Coaching auf dem Court? Rafael Nadal sagt Ja

"Das ist doch irgendwie doof"

Von Florian Goosmann

Samstag, 09.09.2017 | 15:01 Uhr
© getty
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Mit Onkel Toni und Carlos Moya hat Rafael Nadal gleich zwei Coaches in seiner Box sitzen - umso absurder sei es, dass diese nicht eingreifen dürften, meint er.

Es gibt vor allem zwei Standpunkte, was das Coaching im Tennis anbelangt. Die einen sehen den großen Sinn darin, dass der Spieler auf dem Platz alleine nach Lösungen suchen müsse, wenn es mal nicht läuft. Die anderen plädieren für Coaching-Auszeiten - auch in der Hoffnung, dass ein womöglich einseitiges und somit langweiliges Match durch einen Taktik-Wechsel noch mal spannend werden könnte. Während die Damen auf der regulären WTA-Tour sich ihren Trainer mittlerweile auf den Platz rufen dürfen, sind die Herren weiterhin auf sich alleine gestellt.

Rafael Nadal drehte sein Match gegen Juan Martin del Potro aus eigenen Kräften nach Satz eins, in dem er zu oft und berechenenbar die Rückhand des Argentiniers anspiele, der meist auf der Rückhandseite darauf lauerte, seine Vorhand einsetzen zu können. Ab Durchgang zwei wechselte Nadal seine Taktik und öffnete das Feld mit seiner Vorhand-Longline, um del Potro anschließend aus dem Lauf in die Rückhand zu schicken - mit Erfolg. "Natürlich habe ich alle Möglichkeiten mit meinem Team vorher besprochen", sagte Nadal, "ich wusste also, was passieren kann, und ich wusste, was ich tun muss. Andererseits ist das einfach zu sagen und schwierig umzusetzen."

Dass Onkel Toni und Carlos Moya während des Spiels jedoch die Klappe halten mussten, versteht Rafa nicht ganz. "Es ist etwas verrückt, dass du einen Trainer hast, der mit dir reist, die gesamte Saison bei dir ist, jeden Tag mit dir trainiert - und im wichtigsten Moment darf er dir nichts sagen", überlegte er. "Ich weiß nicht, ob der Trainer auf den Platz kommen muss, aber es wäre gut, wenn wir sprechen dürften."

Nadal lobte somit indirekt den Coaching-Versuch im Qualifikationswettbewerb der US Open: Hier war es ausdrücklich erlaubt, dass die Coaches während der Matches mit ihren Spielern kommunizieren durften.

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