Fussball

Niklas Süle "in den besten Händen": Warum ihm trotzdem das EM-Aus droht

Von Kerry Hau

Niklas Süle reißt sich zum zweiten Mal in seiner Karriere das vordere Kreuzband seines linken Knies. Die Hiobsbotschaft trifft nicht nur den FC Bayern, sondern auch Bundestrainer Joachim Löw ins Mark. Für einen Experten steht bereits fest: Die EM im nächsten Jahr kommt für den Abwehrspieler zu früh.

Das erste "Lebenszeichen" entsandte Niklas Süle am Sonntagnachmittag, etwa 24 Stunden, nachdem er den womöglich bittersten Moment seiner noch jungen Karriere erlebt hatte. "Auf dem Weg nach Innsbruck", schrieb der Unglücksrabe mit einem gezwungen Lächeln unter ein Foto auf Instagram und versah es mit dem Hashtag #recoverystartsow.

Noch am Abend soll Süle nach Angaben des FC Bayern von dem als Kniespezialisten bekannten Chirurgen Dr. Christian Fink operiert werden. Sein Nationalmannschaftskollege Leroy Sane hatte sich nach seiner Kreuzbandverletzung im August ebenfalls in die Obhut des Österreichers begeben, auch seine Münchner Mitspieler Corentin Tolisso und Lucas Hernandez wurden schon von Fink operiert. "Niklas ist in den besten Händen", versichert Süles Berater Karlheinz Förster auf Nachfrage von SPOX und Goal.

Dennoch droht dem 24 Jahre alten Innenverteidiger nach dem Schock am 8. Bundesliga-Spieltag gegen den FC Augsburg eine lange Pause. Aller Wahrscheinlichkeit nach eine zu lange, um in dieser Saison noch einmal unter Wettbewerbsbedingungen anzugreifen - auch bei der Europameisterschaft im Juni.

Experte: Niklas Süle muss mindestens acht Monate pausieren

Das Problem: Süles linkes Knie ist nicht zum ersten Mal lädiert. 2014, damals noch im Trikot der TSG Hoffenheim, erlitt er dieselbe Verletzung an derselben Stelle.

"Je mehr Operationen am selben Knie vorgenommen werden, desto mehr Zeit nimmt natürlich auch die Rehabilitation in Anspruch", sagt Dr. Michael Lehnert im Gespräch mit SPOX und Goal. Bei einer Reruptur des Kreuzbandes sei sogar von bis zu einem Jahr statt dem üblichen halben Jahr Pause auszugehen. Die Begründung des Sportmediziners: "Die Einheilungszeit des neuen Kreuzbandes dauert bei einem voroperierten Knie mit Narbengewebe länger. Außerdem sind Spieler und Mediziner deutlich vorsichtiger, um auf der sicheren Seite zu sein, damit das neue Kreuzband auch wirklich hält."

Lehnert war als Teamarzt der Frauen des VfL Wolfsburg (zwei Jahre) und Turbine Potsdam (15 Jahre) tätig, heute führt er eine Praxis in Berlin. "Alle Profis, die ich kenne, ob Männer oder Frauen, haben nach einer Reruptur des Kreuzbandes zwischen acht und zwölf Monate für eine Rückkehr in den Wettbewerb benötigt. Dass Süle bei der EM mitspielt, halte ich für mehr als unwahrscheinlich, wenn nicht sogar für unmöglich - es sei denn, man ist bereit, die Gesundheit und damit möglicherweise sogar die Karriere des Spielers zu riskieren", sagt Lehnert.

Bei seinem ersten Kreuzbandriss hatte Süle 203 Tage, also knapp sieben Monate, kein Pflichtspiel bestritten.

Niklas Süle im Steckbrief

Geburtstag3. September 1995
GeburtsortFrankfurt am Main
PositionInnenverteidigung
Starker FußRechts
ProfivereineTSG 1899 Hoffenheim, FC Bayern München

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