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Fussball

Niklas Süle beim FC Bayern in der Warteschleife: Warum ein Abschied aus München nicht ausgeschlossen ist

Von Kerry Hau

Vertragsverlängerung beim FC Bayern oder Wechsel ins Ausland? Die jüngsten Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge lassen keinen Zweifel mehr daran, dass Niklas Süles sportliche Zukunft auf der Kippe steht. Mit einer zeitnahen Entscheidung ist nicht zu rechnen.

Sind die Verantwortlichen des FC Bayern vollends von einem ihrer Spieler überzeugt, dann bringen sie das in der Öffentlichkeit für gewöhnlich auch unmissverständlich zum Ausdruck. Niklas Süle, darauf deutete jedenfalls der Auftritt von Karl-Heinz Rummenigge im Aktuellen Sportstudio am Samstagabend hin, scheint Bayern-intern derzeit nicht allzu hoch im Kurs zu stehen.

Erst kritisierte der Vorstandsvorsitzende die Leistung des Verteidigers bei der 1:2-Auswärtsniederlage gegen Eintracht Frankfurt, dann druckste er herum, als Moderator Jochen Breyer ihn fragte, ob Süle das Zeug zum künftigen Abwehrchef der Münchner habe.

"Grundsätzlich", so Rummenigge, wolle man gute deutsche Nationalspieler in seinen Reihen wissen. Und "grundsätzlich" sei man auch bereit, den 2022 auslaufenden Vertrag von Süle vorzeitig zu verlängern - allerdings "nur zu gewissen Konditionen". Ein Fingerzeig in Richtung Spielerseite, in Zeiten von Corona mit keinem allzu großzügigen Gehaltsangebot vonseiten des Rekordmeisters rechnen zu dürfen. Denn: "Corona hat auch beim FC Bayern finanzielle Schäden hinterlassen."

Süle-Gespräche nur im Rahmen der Upamecano-Verhandlungen

Weiter erklärte Rummenigge, man wolle die Situation in den nächsten Monaten lieber "seriös" und "in Ruhe" beobachten anstatt bei den Vertragsverhandlungen mit Süle sofort in die Vollen zu gehen. Aussagen, die den Spieler nach Informationen von SPOX und Goal weder überrascht noch verärgert haben, aber belegen, dass die Münchner Führungsriege seine Vertragsverlängerung - im Gegensatz zu der des ebenfalls nur bis 2022 gebundenen Leon Goretzka - aktuell nicht priorisiert.

Süle hängt in der Warteschleife. Einen ersten Austausch seiner Berater mit dem FCB über seine Zukunft hat es bisher nur im Rahmen der Transferverhandlungen um Dayot Upamecano gegeben, den Süles Agentur Sports360 ebenfalls vertritt. Erst Richtung Saisonende, also zwischen Mitte April und Mitte Mai, ist mit intensiven Gesprächen und dann auch erst mit einer Entscheidung zu rechnen. Bis dahin muss sich der 25-Jährige mit besseren Leistungen als in Frankfurt für einen langfristigen Verbleib an der Isar empfehlen.

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Veranlasst Tolissos Verletzung den FCB zu einem Süle-Verkauf?

Seine Saison verläuft bislang durchwachsen. Auch wenn Trainer Hansi Flick ihn schätzt, hat Süle selbst ohne Sommer-Neuzugang Upamecano im Kader Probleme, sich auf seiner bevorzugten Position in der Innenverteidigung festzuspielen. Freilich: David Alaba und Javi Martinez verlassen den Verein, Jerome Boateng könnte folgen. Doch der Kampf um einen Stammplatz bleibt groß. Lucas Hernandez ist mit Blick auf die neue Saison überwiegend als Innenverteidiger eingeplant, und neben Upamecano erhoffen sich die Verantwortlichen auch viel von dem verletzungsbedingt noch gar nicht zum Zug gekommenen Abwehr-Juwel Tanguy Nianzou.

Zur Not stünde noch Benjamin Pavard für das Abwehrzentrum zur Verfügung, ebenso wie mittel- bis langfristig der derzeit noch an die TSG Hoffenheim verliehene Chris Richards. Eigentlich genügend Optionen, um einen Verkauf von Süle zumindest in Betracht zu ziehen. Zumal der gebürtige Frankfurter nach der schweren Oberschenkelverletzung von Corentin Tolisso neben den aktuell verliehenen Michael Cuisance und Joshua Zirkzee wohl der einzige Spieler der Kategorie "Nicht unverkäuflich" im Kader wäre, mit dem der Verein im Sommer Kasse machen könnte.

© getty
Corentin Tolisso fehlt dem FC Bayern mindestens drei Monate.

FC Bayern München: Süle liegen mehrere Anfragen vor

Tolisso, noch so einer aus dem "Klub der 2022er", galt bis zur vergangenen Woche noch als einer der ersten Verkaufskandidaten, um Neuverpflichtungen fürs zentrale Mittelfeld und die nach wie vor als Baustelle durchgehende rechte Abwehrseite zu finanzieren, auf der Süle wie zum Beispiel gegen die Eintracht hin und wieder aushelfen muss. Durch die auf mindestens drei Monate bezifferte Ausfallzeit des französischen Weltmeisters sinkt nun aber dessen Marktwert. Viele potenzielle Tolisso-Interessenten dürften fortan noch gründlicher überlegen, ob und wie viel sie für den Mittelfeldspieler bieten, der 2017 für 41,5 Millionen Euro aus Lyon nach München gekommen war.

Süle hingegen ist fit und begehrt. Nach Informationen von SPOX und Goal liegen ihm Anfragen von mehreren internationalen Vereinen vor. Vor allem in England, nicht nur beim FC Chelsea mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel, weckt der Ex-Hoffenheimer Begehrlichkeiten. Er selbst macht sich aber keinen Druck, sein Fokus liegt auf dem Rest der Saison. Und da er sich immer noch sehr wohl in München fühlt und kein Problem damit hat, dass sich die Entscheidungsträger um Rummenigge in Bezug auf seine Vertragsverlängerung Zeit lassen, ist ein Verbleib ebensowenig ausgeschlossen wie ein Wechsel.

Niklas Süles Leistungsdaten 2020/21 beim FC Bayern

Pflichtspiele (Pflichtspielminuten)25 (1909)
Davon eingewechselt5
Davon ausgewechselt1
Gegentore, wenn er auf dem Platz stand22
Fehler, die zu gegnerischen Schüssen führten (inkl. Gegentoren)0
Bestrittene Zweikämpfe133
Zweikampfquote63,2 %
Passquote91,2 %
Tore2
Assists0

Quelle: Opta

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