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Fussball

Bayer Leverkusen - BVB 3:4: Wildes Tor-Spektakel! Haaland für Dortmund wieder der entscheidende Mann

Von Jochen Tittmar

Borussia Dortmund hat in einem wilden Spiel bei Bayer Leverkusen gewonnen! Der BVB siegte am 4. Spieltag der Bundesliga mit 4:3 (1:2) und glich dabei drei Rückstände aus.

"Es war bis zum Schluss spannend. Wir haben es aber auch spannend gemacht", sagte BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl bei Sky. "Wir waren die deutlich bessere Mannschaft und hatten die besseren Torchancen. Wir mussten immer wieder zurückkommen, es war ein brutal emotionales Spiel." Bayer-Coach Gerardo Seoane sagte: "Man kann nicht alles verteidigen, Dortmund hat Stürmer von Weltklasseformat. Es ist ärgerlich, wenn man dreimal in Führung geht und dann verliert."

Dortmunds Kapitän Marco Reus legte angesichts von erneut drei Gegentoren für Dortmund den Finger in die Wunde: "Es waren wilde 90 Minuten, die wir uns so nicht vorstellt haben. Es gab zu viel auf und ab, wir waren zu wenig kompakt und bekommen zu einfache Gegentore. Wir können nicht immer drei oder vier Tore schießen. Es hat sehr viel Kraft gekostet." Ähnlich sah es Marco Rose: "Es war ein Top-Bundesligaspiel. Aus Trainersicht wünscht man sich aber viele Dinge anders: Wir kassieren zu viele Gegentore."

Angesprochen auf den Elfmeter, den Odilon Kossounou an Reus mit einem Schlag ins Gesicht verursachte und der zum 4:3 führte, sagte Reus: "Ich wollte noch an den Ball kommen, mein Gegenspieler versucht abzuschirmen, ich versuche von außen zu kommen und er trifft mich mit dem Ellbogen. Ein richtiger Schlag ist es nicht, aber was soll ich machen? Er trifft mich, ich merke es und es tut auch weh. Der Schiedsrichter hat Elfmeter gepfiffen, daher ist es Elfmeter."

In der Tabelle ist Dortmund mit neun Punkten aus vier Spielen Verfolger von Spitzenreiter Wolfsburg (12), Leverkusen hat sieben Punkte auf dem Konto. Am nächsten Wochenende empfängt Dortmund Union Berlin, die Werkself reist nach Stuttgart.

Ein besonderes Jubiläum war das Spiel für Mats Hummels. Er wurde in der Schlussphase eingewechselt und kam so zu seinem 400. Pflichtspiel für die Schwarz-Gelben.

BVB-Rekordspieler: Meilenstein für Mats Hummels

Bayer Leverkusen gegen BVB: Die Analyse

Wahnsinnig intensive und temporeiche Partie mit zahlreichen Ballverlusten und Umschaltmomenten für beide Teams, die jeweils früh und hoch attackierten. Leverkusen griff meist über die Flügel an und hatte phasenweise nicht nur dort am Ball viel Zeit und wenig Gegnerdruck, um sich nach vorne zu kombinieren.

Das gelang dem BVB zwar auch, meist kombinierte man sich recht flüssig durch das Zentrum. Trainer Rose blieb bei seinem bevorzugten 4-4-2-System mit Raute und dem schwachen Brandt auf der Zehn, Reus spielte zweite Spitze und kam zu Beginn oft über links. Geburtstagskind und Leihspieler Pongracic feierte ein ordentliches Debüt, doch nicht nur beim frühen Gegentor zum 0:1 war die fehlende Abstimmung zwischen ihm und Akanji zu sehen.

Bayer insgesamt zielstrebiger in Richtung Tor, gerade das Umschaltspiel wurde in einem irren Tempo vorgetragen. Der Ausgleich der Gäste jedoch nicht unverdient - abgesehen vom Angriff zum 1:1 fehlte es dem BVB-Spiel aber an Breite, in den vielen Aktionen rund um den Strafraum blieb man gegen vielbeinige Leverkusener oft deutlich zu umständlich.

Die Partie dank der beiden starken Offensiv- und wenig kompakten Defensivreihen dennoch lange offen, im Ansatz war beinahe jeder zweite Angriff der Teams gefährlich. Auch die zahlreichen Zweikämpfe wurden sehr umkämpft und verbissen geführt, das Pressing beider Mannschaften blieb bis zum Schluss intensiv.

Am Ende hatte der BVB aufgrund einer im Vergleich zur ersten Halbzeit aggressiveren Zweikampfführung das bessere Ende für sich und belohnte sich für seine starke Moral nach drei Rückständen. Leverkusen steckte jedoch auch nach dem unnötig entstandenen Elfmeter zum 3:4 nicht auf und war nicht weit vom Ausgleich entfernt.

Noten: Debütant Pongracic blitzsauber - Witsel mit großen Problemen

Bayer Leverkusen gegen BVB: Die Aufstellungen

Leverkusen: Hradecky - Kossounou, Tah, Bakker, Frimpong - Demirbay (79. Bellarabi), Andrich, Diaby, Wirtz, Paulinho (63. Adli) - Schick (78. Alario).

Dortmund: Kobel - Meunier, Pongracic (83. Hummels), Akanji, Guerreiro - Witsel (66. Malen) - Bellingham (88. Wolf), Dahoud - Brandt - Haaland, Reus.

Bayer Leverkusen gegen BVB: Die Daten des Spiels

Tore: 1:0 Wirtz (9.), 1:1 Haaland (37.), 2:1 Schick (45.+1), 2:2 Brandt (49.), 3:2 Diaby (55.), 3:3 Guerreiro (71.), 3:4 Haaland (77./FE)

Der Star des Spiels: Erling Haaland (BVB)

In den entscheidenden Momenten war der Norweger da: Tolles Kopfballtor zum 1:1, dazu die Vorlage zum 2:2 und sicherer Elfmeterschütze beim 4:3. Jetzt mit 65 Pflichtspielen und 65 Toren für Dortmund - irre.

Der Flop des Spiels: Odilon Kossounou (Bayer Leverkusen)

Verlor das Kopballduell mit Haaland vor dem 1:1 und verschuldete mit einer sehr unnötigen Aktion gegen Reus den Elfmeter, der zum Dortmunder Siegtor führte. Dazu mit einer sehr schwachen Zweikampfquote.

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Der Schiedsrichter: Daniel Siebert

Gute Leistung, auch die Kommunikation mit dem Videoschiedsrichter klappte. Richtige Entscheidung, nach Konsultation der Videobilder das Foul von Dahoud an Diaby vor Bellinghams vermeintlichem 2:1 zu ahnen und den Treffer abzuerkennen - Dortmunds Angriff Richtung Leverkusener Tor wurde davon nämlich nicht unterbrochen. Den harten Zweikampf von Pongracic gegen Schick im Dortmunder Strafraum kurz vor der Pause ließ Siebert durchgehen - Dortmund dabei ähnlich im Glück wie Meunier nach einer Stunde, der nach seinem Tete-a-tete mit Wirtz nicht mit Gelb-Rot vom Platz flog. Es war auch korrekt, das Foul von Kossounou an Reus nach VAR-Eingriff mit Strafstoß zu ahnden.

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