offiziellen: "Why you say Negro?" und "You can't say Negro".

Offenbar hatte der vierte Offizielle Sebastian Coltescu über Funk dem Hauptschiedsrichter Ovidiu Hategan mitgeteilt, dass er Webo die Rote Karte zeigen würde. Dabei bezeichnete er den Kameruner dem Vernehmen nach als "Negro", was eine Welle der Entrüstung von Seiten beider Mannschaften auslöste.

Demba Ba versucht, Problem zu erklären

Ersatzspieler Demba Ba, ehemals Spieler von TSG Hoffenheim, schaltete sich ein und diskutierte länger mit dem vierten Offiziellen. Er machte Coltescu klar, dass er eine weiße Person auch nicht explizit als solche bezeichnen würde: "Würdest du einer weißen Person die Rote Karte geben, würdest du auch nicht sagen: 'Der Weiße da!'"

Coltescu erklärte, er habe der Einfachheit halber zum N-Wort gegriffen. Zur Einordnung: "Negru" heißt "schwarz" auf rumänisch. Das Wort "Negro", wie von Webo wahrgenommen, soll demnach nicht gefallen sein. Das entschuldigt Coltescus Wortwahl jedoch kaum, da er Webo dennoch über seine Hautfarbe definierte.

© getty
Das Champions-League-Spiel zwischen PSG und Basaksehir wurde unterbrochen.

Basaksehir verweigert Rückkehr auf den Platz

PSG-Spieler, in erster Linie Neymar und Kylian Mbappe, solidarisierten sich mit den Gegnern aus der Türkei. Nach 22:30 Minuten gingen beide Teams geschlossen in die Kabinen.

Die UEFA teilte nach rund 15 Minuten mit, dass die Partie in Kürze fortgesetzt werden soll. Die Spieler von Paris Saint-Germain warteten in der Folge im Kabinentrakt, von Basaksehir-Spielern war keine Spur. Sie weigerten sich, das Spiel wieder aufzunehmen.

© getty
Marquinhos und die PSG-Spieler warten im Kabinentrakt.

Recep Tayyip Erdogan verurteilt Vorfall "scharf"

"Der vierte Schiedsrichter sagte 'negru' vor allen Leuten! Wenn der vierte Schiedsrichter vom Spielfeld genommen wird, machen wir weiter. Wenn der vierte Schiedsrichter bleibt, kommt Basaksehir nicht zurück", sagte Istanbuls Trainer Göksel Gümüsdag dem türkischen TV-Sender TRT-Sport. Zwar bot die UEFA an, den vierten Offiziellen auszutauschen, Spieler wie Ba weigerten sich jedoch weiterhin, wieder auf den Platz zurückzukehren.

Der autoritär regierende türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Gönner und Förderer von Basaksehir, schrieb bei Twitter: "Ich verurteile die rassistischen Äußerungen gegen Pierre Webo, einen Mitarbeiter des Trainer-Teams von Basaksehir. Ich glaube, dass die UEFA die nötigen Schritte unternehmen wird. Wir sind bedingungslos gegen Rassismus und Diskriminierung im Sport und in allen Lebensbereichen."

Die UEFA versuchte laut dem in der Türkei gut vernetzten Journalisten Fatih Demireli vehement, die Spieler davon zu überzeugen, das Spiel fortzusetzen. Das sollte aber nicht mehr passieren. Das Spiel wird am Mittwoch um 18.55 Uhr mit einem neuem Schiedsrichtergespann fortgesetzt. Die UEFA kündigte zudem eine "gründliche Untersuchung" an.

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