Basketball

Immer Drama mit Freak City

Von Robert Arndt

Wo stehen die anderen Deutschen?

Während also einige hochgehandelte Teams schwächeln, hat Laboral Kutxa die Gunst der Stunde genutzt und sich auf den zweiten Platz geschoben. Klar, auch im vergangenen Jahr erreichte die Mannschaft aus dem Baskenland das Final Four, doch das eine solch gute Runde mit runderneuertem Personal möglich ist, erwarteten die Wenigsten.

Einer der Neuen ist auch Johannes Voigtmann. Der Ex-Skyliner knüpfte nahtlos an seine starken Leistungen aus der vergangenen Saison an und ist auch bei den Basken einer der Schlüsselspieler.

"Die Hinrunde der EuroLeague ist sowohl für das Team als auch für mich sehr gut gelaufen, vielleicht sogar besser als erwartet", bilanziert Voigtmann auf Nachfrage von SPOX.

"Für mich persönlich lief es auch super Ich habe viele Minuten auf dem Feld gestanden und konnte mich so über die ersten drei Monate hinweg stetig steigern und viele Erfahrungen sammeln." Dass er einem ehemaligen Nummer-Eins-Pick aus der NBA, Andrea Bargnani, noch gewaltig Minuten klaut, ist die Kirsche auf der Torte.

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Zirbes und Pleiß mit Problemen

Nicht ganz so optimal läuft es dagegen für Maik Zirbes. Der deutsche Center blühte bei Crvena Zvezda in der Vorsaison auf, zog aber weiter zu Maccabi Tel Aviv, die nach einer enttäuschenden Spielzeit ihr Team völlig umkrempelten. Zu Beginn startete der Ex-Bamberger noch, zuletzt kam Zirbes hinter Colton Iverson nur von der Bank. Foulprobleme ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Spiele. In knapp 16 Minuten Einsatzzeit im Schnitt werden drei Aktionen gegen ihn gepfiffen.

Offensiv ist er als Pick'n'Roll-Center natürlich jederzeit eine Waffe, wenn er richtig eingesetzt wird. Knapp 70 Prozent Wurfquote und rund acht Punkte pro Partie belegen dies. Allerdings läuft es bei den Israelis auch in diesem Jahr nicht. Vor dem Zittersieg gegen Darussafaka setzte es sechs Pleiten am Stück. Die Playoffs sind schon drei Siege entfernt, die Tendenz zeigt zudem klar nach unten.

Weiter nach unten kann es für Galatasaray und Tibor Pleiß dagegen kaum gehen. Die Türken, die sich per Wildcard durch den Erfolg im EuroCup qualifizierten, stehen mit lediglich fünf Siegen auf dem vorletzten Platz. Der Ex-NBA-Spieler zeigt dabei wechselhafte Vorstellungen. Beim Erfolg über Darussafaka wurde er zum Spieltags-MVP ernannt, eine Woche zuvor spielte er gegen Zalgiris Kaunas nur acht Minuten.

Bei Gala geht es einfach drunter und drüber. Bestes Beispiel? Nach fünf Spielen wütete Coach Ergin Ataman über seinen Spielmacher Russ Smith: "Wir haben verloren, weil wir ohne Point Guard spielen". Überflüssig zu erwähnen, dass Smith' Leistungen wohl damit gemeint waren. Wenig später war Smith entlassen.

Wie wird das neue System angenommen?

Die Ungewissheit war groß, wie das neue Format angenommen wird. Bislang muss das Zwischenfazit aber wohl positiv ausfallen, auch wenn noch nicht alles Gold ist, was glänzt. Das findet auch Beyer: "Es ist für alle eine Umstellung, aber grundsätzlich ist die Resonanz sehr positiv. Unsere Fans freuen sich auf die Spiele."

Dennoch sind die Voraussetzungen für nicht alle Teams gleich. Elf der 16 Mannschaften haben ihren Startplatz für die kommende Saison sicher, die Bamberger zählen nicht dazu: "Wir haben gegenüber den Lizenzklubs den Nachteil, dass wir in der BBL performen müssen, um nächstes Jahr wieder dabei zu sein. Andere Mannschaften können in ihrer heimischen Liga ohne Probleme mal ein Spiel abschenken", beklagt Beyer.

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Positives Fazit der EuroLeague

Dies kommt natürlich dann zum Tragen, wenn der Spielplan entsprechend vollgestopft ist. So müssen die Brösel Ende Januar vier Spiele in acht Tagen absolvieren. Es ist der Preis, der zu zahlen ist mit 30 Spielen in der regulären EuroLeague-Saison. Für die Klubs ist dies auf der anderen Seite profitabel, da 15 Heimspiele und entsprechende Einnahmen garantiert sind.

Auch die EuroLeague zeigt sich nach den ersten Monaten äußerst zufrieden: "Wir sind bislang sehr glücklich", erklärte die EuroLeague auf SPOX-Nachfrage. "Die Spiele werden von so vielen Zuschauern wie nie zuvor besucht. Im Vergleich zum Vorjahr kommen im Schnitt rund 1000 Besucher mehr zu den Begegnungen."

Auch der mögliche Qualitätsverlust durch mehr Spiele ist laut der EuroLeague nicht eingetreten: "Wir haben uns Sorgen um die Intensität der Spiele gemacht, wurden aber eines Besseren belehrt. Die Teams spielen hart und das Niveau ist sehr ausgeglichen. Jeder kann jeden schlagen. Das ist wunderbar".

Die EuroLeague im Überblick

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