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Fussball

Transferkrimi: Als Ousmane Dembele beinahe bei Red Bull Salzburg landete

Von Fabian Zerche

FC Barcelonas Ousmane Dembele zählt zu den größeren Stars des Weltfußballs. Beinahe wäre der 25-Jährige bei Red Bull Salzburg gelandet. Der Krimi hinter dem Fast-Transfer.

Gérard Houllier wusste es schon länger. Nur wenige Fußball-Koryphäen kannten den französischen Spielermarkt so gut wie der ehemalige Global Sports Director der Red Bull GmbH, der im Dezember 2020 in Paris verstarb. Houllier trainierte Lyon, Paris Saint-Germain, RC Lens, die französische Nationalmannschaft und diverse Nachwuchsauswahlen der Équipe Tricolore und pflegte beste Kontakte zu Größen wie Arsene Wenger und Michel Platini. Er sollte für Red Bull die größten Talente der Les Bleus an Land ziehen. Und agierte dabei aggressiver, als so manchem Sportdirektor in Frankreich recht war.

Bei den Verpflichtungen von Sadio Mané, Naby Keïta und Dayot Upamecano, die alle aus Frankreich kamen, hatte der einstige Mittelfeldspieler maßgeblich seine Finger im Spiel. Seinen wohl größten Transfer für die Salzburger verpasste er jedoch. Schon früh im Jahr 2015 wurde Houllier auf einen hochbegabten Flügelspieler mit viel Potenzial aufmerksam: Ousmane Dembele. Doch Dembele, damals kurz vor seinem 18. Geburtstag, durfte sein Talent nur in der U18 von Stade Rennes entfalten.

Red Bull Salzburg versuchte bei Ousmane Dembele alles

Houllier machte sich die Verpflichtung des flinken Offensivspielers zur Mission. Immerhin sah er in ihm ein wenig Sadio Mane. Und so bot er im Juni im Namen von Red Bull Salzburg kolportierte 600.000 Euro für Dembele. Stade Rennes lehnte ab. Ein Monat später legten die Salzburger nach: 2,2 Millionen Euro für Dembele. Rund 400.000 Euro mehr, als Manchester City bereit war zu bezahlen. Berichtete zumindest die L'Equipe damals.

In diesem Zeitraum besuchte Dembele auch den State-of-the-Art-Trainingskomplex der Bullen in Salzburg-Taxham. Und Dembele zeigte sich angetan. Einer war aber nicht glücklich: Stade Rennes-Präsident René Ruello. "Wo ist der Sinn, Millionen für die Ausbildung junger Spieler auszugeben, wenn dann solche Typen kommen und unsere Ausbildungszentren plündern?", wütete Ruello im französischen Medium So Foot. "Mich schockiert, wie Houllier diesen Klub (Red Bull Salzburg, Anm.) manövriert. Houllier schrieb mir, dass er den Spieler kaufen werde. Aber ich sagte 'Nein'. Wir werden um ihn kämpfen. Er hat noch zwei Jahre Vertrag, das muss er respektieren."

Ousmane Dembele wollte nach Salzburg

In den folgenden Wochen und Monaten bespielte Ruello weiter die lokalen Medien der Bretagne, um Houlliers ungeliebte Vorgehensweise aufzuzeigen. Dembele entschied sich derweilen längst für einen Wechsel nach Salzburg. In einer Story unter dem Titel "La grande offensive de Salzbourg" berichtete die L'Equipe vom bevorstehenden Wechsel. Landsmann Upamecano leistete Überzeugungsarbeit. Auch Sadio Mane, der damals bereits in Southampton kickte, sprach Dembele telefonisch seine Empfehlung für Red Bull aus. Bei den Salzburgern sollte Dembele sofort in der Profimannschaft kicken und bestenfalls eine ähnliche Entwicklung nehmen, wie der heutige FC-Bayern-Schlüsselspieler.

"Ich möchte zu einem Klub, der mir zu 100 Prozent vertraut", monierte der mittlerweile 25-Jährige Dembele ob der fehlenden Spielzeit bei den Profis in der L'Equipe. "Ich werde meine Meinung nicht ändern. Die Bundesliga ist vielleicht eine kleine Liga in Europa, aber hier kann ich bei den Profis spielen. Und nicht bei der U21 eines großen Klubs." Doch Dembele machte die Rechnung ohne seinen Verein. In einer Aussendung schob Stade Rennes einem Wechsel den Riegel vor. "Wir werden weiter mit ihm arbeiten. Er wird seinen Vertrag bis 2017 erfüllen." Proteste Dembeles fruchteten nicht. Rennes blieb hart.

Bockigkeit machte sich für Stade Rennes bezahlt

Und das sollte sich für beide Parteien lohnen. Dembele fügte sich dem Wunsch seines Klubs und unterschrieb Anfang Oktober 2015 einen neuen Dreijahresvertrag bei Stade Rennes. Etwa drei Wochen später feierte er gegen SCO Angers sein Ligue-1-Debüt. Ungeahnte Kräfte wurden freigesetzt: In seinen ersten 26 Ligaspielen erzielte er zwölf Tore und bereitete fünf weitere vor. Von Bayern München bis Real Madrid - im Sommer 2016 bemühte sich die Crème de la Crème des europäischen Fußballs um Dembele.

© getty

Dieser entschied sich für Perspektive und Spielzeit und wechselte für kolportierte 15 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. Im Ruhrpott ging sein Aufstieg weiter. Zehn Tore und 22 Vorlagen sammelte Dembele in 50 Partien für die Schwarz-Gelben und schraubte seinen Marktwert weiter nach oben. Was folgte, ist Geschichte: Astronomische 140 Millionen Euro legte der FC Barcelona im Sommer 2017 für Dembele auf den Tisch. Sein Potenzial konnte der 27-fache französische Teamspieler bisher nicht immer ausschöpfen. Trotz zahlreicher Verletzungen stehen aber immerhin 154 Partien für die Katalanen im Lebenslauf - 66 Scorerpunkte und eine lukrative Vertragsverlängerung im vergangen Juli inklusive. Was Red Bull bleibt: Man wusste wenigstens schon vorher, dass er zu den talentierteren Spielern des Weltfußballs zählt.

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