NFL: 32 Teams 32 Offseason-Storys Part II

Luxus-Probleme, Brock und Adrian Peterson

Von Adrian Franke

Montag, 13.02.2017 | 11:50 Uhr
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Alle Teams gehen mit unterschiedlichen Hausaufgaben in die Offseason - sei es ein Quarterback-Luxusproblem, dringend benötigte Vertragsverlängerung, Star-Running-Backs oder aber gleich mehrere Baustellen. Nach dem ersten Teil vom Freitag geht es im zweiten Teil um das obere Mittelfeld und die Elite der gerade beendeten Saison.

Disclaimer: Wir haben die Offseason-Vorschau für die 32 Teams in zwei Teile gepackt: Heute gibt es die Teams 16-1 der gerade beendeten Saison, die andere Hälfte der Liga war bereits am Freitag dran.

Washington Redskins (Saison-Bilanz: 8-7-1)

Die Story: Kirk Cousins - und eine ganze Menge offener Fragen mehr. Die Redskins müssen früher oder später was Cousins angeht eine Entscheidung treffen. Ist er der langfristige Franchise-Quarterback, oder nicht? Stabilität wäre in der aktuellen Situation empfehlenswert, denn Washington steht womöglich vor einem größeren Umbruch: Die Receiver Pierre Garcon und DeSean Jackson haben auslaufende Verträge, bei beiden geht die Tendenz Richtung Abschied. Das gleiche gilt für D-Liner Chris Baker, während Offensive Coordinator Sean McVay nach L.A. ging und Defensive Coordinator Joe Barry entlassen wurde.

Die Prognose: Washington gibt Cousins den zweiten Franchise Tag - ohne McVay und womöglich mit einem deutlich schlechteren Receiving-Corps könnte es auch für Cousins eine äußerst anspruchsvolle Saison werden. Den Cap Space dafür hat Washington. Die harte Realität des Geschäfts: Nach einer durchschnittlichen Saison wäre der langfristige Deal für das Team wohl deutlich vorteilhafter.

Tennessee Titans (9-7)

Die Story: Den Trend fortsetzen! Tennessee ist in bester Position, um den nächsten Schritt zu machen. Derrick Henry kann DeMarco Murray etwas mehr entlasten, Marcus Mariota spielte in der vergangenen Saison phasenweise herausragend und die Offensive Line gehörte zu den besten der Liga.

Die Prognose: Die Titans haben fast 70 Millionen Dollar an Cap Space - und holen sich zwei Kracher: Einen Top-Receiver (Alshon Jeffery?) und wenigstens eine große Verstärkung für die Secondary. Und dann gibt's auch noch den Draft, wo Tennesssee nach dem Trade im Vorjahr den fünften und den 18. Pick der ersten Runde hat.

Tampa Bay Buccaneers (9-7)

Die Story: Was machen die Bucs mit Doug Martin? Der Running Back hatte genau zwei wirklich gute NFL-Spielzeiten: Seine Rookie-Saison - und sein letztes Vertragsjahr 2015. Auch 2016 war verletzungsbedingt sowie sportlich enttäuschend, und für die ersten drei Spiele der kommenden Saison ist Martin gesperrt. Mehr noch: Martin erhielt zwar vor der vergangenen Saison einen Fünfjahresvertrag, der enthält allerdings keine weiteren Garantien. Die Bucs könnten den 28-Jährigen ohne Dead Cap entlassen - und Adrian Peterson hat schon Interesse angemeldet...

Die Prognose: Ein weiteres Team mit unglaublichem Cap Space. Die Bucs brauchen einen zweiten starken Receiver neben Mike Evans sowie mutmaßlich auch einen Safety: Chris Conte und Bradley McDougald sind Free Agents. Ein zweiter verlässlicher Receiver sowie ein Top-Running-Back katapultieren die Bucs endlich in die Playoffs.

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Houston Texans (9-7)

Die Story: Brock Osweiler. Mit der Verpflichtung von Osweiler hoffte man in Houston, dass das jährliche leidige Quarterback-Thema endlich abgehakt sei. Doch weit gefehlt, das Gegenteil war der Fall: Osweiler kam in der Offense von Bill O'Brien überhaupt nicht zurecht und statt einer Quarterback-Lösung haben die Texans eine noch größere Debatte. Osweiler kann finanziell kaum entlassen werden - gibt es einen Zweikampf mit Tom Savage, oder machen die Texans einen Dreikampf daraus?

