Der richtige Umgang mit "Mondballspielern"

Von Marco Kühn/tennis-insider.de

Mittwoch, 27.09.2017 | 19:31 Uhr
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Wie kannst du erfolgreiche gegen "Mondballspieler" bestehen? Du musst akzeptieren, dass das Match anders wird, als du es dir vorgestellt hast.

Egal, was du tust. Der Ball kommt hoch zurück. Dein Tempo im Schlag scheint egal zu sein. Der Ball kommt hoch zurück. Auch wenn du selbst hoch und sogar kurz spielst. Der Ball kommt hoch zurück. Nicht wenige Spieler auf Clubebene bedienen sich dieser Taktik, um ihrem Gegner den Frust ins Gesicht zu zaubern. Meist erfolgreich. Viele Spieler verlieren zunächst die Geduld, dann die Lust und schlussendlich das Match. Die größte Problematik gegen diese Spieler liegt darin, dass die eigene Taktik und das eigene Spiel komplett über den Haufen geworfen werden muss. Hier steht dann nicht nur das Ego im Weg, sondern auch eine imaginäre Wand, die die Sicht auf das Spiel verdeckt. Nur weil der Gegner langsam und hoch spielt heißt das nicht, dass man selbst schneller spielen muss.

Die Tragik

Nimm einen Ball in die Hand, stell dich an die Grundlinie, lass den Ball auftippen und versuche, diesen Ball dann schnell über das Netz zu spielen. Anschließend spielst du aus einem Ballwechsel heraus auf einen schnellen Ball des Gegners einen noch schnelleren Ball. Welcher schnelle Ball ist nun schwieriger zu spielen? Richtig. Der Ball, den du hast auftippen lassen. Es ist immer riskanter und komplexer einen langsamen Ball schnell zu spielen, anstatt einen bereits schnellen Ball noch schneller und flacher über das Netz zu spielen. Und hier liegt die Tragik im Spiel gegen die Spieler, die jeden Ball nur hoch reinspielen. Du kannst diesen Spielertyp nicht vom Platz schießen. Du musst den Umweg nehmen.

Dieser Umweg führt dich über Winkel und das Bewegen deines Gegners. Du musst umdenken. Dein Gegner hat eine ganz bestimmte Komfortzone, um seine hohen und langsamen Bälle spielen zu können. Dies ist ein bis drei Meter hinter der Grundlinie. Von dort lässt es sich ganz bequem hoch und lang spielen, ohne großartig Probleme zu bekommen. Deswegen sind schnelle Bälle auch kein Mittel. Im Gegenteil: Sie bewegen den Gegner kein Stück aus dessen Komfortzone heraus.

Der Treffpunkt

Du musst dich auf deinen Treffpunkt deiner Schläge konzentrieren. Dieser ist wichtig, um anschließend deinen Gegner aus seiner Komfortzone zu ziehen. Du solltest immer versuchen, den Ball auf Hüfthöhe zu treffen. Dafür kannst du die hohen Bälle des Gegners entweder im Aufsteigen nehmen - oder im Fallen. Die Räume dazwischen sind Gift für dich. Besonders im Zaun hängend, den Ball auf Schulterhöhe treffend, bist du verloren. Probiere aus, wie du am besten mit den hohen Bällen zurechtkommst. Manchem Spieler fällt es leichter, die Bälle direkt nach dem Absprung zu nehmen. Andere Spieler wiederum lassen Ball lieber erst mal austrudeln. Wenn du den für dich idealen Treffpunkt gefunden hast, kannst du dich in deine nächste Aufgabe stürzen. Das richtige Verteilen deiner Schläge. Ziel muss es für dich sein, deinen Gegner zu bewegen. Jeder deiner Schläge sollte darauf abzielen, deinen Gegner aus seiner Komfortzone zu holen. Du musst es deinem Gegner so schwer wie möglich machen, seine hohen, langen und langsamen Bälle zu spielen.

Mögliches Ziel deiner Schläge könnte sein: die äußeren Ecken des T-Felds, kurz-cross gespielt. Dein Gegner müsste seine Komfortzone verlassen und hätte einen komplizierten Winkel, um den Ball hoch und mit Qualität zurückzuspielen. Du musst dafür nicht schnell spielen. Agiere lieber mit Spin. Ein weiteres Ziel kann ein kurzer Slice sein. Spielst du diesen mittig, schließt du den Winkel für einen hohen Ball. Darüber hinaus würde sich dein Gegenüber im Niemandsland befinden, was wiederum dich in eine bessere Position im Ballwechsel bringt.

Fazit

Verabschiede dich von dem Gedanken, die "Mondballspieler" wegschießen zu wollen. Bleibe ruhig, werde geduldiger und akzeptiere, dass das Match anders laufen wird, als du es dir vorgestellt hast. Lass dich nicht entnerven, sondern suche stets den Weg über die Winkel und kurzen Bälle. Spielt dein Gegner mal einen guten Winner, rücke nicht von deiner Taktik ab. Du musst es zum Ziel haben, in komfortable Positionen im Ballwechsel zu kommen. Dafür ist deine Ausdauer in Geduld gefragt. Wenn du beständig bei deiner Taktik bleibst, immer wieder deinen Gegner aus seiner Komfortzone ziehst und so das ganze Spielchen umdrehst, wirst du erfolgreich gegen diesen Spielertyp bestehen.

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