Ein kleines bisschen Fantasy...

Von Adrian Franke

Dienstag, 29.08.2017 | 20:20 Uhr
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Die NFL-Saison steht vor der Tür - doch davor ist großes Fantasy-Football-Spektakel angesagt! Über den August wird weltweit in Fantasy-Ligen gedraftet, jetzt ist die Zeit, um sich einer Liga anzuschließen. Doch wie genau funktioniert Fantasy Football überhaupt? SPOX erklärt die wichtigsten Rahmenbedingungen - und gibt allen Einsteigern Tipps.

Disclaimer: Das Daily-Fantasy-Business ist nicht Teil dieses Artikels. Hier geht es um reguläre Season-Fantasy-Ligen, an denen man etwa auf NFL.com kostenlos teilnehmen kann.

Was ist Fantasy Football?

Vergleichbar mit der nicht unähnlichen Fußball-Version Comunio geht es beim Fantasy Football darum, das bestmögliche Team aus aktiven NFL-Spielern zusammenzustellen. Mit diesem Kader tritt man gegen die anderen virtuellen Kader der eigenen Fantasy-Liga an. Dabei geht es nicht darum, wer zum Saisonende die insgesamt meisten Punkte hat - man muss Woche für Woche das eigene direkte Matchup gewinnen.

Das funktioniert nach einem wöchentlichen Prinzip im Liga-Betrieb: Pro NFL-Spieltag trifft man auf einen Gegner in der eigenen Fantasy-Liga. Dafür wird aus dem eigenen Kader ein Team zusammengestellt und der Fantasy-Spieler, dessen Profis in den NFL-Stadien an jenem Spieltag unter dem Strich insgesamt die meisten Punkte geholt haben, gewinnt das Duell.

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Was macht Fantasy Football also so besonders? Der größte Unterschied zum Fußball, um ein Beispiel zu nennen, liegt etwa darin, dass subjektive Bewertungen eines Spielers keine Rolle spielen - nur die nackten Zahlen zählen.

Wie viele Yards hat ein Spieler erlaufen? Wie viele Touchdown-Pässe hat ein Quarterback geworfen? Wie viele Receiving-Yards verzeichnete ein Spieler? Wie viele Interceptions unterliefen dem QB? Aus diesen und weiteren Zahlen errechnet sich der finale Punktwert eines Spielers.

Wie stellt man ein Team zusammen?

Primär durch den Draft - ein weiterer hochinteressanter Faktor beim Fantasy Football. Während in der NFL im April die besten College-Spieler über den Draft neue Teams finden, steht im Fantasy-Draft einer Standard-Liga jeder NFL-Spieler zur Verfügung.

Der Reihe nach darf sich dann - es sei denn man spielt einen Auktions-Draft, in dem Fall hat jeder Spieler ein vorgegebenes virtuelles Budget zur Verfügung - jeder Fantasy-Spieler Runde für Runde seinen Profi auswählen.

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Hierbei ist viel Strategie gefragt: Der Draft funktioniert für gewöhnlich im Snake-Prinzip (Der Spieler mit dem ersten Pick ist der Letzte in der 2. Runde, dann wieder der Erste in der 3. und der Letzte in der 4. Runde und so weiter) und somit muss im Draft weit vorausgeplant und -geschätzt werden, will man einen bestimmten Spieler haben. Denn jederzeit könnte ihn sich ein Kontrahent schnappen, ehe man selbst das nächste Mal dran ist. Und jeder "echte" Spieler ist nur ein Mal verfügbar.

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So füllt jeder Spieler Runde für Runde seinen - zu Beginn leeren - Kader auf, der in Standard-Ligen meist so aussieht: Ein Quarterback, zwei Running Backs, zwei Receiver, ein Tight End, eine Flex-Position (Receiver oder Running Back), eine Defense (in Standard-Ligen draftet man eine "komplette" Defense, also beispielsweise die "Steelers-Defense"), ein Kicker und anschließend noch sieben Bank-Plätze. Am Spieltag zählen dann allerdings nur die Spieler, die man nicht auf der Bank sitzen hat.

Wie kann man sein Team nachträglich verbessern?

Ein schlechter Draft ist vermutlich jedem Fantasy-Spieler schon einmal passiert. Ein Risiko, das sich nicht auszahlt, ein Gegner, der einem den Wunschspieler vor der Nase wegschnappt oder einfach Verletzungspech mit dem erhofften Superstar.

