NFL: Die Green Bay Packers nach dem Playoffs-Aus

Ein leiser Schrei nach Hilfe

Von Stefan Petri

Montag, 23.01.2017 | 20:58 Uhr
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21:44 auswärts bei den Atlanta Falcons: Die Saison der Green Bay Packers ist vorbei. Wie geht es jetzt weiter? Quarterback Aaron Rodgers, der aus dem Team in einer nicht immer einfachen Spielzeit das Maximum herausgeholt hat, hofft auf Verstärkung - und einen Philosophie-Wechsel. Der ist jedoch unwahrscheinlich.

Als Aaron Rodgers nach dem Spiel vor die Presse trat, mit grauem Jackett, grauer Mütze und verständlicherweise enttäuschtem Gesichtsausdruck, wollte er sich die Saison der Packers nicht schlechtreden lassen. "Ich bin wirklich stolz auf die Jungs. Wir haben gekämpft. Wir standen acht Wochen lang immer mit dem Rücken zur Wand und haben ein paar große Spiele gewonnen. Es hat einfach nicht ganz gereicht."

In der Tat hatte das Team nach sechs Niederlagen in den ersten zehn Spielen eine bemerkenswerte Aufholjagd geliefert, die Division doch noch gewonnen und dann die Giants und Cowboys aus den Playoffs gekegelt. Im Georgia Dome gab es dann aber die kalte Dusche. Um es mit Head Coach Mike McCarthy zu sagen: "Wir hatten einfach nichts mehr im Tank." Und: "Wir sind in eine Kreissäge gerannt."

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0:24 stand es zur Pause, einen so großen Rückstand hatten die Packers in der Rodgers-Ära noch nie hinnehmen müssen. Die Aufholjagd in der zweiten Hälfte war eigentlich nie im Bereich des möglichen, Matt Ryan und seine Falcons-Offense drückte weiter aufs Gaspedal, Julio Jones schüttelte Defensive Backs weiter ab wie lästige Fliegen. Schließlich wussten sie um die Packers-Magie der letzten Wochen, wussten um die Fähigkeiten des Green-Bay-Quarterbacks.

Aber da war das Spiel längst gelaufen.

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Aaron Rodgers erhofft sich eine Blutauffrischung in der Offseason

Aaron Rodgers - etwa doch "overrated"?

Waren die Packers am Ende doch "overrated", wie man so schön sagt? Angesichts der Lobeshymnen auf Rodgers in den letzten Wochen - SPOX machte da bekanntlich keine Ausnahme - hätte er das Spiel doch im Alleingang entscheiden, 500 Passing- und 200 Rushing-Yards auspacken und nebenbei Wasser in Wein verwandeln müssen. Stattdessen gab's die Abreibung von den vergleichsweise anonymen Falcons. Also alles nur Medienhysterie?

Nein. Sondern vielmehr ein Beweis dafür, dass es am Ende immer noch auf den 53-Mann-Kader ankommt. Die Leistungen von Rodgers wurden in den letzten Wochen zu Recht gelobt, die Pässe gegen New York und Dallas waren schlicht Weltklasse. Er war hauptsächlich dafür verantwortlich, dass man überhaupt soweit gekommen war. Aber selbst ein überirdischer Rodgers steht irgendwann vor seinen Grenzen, wenn auf der Gegenseite ein Elite-Team mit MVP-Quarterback wartet.

Widrige Umstände

Die Umstände spielten den Packers freilich nicht in die Karten. In der Vorbereitung machte die Grippe im Locker Room die Runde und erwischte unter anderem Rodgers. Dichter Nebel wirbelte den Abflug nach Atlanta durcheinander, und mehrere Leistungsträger des ohnehin schon dünnen Kaders wurden erst in letzter Sekunde fit, darunter Jordy Nelson, der seine Rippen mit militärischem Kevlar schützte.

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Dazu kamen uncharakteristische Fehler, die zur punktlosen ersten Halbzeit führten: Kicker Mason Crosby, einer der Match-Winner aus dem Dallas-Spiel, verfehlte nach 23 Postseason-Treffern in Folge aus 41 Yards. Fullback Aaron Ripkowski ließ sich kurz vor der Endzone den Ball aus der Armbeuge schlagen, und auch Rodgers warf vor der Pause noch eine tiefe Interception. Als McCarthy dann bei Fourth-and-Two und dem Zwischenstand von 0:17 an der eigenen 37-Yard-Linie puntete, war eigentlich schon alles vorbei.

Irgendwie wirkte das Team platt, das nötige Feuer fehlte. "Wir müssen immer wieder das Momentum auf unsere Seite bekommen", hatte sich McCarthy ganz oben auf seiner Liste mit möglichen Spielzügen notiert. Der Zug war früh abgefahren.

"Reload", nicht "Rebuild"

Trotzdem: Die Falcons waren über die Saison gesehen das bessere Team, sie waren vor dem Kick-Off das bessere Team, und sie waren nach den 60 gespielten Minuten das bessere Team. So ist Football - manchmal gewinnt eben der Bessere.

Also fokussierte sich Rodgers auf dem Podium auf die positiven Aspekte der soeben zu Ende gegangenen Saison, auf die guten Leistungen etwa von Receiver Geronimo Allison oder Tight End Jared Cook. Verwies darauf, dass sein eigenes "Fenster" mit 33 Jahren noch eine ganze Weile offen sein werde. Man müsse das Team nicht "von Grund auf neu aufbauen". Man müsse in der Offseason lediglich ein bisschen "nachladen".

