Al Davis und die Raiders

A Pirate in Silver and Black

Von Adrian Franke

Freitag, 31.07.2015 | 18:00 Uhr
© getty
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Fast für ein halbes Jahrhundert war Al Davis der Bad Boy der NFL, und er hätte es nie anders gewollt. Davis, der die Oakland Raiders auf und abseits des Platzes nach ganz oben brachte, blieb den eigenen Prinzipien immer treu und profitierte dabei sogar von Ice-T und Dr. Dre. Es ist die Geschichte eines Mannes, der Furcht lehrte und liebte, der nicht verlieren konnte - und der sein Team lebte.

"The autumn wind is a pirate, blustering in from sea. With a rollicking song he sweeps along, swaggering boisterously. His face is weather-beaten, he wears a hooded sash. With a silver hat about his head. And a bristling black moustache."

Wie es die Legende erzählt war Al Davis begeistert, als er das Gedicht von Steve Sabol auf die Herbstatmosphäre, wenn die NFL-Saison startet, zum ersten Mal hörte. Es drückte genau das aus, wofür Davis mit seinen Raiders stehen wollte - und eines Tages stehen sollte: Der harte, unerbittliche Außenseiter, der die Liga im Sturm erobert und den es nicht im geringsten interessiert, was andere von ihm halten. Oder, wie er es selbst sagen würde: "Du passt dich nicht an. Du dominierst einfach."

Davis schaffte es wie kaum ein Zweiter, sein Team sportlich und als Marke zu etablieren und prägte die Raiders in ungekanntem Ausmaß. Er riss Grenzen ein, holte Art Shell, den ersten afro-amerikanischen Head Coach der modernen NFL-Geschichte, und Tom Flores, den zweiten Head Coach mit hispanischen Wurzeln. Er draftete mit Eldrige Dickey 1968 den ersten afro-amerikanischen Quarterback in der ersten Runde, als nicht wenige glaubten, dass nur ein weißer Quarterback ein Team anführen kann. Doch alles begann in den Straßen von Brooklyn.

Seit jeher ein schlechter Verlierer

Wenn man Davis fragte, woher sein unaufhaltsamer Siegeswillen kommt, verwies er stets auf seine Jugend. Seine Eltern Louis und Rose ließen bei Al und seinem Bruder Jerry keine zweiten Plätze oder schlechte Leistungen im Sport durchgehen und auch das Gesetz der Straßen Brooklyns hatte klare Regeln. "Wenn deine Jungs auf eine andere Gang trafen und ich vorne stand, um mit einem anderen zu kämpfen, musste ich gewinnen. Ich bin ein schlechter Verlierer", erklärte er einst in der Oakland Tribune.

Davis wusste früh, dass ihn der Wettkampf nie wieder los lassen würde und weil seine Basketball-Karriere bald stagnierte, begann er, sich intensiv mit Football-Strategien zu beschäftigen. Als 20-Jähriger hatte er seinen ersten College-Job als Assistenztrainer, 1960 holte ihn der große Sid Gillman nach San Diego zu den Profis. Zwei Jahre später hatte Gillman eine treffende Beschreibung parat: "In Al Davis' Augen ist er zweifellos der klügste Football-Kopf. Das ist er nicht. Aber er wird es bald sein." Ein Jahr später stellten ihn die Raiders ein.

Oakland hatte damals kein eigenes Stadion, die Moral in der Franchise war am Boden und die Raiders kamen frisch aus einer Saison mit einem Sieg und 13 Niederlagen. Die Umstände erlaubten es dem begehrten 33-Jährigen, die komplette Kontrolle über das Team mit der Begründung zu verlangen: "Ich will keine Schule aufmachen, um Eigentümern das Footballgeschäft beizubringen." Prompt folgte eine 10-4-Season sowie die Auszeichnung zum Trainer des Jahres. Es sollte erst der Anfang sein.

"Es geht um Angst"

Nicht nur sportlich ging es unter Davis rasant bergauf, der Shootingstar verschwendete auch keine Zeit bei der aggressiven Etablierung seiner Marke. Davis änderte das Logo und die Teamfarben, die schwarz-silbernen Trikots sollten angsteinflößend wirken und oft betonte er: "Psychologisch geht es im Football darum, den Gegner einzuschüchtern. Es geht um Angst. Irgendwo zwischen den ersten fünf bis zehn Plays des Spiels muss der gegnerische Quarterback zu Boden gehen, und zwar hart."