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Das bedeutet allerdings längst nicht, dass die Saison schon nach dem dritten Spieltag beendet ist, denn das Gesicht eines Teams kann sich im Laufe der Saison grundlegend verändern. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Fantasy-Team-Manager können Spieler untereinander tauschen, in Ligen, die über mehrere Jahre gehen, können sogar Draft-Picks in derartige Trades eingebunden werden.

Es ist auch möglich, zwei (oder drei, vier - wie viele man will) Spieler gegen einen anderen zu tauschen. Allerdings muss in dem Fall das Team, das mehrere Spieler für einen bekommt, einige Spieler aus seinem Kader in den Free-Agent-Markt entlassen, denn die Anzahl der Kaderplätze bleibt die gleiche.

Das bringt uns zum Waiver Wire: Viele Spieler bleiben übrig, nachdem jedes Fantasy-Team bereits seinen Kader und alle verfügbaren Bank-Plätze gefüllt hat, außerdem werden regelmäßig Spieler von Fantasy-Managern entlassen - und manchmal wird erst nach einigen Wochen klar, welche ungedrafteten Spieler möglicherweise verborgene Diamanten sind.

Hier greift das Waiver Wire, bei dem alle Spieler, die in keinem Fantasy-Team sind, aufgelistet werden: Nachdem ein Spieltag abgeschlossen ist, geben Fantasy-Spieler individuell und ohne dass die Gegner es sehen, an, welchen dieser verfügbaren Spieler sie haben wollen - und welchen eigenen sie dafür auf jenen Transfermarkt zurückgeben. Die Anzahl der Kaderplätze bleibt auch hier unverändert.

Um schlechten Fantasy-Teams eine Chance zu geben, hat das schlechteste Team den ersten "Waiver-Wire-Pick", das beste Team den letzten. Man spricht dabei von "Waiver-Prioritäten".

Wie läuft ein Spieltag ab?

Zwei Fantasy-Teams treffen im Liga-Betrieb aufeinander, nur die gesamten Punkte der vom Fantasy-Manager aufgestellten Spieler zählen.

Gemäß der Unterteilung eines NFL-Spieltages in ein Spiel am Donnerstag, den Großteil der Spiele am Sonntag und ein Spiel am Montag, bedarf der eigene Kader auch regelmäßiger Pflege. Die erste Deadline ist naturgemäß der Donnerstagabend, bevor die erste Partie des Spieltages ansteht: Mit dem Kick-Off der Partie kann man keinen der beteiligten Spieler mehr ein- oder auswechseln.

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Gleiches gilt für die restlichen Kick-Off-Zeiten, weshalb man lieber nochmal checken sollte, ob einer der Spieler in der eigenen Startformation nicht plötzlich verletzt ist und ausfällt - am Dienstagmorgen 0 Punkte hinter einem Spieler stehen zu haben, ist mehr als ärgerlich.

Sind alle Ausfälle und alle möglichen ungünstigen Matchups (ein junger Quarterback, der in Seattle ran muss? Keine gute Idee...) berücksichtigt hat der Fantasy-GM alles getan, was in seiner Macht steht. Jetzt gilt es, während die "echten" NFL-Spiele laufen, zu beobachten, was die Spieler, die im eigenen Fantasy-Team sind, zustande bringen.

Die wichtigsten Punkte im Standard-Scoring für die Offensivspieler:

  • Passing-Yards: 1 Punkt pro 25 Yards
  • Passing-Touchdown: 4 Punkte
  • Interception: -2 Punkte
  • Rushing-Yards: 1 Punkt pro 10 Yards
  • Rushing-Touchdown: 6 Punkte
  • Receiving-Yards: 1 Punkt pro 10 Yards
  • Receiving-Touchdown: 6 Punkte
  • Fumble Lost: -2 Punkte

Hieraus errechnet sich die Gesamtpunktzahl eines Spielers. Die Gesamtpunktzahl aller aufgestellten Spieler ergibt die Wochen-Punktzahl für den Fantasy-Manager.

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Keeper, IDP, PPR, Standard - welche Formate gibt es?

Standard-Liga: Das hier besprochene, am ehesten für Einsteiger geeignete Format. Der Draft erfolgt der Reihe nach, das jeweils schlechteste Team hat die höchste Waiver-Priorität.

Auction-Liga: Der Draft findet nicht der Reihe nach statt, vielmehr hat jeder Spieler ein virtuelles Budget. Somit werden Spieler "versteigert" - das gilt auch für das wöchentliche Waiver Wire.