Und dann kam ein Satz, den man auch als leisen Hilfeschrei interpretieren könnte: "Wir müssen sichergehen, dass wir jedes Jahr 'all-in' sind. Und ich glaube, dass wir in der Offseason einen großen Schritt machen können."

Wo kommt die Verstärkung her?

All-in sein, also dem großen Traum vom Titel alles unterordnen. "Nachladen" in der Offseason. Da sollte sich womöglich General Manager Ted Thompson angesprochen fühlen, der für den Kader verantwortlich ist. Ein Kader, der am Ende so dünn bestückt war, dass der ungedraftete Free Agent LaDarius Gunter in seinem zweiten Jahr in der Liga für Julio Jones verantwortlich war. Oder eine Offensive Line, die zum Ende der Partie am Sonntag nur noch vier gesunde Spieler übrig hatte und so mit Letroy Guion einen Nose Tackle als Guard aufbot. Rodgers wurde vor seiner Auswechslung bei 21 Dropbacks unter Druck gesetzt - Playoff-Rekord eingestellt.

Klar, wenn die Verletzungsseuche zuschlägt, dann kann auch das beste Front Office keine Wunder vollbringen. Und die Packers waren gegen die Falcons, wie schon die gesamte Saison über, von Ausfällen gebeutelt - sonst hätte Receiver Ty Montgomery keine zweite Karriere als Running Back anstreben müssen.

Aber die langfristige Strategie von Thompson, vor allem auf den Draft zu setzen und in der Free Agency die Finger von hochpreisigen Verpflichtungen zu lassen, hat zuletzt eben auch wenige Spieler hervorgebracht, die den Unterschied machen. Die die Last von Aaron Rodgers auf mehrere Spieler verteilen. Was auch schwierig ist, wenn man auf dem Rücken des Quarterbacks ein ums andere Mal in die Playoffs einzieht: Im Draft 2017 wird Green Bay erst als 29. Team an der Reihe sein.

An Green Bays Philosophie wird nicht gerüttelt

Wie soll man Rodgers' Worte also interpretieren? Was wäre der große Schritt in der Offseason? Ein paar eigene Free Agents gehören sicher dazu, so wie etwa Jared Cook, den A-Rod persönlich als "Priorität" einstufte. Sicher auch mit einem oder zwei netten Picks im Draft, die dem Team sofort weiterhelfen.

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Aber es klingt nicht nach "weiter so wie bisher", auch wenn er Thompson nicht explizit erwähnte. Eine Einkaufstour wie sie die Giants im Frühjahr 2016 etwa unternahmen, wird er sich nicht erhoffen. Dem einen oder anderen prominenten Neuzugang wäre er jedoch sicherlich nicht abgeneigt - bei den Giants hatte die umgemodelte Defense schließlich Früchte getragen. Und dann könnte man im Draft ja auch noch den einen oder anderen Pick ausgeben, um etwas weiter nach vorn zu springen.

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Was wiederum nicht dem Naturell Thompsons entspricht. "Unsere Philosophie ist ja bekannt", sagte der 64-Jährige vor ein paar Tagen zu ESPN. "Ich glaube nicht, dass sich das ändern wird." Man werde natürlich alle Möglichkeiten genau unter die Lupe nehmen, aber man dürfe ja auch nicht vergessen, dass ein teurer Veteran das Gehaltsgefüge des Teams und so den Locker Room beeinflussen würde - "und all die anderen Fragen, die der Durchschnittsfan ja nicht beantworten muss."

Gut - aber nicht gut genug?

Es klingt also danach, als würden die großen Baustellen im Kader, etwa die Secondary und die Offensive Line, mit den herkömmlichen Mitteln gestopft werden. Das allein ist noch lange kein Untergangsszenario für die Packers: Auch spät im Draft können schließlich Leistungsträger gefunden werden, und vielleicht hat man 2017 ja auch mehr Glück mit Verletzungen: Mit den Running Backs Eddie Lacy und James Starks, sowie Top-Cornerback Sam Shields mit an Bord wäre man gleich ein anderes Team. Vielleicht braucht es keinen "Homerun" in der Free Agency

Auf der anderen Seite ist es womöglich aber auch kein Zufall, dass die Packers unter Rodgers nun schon sechs Jahre in Folge in die Postseason eingezogen sind, ohne den Super Bowl zu erreichen. Das hat es noch nie gegeben. "Gut, aber eben nicht gut genug", scheint da die Devise zu lauten.

Und so wird es wohl auch wieder schwer werden mit dem Heimvorteil in den Playoffs - laut Rodgers ebenfalls ein entscheidender Faktor: "Wir haben in drei Championship Games gespielt, allesamt auswärts." Nur 2010 konnte man auf dem Weg zum Titel in Chicago gewinnen - "gegen ein heißes Team auswärts in einer solchen Umgebung ist es wahnsinnig schwer."

Der große Schritt in der Offseason, er wird wahrscheinlich nicht kommen. Stattdessen wird Green Bay wie gewünscht nachladen. Die Frage ist nur, ob der Glückstreffer gelandet wird, bevor Rodgers sein Pulver verschossen hat.

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