Madison Keys folgt Stephens ins US-Open-Finale

Keys macht Duell der Freundinnen perfekt

SID

Freitag, 08.09.2017 | 08:05 Uhr
© getty
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Überraschungs-Finale von zwei Freundinnen in New York: Die beiden Amerikanerinnen Madison Keys und Sloane Stephens spielen am Samstag im Finale der US Open um ihren ersten Grand-Slam-Titel.

Die an Position 15 gesetzte Keys, zu deren Trainerteam auch der Allgäuer Dieter Kindlmann zählt, zeigte beim 6:1, 6:2 gegen Coco Vandeweghe (Nr. 20) eine ganz starke Leistung und erfüllte sich ihren Traum.

"Ich zittere immer noch und kann es noch nicht glauben", sagte Keys nach der nur 66-minütigen Partie im Arthur-Ashe-Stadium.

Im ersten Halbfinale des Tages hatte die Weltranglisten-83. Sloane Stephens überraschend Venus Williams (Nr. 9) mit 6:1, 0:6, 7:5 ausgeschaltet. Es war das erste Mal seit 1981, dass vier US-Girls bei ihrem Heim-Major in der Vorschlussrunde standen.

Coco chancenlos

Keys, die ihr erstes Major-Endspiel erreichte, gab beim 5:0 im Auftaktsatz ihr erstes Spiel ab. Auch eine Verletzung am rechten Oberschenkel konnte die Powerspielerin aus Florida gegen ihre Fed-Cup-Kollegin nicht stoppen.

Die gebürtige New Yorkerin Vandeweghe (25) hatte im Viertelfinale die topgesetzte Karolina Pliskova (Tschechien) besiegt. Die 22-jährige Keys indes war wegen einer Handgelenkblessur erst im März in die Saison eingestiegen.

Überwältigt war nach ihrem Geniestreich auch Stephens, die sehr gut mit ihrer Endspielgegnerin Keys befreundet ist. "Ich habe keine Worte für das, was passiert ist. Es ist unglaublich", sagte die 24-Jährige und meinte: "Ich weiß nicht, wie ich hierher gekommen bin. Aber ich weiß, es war harte Arbeit."

Stephens, die im Achtelfinale Julia Görges (Bad Oldesloe) bezwungen hatte, ist erst die vierte ungesetzte Spielerin in der Open Era, die ins Finale von Flushing Meadows einziehen konnte.

Stephens biegt Venus

Nach 2:07 Stunden profitierte Stephens bei ihrem ersten Matchball vom 51. unerzwungenen Williams-Fehler und feierte ihren 14. Sieg in den vergangenen 16 Partien. Der Einzug in ein Grand-Slam-Finale ist der größte Erfolg der Rechtshänderin aus Coral Springs/Florida.

Die 37-jährige Venus Williams indes verpasste den Einzug in ihr drittes Major-Endspiel 2017 und die Chance, die bislang älteste Grand-Slam-Siegerin der Open Era zu werden. Die Vorentscheidung fiel im dritten Satz, als die fünfmalige Wimbledonsiegerin ihren Aufschlag zum 5:6 abgeben musste.

Stephens hatte nach einer Fuß-OP und einer elfmonatigen Pause erst Anfang Juni ihr Comeback auf der Tour gegeben. Anfang August hatte sie nur auf Platz 934 im WTA-Ranking gestanden. Jetzt wird sich die Tochter eines verstorbenen NFL-Profis und eine College-Schwimmerin mindestens auf Rang 22 im Tableau verbessern.

Nachdem Stephens in nur 24 Minuten der ersten Durchgang gewonnen hatte, minimierte Williams ihre bis dahin hohe Fehlerquote und holte sich Satz zwei. Erst danach entwickelte sich der erhoffte Schlagabtausch auf Augenhöhe. Bei einer Führung von 5:4 war Williams beim Stand von 30:30 nur noch zwei Punkte vom Sieg entfernt. Doch die 13 Jahre jüngere Stephens behielt auf der größten aller Tennis-Bühnen kühlen Kopf.

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