PPR-Liga: "PPR" steht für "Points per Reception": In diesem Liga-Format wird der gesteigerten Bedeutung des Passspiels in der NFL Rechnung getragen. Zusätzlich zu den normalen Punkten für Yards, Touchdowns und dergleichen erhalten Spieler hierbei auch einen Punkt pro Catch, den sie fangen. Oftmals gibt es dabei auch mehrere Receiver-Plätze im Fantasy-Kader. Allerdings muss es nicht zwangsläufig ein Punkt sein: Viele Fantasy-Spieler sehen etwa in einer Half-Point-PPR-Liga (ein halber Punkt pro Catch) das ideale Format.

IDP-Liga: "IDP" heißt "Individual Defensive Player". Statt, wie in den meisten anderen Formaten, die komplette Defense eines Teams zu draften, wählt man hier zusätzlich zu den Offensivspielern einzelne Verteidiger aus. Dabei gibt es dann Punkte für Sacks, Tackles, Interceptions und dergleichen.

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Keeper- und Dynasty-Liga: Ein auf langfristiges Spielen ausgerichtetes Format. Man draftet sein Team nicht in jedem Jahr komplett, neu sondern behält eine bestimmte Anzahl an Spielern aus dem Vorjahr. Hier liegt der Unterschied: Bei Keeper-Ligen gibt es eine bestimmte Anzahl an "Keepern", man darf also etwa drei, vier oder fünf Spieler aus der vergangenen Saison behalten. Bei einer Dynasty-Liga behält man per se seine komplette Fantasy-Mannschaft - es sei denn, man entlässt oder tauscht Spieler.

Two-QB und Super Flex: Ersteres bedeutet, wie der Name schon sagt, dass ein jeder Spieler pro Woche zwei Quarterbacks aufstellen muss - mit Blick auf den Draft ein enormer strategischer Unterschied. Eine Liga mit einem Super-Flex-Platz erlaubt es, irgendeinen Spieler in der oben bereits erklärten Flex-Position aufzustellen. Aufgrund der hohen Punktezahlen von Quarterbacks wird so bei Standard-Punkte-Berechnung aus den meisten Super-Flex-Ligen unweigerlich ebenfalls eine 2-QB-Liga.

Tipps für den Fantasy-Starter:

  • Vor dem Draft ist es essentiell, sich mit den Regeln vertraut zu machen. Es ist ärgerlich, früh zwei Running Backs zu nehmen, um dann festzustellen, dass man in einer PPR-Liga ist.
  • Kicker und Defenses sind in den allermeisten Fällen austauschbar. Viele wechseln ihre Defense auch von Woche zu Woche, je nach den realen Partien, über das Waiver Wire durch. Beide sollte man also so spät wie möglichst draften.
  • Aber: In Standard-Ligen fungiert die Defense auch als Special Team. Das gilt es bei der Auswahl zu beachten, ein Special-Team-Touchdown (per Punt- oder Kickoff-Return) kann ein Fantasy-Duell entscheiden.
  • Bye-Weeks beim Draft beachten: In der NFL haben Spieler zu unterschiedlichen Zeiten ihre Bye-Week, also ihre Pause. Haben mehrere Starter aus dem eigenen Fantasy-Team gleichzeitig jene spielfreie Woche, wird die Aufstellung plötzlich schwierig.
  • Weg von der Realität: Im Fantasy Football sollte die eigene Fan-Zugehörigkeit keine Rolle spielen. Wenn man sich auf die Spieler des eigenen - realen - Teams fokussiert, ist die Gefahr hoch, dass man im Draft und bei Trades zu hohe Preise bezahlt.
  • Das Angeben der Waiver-Wire-Wünsche nicht vergessen! Es ist äußerst ärgerlich, am Mittwochmorgen festzustellen, dass man seinen verfügbaren Wunschspieler hätte haben können, hätte man nicht vergessen, sich einzutragen.
  • Quarterbacks außen vor: In der NFL gibt es genügend Fantasy-taugliche Quarterbacks, so dass man keinen QB früh im Draft wählen muss. Meist findet man in einer späten Runde noch einen Tony Romo, Philip Rivers oder Eli Manning. Geht diese Strategie schief, kann man immer noch von Woche zu Woche QBs über das Waiver Wire holen und den verfügbaren Quarterback aufstellen, der ein gutes Matchup hat.
  • Aufstellungen überprüfen: Null Punkte von einem Spieler, weil er verletzt ausgefallen ist? Nicht gut. Deshalb gilt es, am Donnerstag, Sonntag und Montag die Ausfälle und Aussagen der Teams zu checken.

Der NFL-Spielplan im Überblick

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