Angst gepaart mit Wiederkennungswert, das waren seine Waffen. "Wir wollten immer global bekannt sein, und das sind wir jetzt" sagte Davis in einem Interview 2010, "du nimmst die silbern-schwarzen Trikots und überall auf der Welt erkennt man sie." Seine griffigen Slogans wie "Just Win, Baby" und "Commitment to Excellence" sind bis heute mit Davis und dadurch auch mit den Raiders verbunden

Doch Ende der 60er Jahre war die Franchise zunächst sportlich etabliert. Zwischen 1963 und 1985 war kein Team erfolgreicher als die Raiders, die unter Davis auf Aggressivität in jederlei Hinsicht bauten. Das traf auch auf die Offense zu, der er schnell ein auf Geschwindigkeit und auf ein vertikales Passing Game ausgelegtes System einimpfte. Scouts mussten bei Berichten oft als erstes die 40-Yard-Zeit des Spielers nennen, ehe Davis überhaupt wirklich zuhörte.

Seine Vorgabe, ganz getreu dem Piraten-Image: "Als wir aus dem Huddle kamen, wollten wir kein First Down. Wir wollten Touchdowns und Big Plays. Man sagt, dass man das nutzen soll, was einem der Gegner anbietet. Aber ich sagte immer, dass wir uns das nehmen, was wir haben wollen." Davis führte Oakland in mehrere Championship-Games sowie, nach dem Zusammenschluss der AFL und der NFL, zu drei Super-Bowl-Siegen. Den Weg dahin hatte Davis, wie so oft in seinem Leben, zunächst auf eigene Faust und ohne Rücksicht geebnet.

Commissioner wider Willen

Die AFL und die NFL standen zu Beginn der 60er Jahre in harter Konkurrenz zueinander, es ging um TV-Gelder, Sponsoren und Prestige. Im Frühjahr 1966 kam schließlich der damalige Raiders-Eigentümer Wayne Valley zu Davis und offenbarte ihm: "Wir brauchen jemanden, der es mit der NFL aufnimmt. Wir wollen einen Mann, der keine Angst hat, gegen sie zu kämpfen. Jemand, der ihre Leute kennt, die Spieler kennt und sie bei den Eiern packen kann. Dieser Typ bist du."

Davis reagierte überrascht und hatte zunächst so gar keine Lust darauf, sein Team zu verlassen, doch Valley bestand darauf: "Wir werden keine Liga haben, wenn du es nicht machst." Schließlich fügte er sich. Oder anders formuliert: Davis zog in den Krieg. Genau so sah er den Konflikt mit der NFL stets und hatte eine klare Taktik. Davis ging auf die Stars und vor allem die Quarterbacks der NFL los und lockte sie mit lukrativen Verträgen, was den finanziellen Druck auf die NFL-Teams erhöhte. Am 8. Juni 1966 wurde der Zusammenschluss verkündet.

Zwar hatte Davis zweifellos seinen Anteil daran, dennoch war er mit den Details unzufrieden. Die Jets und die Raiders mussten an die Giants beziehungsweise 49ers Schadenersatzzahlungen überweisen, da sie im gleichen lokalen Markt waren. NFL-Commissioner Pete Rozelle übernahm zudem den Posten des gemeinsamen Commissioners. Dennoch stellte Davis Jahre später klar: "Wir haben die NFL verprügelt. Ich wollte kein Commissioner werden. Das ist ein Schreibtisch-Job. "

Man ist zweifellos geneigt, ihm diese Ansage abzunehmen. Denn es dauerte nicht lange, bis Davis zurück in Oakland war, und nicht nur das: Er kaufte zehn Prozent der Anteile am Team und machte nahtlos da weiter, wo er vor seinem Commissioner-Intermezzo angefangen hatte. Mit Siegen, mit Einschüchterung - und mit hochtrabenden Plänen.

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Der Umzug ins gelobte Land

Bereits 1968 hatte Davis mit der Verpflichtung des neue Head Coaches John Madden die Weichen für die Zukunft gestellt, 1975 schwang er sich dann endgültig zum Alleinherrscher in Oakland auf: Valley hatte die Anheuerung eines weiteren Miteigentümers gerichtlich angefochten. Davis gewann, übernahm das Ruder und führte seine Raiders 1982 ins gelobte Vermarktungs-Land: In die Hollywood-Stadt Los Angeles.

Auch das, natürlich, möchte man bei Davis fast sagen, verlief nicht ohne Konflikt. Rozelle wollte den Umzug des Teams zunächst nicht absegnen, angeblich wollte er eine eigene Franchise nach L.A. holen. Doch Davis scheute Gerichtsprozesse gegen die Liga nie und gewann sie fast alle. Los Angeles empfing die Raiders mit mehr als offenen Armen.

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