Hopman Cup - Vorglühen, etwas drucklos

Von Jens Huiber

Donnerstag, 29.12.2016 | 14:00 Uhr
© getty

Seit 1989 wird der Hopman Cup im australischen Perth veranstaltet. Ein Vorbereitungsturnier, das womöglich gar nicht mehr sein möchte als genau das - und gute Unterhaltung für die Fans.

Wettbewerb: Hopman Cup

Status: Vorglühen, drucklos

Geschichte: Beginnt frühestmöglich 1989, die Premiere geht an die Tschechoslowakei in personae Miloslav Mecir und Helena Sukova. Das Format könnte etwas von offizieller Mixed-WM haben, wären die Einladungen nach Perth nicht von einer gewissen Willkürlichkeit. Der Internationale Tennisverband sanktioniert das Einladungsturnier jedenfalls als offizielles Event, Weltranglisten-Punkte können weder die Damen noch die Herren einstreichen. Die Siegerliste liest sich wie ein Almanach der jüngeren Tennisgeschichte, da gehört es dazu, dass sich neben Roger Federer (2001) und Serena Williams (2003 und 2008) eben da auch Tennisprofis wie Goran Prpic (Sieger 1991 an der Seite von Monica Seles, damals noch für Jugoslawien) und Daria Gavrilova (geht gemeinsam mit Nick Kyrgios in die kommende Auflage). Harry Hopman, als Davis-Cup-Kapitän Australiens (16 Titel) noch erfolgreicher als in seiner aktiven Zeit (sieben Titel in den Doppel-Wettbewerben der Majors) steht posthum Namenspate.

Gegenwart: Roger Federer gibt sein Comeback nach einem halben Jahr Pause, und im gemischten Doppel wird nach den "Fast4"-Regeln gespielt. Zweiteres könnte dabei womöglich die größere Nachricht sein, schließlich überlegt die ITF ja auch, in anderen Mannschaftswettbewerben am Regelwerk zu schrauben. Dass im Gegensatz zu 2016 wieder nur ein australisches Team am Start ist, schadet der Ernsthaftigkeit der Veranstaltung keineswegs.

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Die deutsche Perspektive: 15 Teilnahmen, immerhin zwei Erfolge. Steffi Graf und Michael Stich holen 1993 den Titel, zwei Jahre später ziehen Boris Becker und Anke Huber nach. Interessant aber vor allem die aktuelle Besetzung mit Andrea Petkovic und Alexander Zverev, Letzterer ein Wiederkehrer, nachdem er im Vorjahr mit Sabine Lisicki angetreten war. Und in einer Gruppe mit den Schweizern und den Franzosen, die auf männlicher Seite mit Monsieur Gasquet ins Rennen gehen.

Die österreichische Perspektive: Dominic Thiem sucht noch nach der idealen Besetzung der weiblichen Hauptrolle, aber auch Rot-Weiß-Rot hat sich in Perth schon fünfmal gemessen. Unvergessen dabei das Duo Alexander Antonitsch und Judith Wiesner, die 1994 etwa die Geschwister Medvedev und die französische Auswahl paniert und es bis ins Halbfinale geschafft hatten.

Die Zukunft: Ein Vorbereitungsturnier mit Experimentalcharakter, das von den SpielerInnen manchmal mehr, manchmal weniger gut angenommen wird. Weltranglisten-Punkte sollten tatsächlich nicht vergeben werden, neue Spielformate können gerne ausprobiert werden, für einen Eintrag auf dem Briefkopf wird es nur bei den wenigsten Profis reichen.

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