Die Prognose: Letzteres ist der Fall. Osweiler kann nach der kommenden Saison mit noch sechs Millionen Dollar Dead Cap entlassen werden, und hat nichts gezeigt, das langfristiges Vertrauen rechtfertigen würde. Somit gibt es einen Projekt-Quarterback im Draft, während die finanzielle Priorität ganz dem neuen Vertrag von Cornerback A.J. Bouye gilt.

Detroit Lions (9-7)

Die Story: Matt Stafford und die Lines. Comebacks im Schlussviertel und dramatische Last-Minute-Siege waren das dominante Thema in der Lions-Saison. Jetzt gilt es, aus zufälligen Siegen langfristigen Erfolg zu machen: Staffords Vertrag läuft nach der kommenden Saison aus, Vertragsgespräche stehen bevor. Vor allem aber müssen beide Lines deutlich verbessert werden: Das desolate Run-Blocking hatte entscheidenden Anteil an der nicht vorhandenen Balance der Offense, die D-Line bekam viel zu wenig Druck zustande.

Die Prognose: Mit dem üppigen Cap Space (knapp 40 Millionen Dollar) verlängern die Lions vorzeitig mit Stafford und investieren dann im Draft wieder in die Lines: Von den letzten 17 Lions-Draft-Picks waren acht O-Liner oder D-Liner, dennoch bleibt Bedarf bei beiden Positionsgruppen.

Denver Broncos (9-7)

Die Story: Der Umbruch. Der Rücktritt von Gary Kubiak bringt weitere Konsequenzen mit sich: Defensiv-Mastermind Wade Phillips ist nicht mehr in Denver, mit Mike McCoy gibt es auch einen neuen Offensive Coordinator. Dazu kommt die Quarterback-Frage: Kann Paxton Lynch Trevor Siemian überholen? Auch wenn die Broncos die Playoffs als Titelverteidiger nur knapp verpasst haben und alle wichtigen Leistungsträger bleiben werden, gibt es in Denver mehrere potentiell kritische Baustellen, die es anzugehen gilt. Dazu gehört auf dem Platz die Mitte der Defense, um die Run-Defense wieder zu stabilisieren.

Die Prognose: Die Broncos setzen im Umbruch auf Kontinuität, deutlich etwa durch die Beförderung von Joe Woods zum Defensive Coordinator - Woods hatte die letzten beiden Jahre unter Phillips gelernt. Mit McCoy und Bill Musgrave hat sich Denver zwei fähige Quarterback-Entwickler geholt, trotzdem geht Siemian, der nach wie vor einen klaren Vorsprung vor Lynch hat, als Starter in die 2017er Saison.

Draft, Free Agency und Co.: Die Termine der NFL-Offseason im Überblick

Miami Dolphins (10-6)

Die Story: Wie verbessert Miami seine Defense? Die Dolphins zeigten, so lange die Offensive Line fit blieb, im ersten Jahr unter Adam Gase sehr vielversprechende Ansätze - insbesondere im Running Game über Jay Ajayi. Die Defense aber gehörte ligaweit zu den anfälligsten, ganz besonders in der Run-Defense. Ob in der D-Line, dem Linebacker-Corps oder der Secondary: Miami muss seine Defensive unter dem neuen Coordinator Matt Burke in allen Bereichen verbessern.

Die Prognose: Der Draft ist auf mehreren Defensiv-Positionen stark und tief bestückt - die Dolphins investieren den Großteil ihrer Draft-Picks in die Defensive. Ein Ziel für das Budget: Kenny Stills, dessen Vertrag ausläuft. Lassen die Dolphins Stills ziehen, braucht es einen anderen Outside-Speed-Receiver wie etwa DeSean Jackson.

Green Bay Packers (10-6)

Die Story: Die Secondary! Green Bays Pass-Defense war unglaublich löchrig, und mit Sam Shields ist endgültig nicht mehr zu rechnen. Die Packers müssen sich in einem hier tiefen Draft dringend verstärken. Das lässt sich auch über den Outside-Pass-Rush sagen. Offensiv die große Frage: Wie stellen sich die Packers im Running-Back-Corps auf?

Die Prognose: Green Bay hält Eddie Lacy mit einem One-Year-Prove-It-Deal, gemeinsam mit Ty Montgomery bildet der ein spannendes Running-Back-Duo. Auch Tight End Jared Cook, ein für Green Bays Scheme wichtiges individuelles Mismatch, bleibt. Ansonsten investieren die Packers hohe Draft-Ressourcen in die Secondary. Die Gerüchte über eine aggressivere Free Agency gibt es fast jährlich in Green Bay - wahr sind die fast nie.

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