Der Sieg des Maestro in Melbourne ist auch ein Resultat kluger Planung

Roger Federer - Auch strategisch ein Meister

Von Jörg Allmeroth

Montag, 30.01.2017 | 18:00 Uhr
© getty
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Roger Federer hat der großen Versuchung widerstanden, schon im Herbst vergangenen Jahres auf die ATP-Tour zurückzukehren. Die Früchte des Verzichts erntete der Schweizer nun in Melbourne.

Tony Godsick, der Manager von Roger Federer, hat während der Australian Open auf eine interessante Tatsache verwiesen. Federer, sein Mann, sei im vergangenen Herbst durchaus fit und fähig gewesen, wieder in den Tour-Circuit einzusteigen. Aber Federer habe genau gewußt, dass ihm diese verlockende Option langfristig bloß geschadet hätte. Deshalb habe er, so Godsick, mit einer Rückkehr ins große Tennis bis Melbourne gewartet.

Es ist eine Geschichte, die illustriert, warum Federer da steht, wo er jetzt steht: Zum erfolgreichsten Spieler der Grand Slam-Geschichte, zur jahrelangen Nummer 1 und nun auch dem verblüffendsten Comebacker des Welttennis wird man nicht durch Zufälligkeiten. Sondern durch Weitsicht, durch die Qualität, immer und immer wieder die richtigen Entscheidungen mit aller gewonnenen Reife und Erfahrung zu treffen. Und durch die Kompetenz, ein Topteam von Helfern und Assistenten um sich zu scharen, eine Mannschaft der vertrauten, aber immer wieder auch neuen Köpfe.

Minimierung von Fehlern

Gerade in der komplexen Welt des Hochleistungs-Tennis, in dieser ausgeprägten Individualsportart, geht es nicht nur um kühlen Kopf und kämpferische Leidenschaft auf dem Centre Court. Ebenso bedeutsam ist es, über viele, viele Jahre möglichst wenige Fehler neben dem Centre Court zu machen, sich für optimale Leistungen den Rückhalt durch kluges Trainings- und Turniermanagement zu verschaffen. Suchte ein Headhunter den Idealtypen für ein solches Anforderungsprofil, dann käme er an Federer nicht vorbei - diesem nun 35-jährigen, frischgebackenen Grand Slam-Champion.

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Am ewigen Maestro, diesem Muster an sportlicher Langlebigkeit und strategischer Klasse. An einem, der auch immer an sich glaubte, als der große Rest vom Federer-Glauben längst abzufallen drohte.

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