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NBA: LaMarcus Aldridge entscheidet 2OT-Krimi gegen OKC mit 56 Punkten

Von Robert Arndt

Was für ein Spiel! Über drei Viertel schossen die San Antonio Spurs gegen die Oklahoma City Thunder die Lichter aus, doch dank eines überragenden Russell Westbrook erzwingen die Gäste gleich zwei Verlängerungen. Dort ist aber LaMarcus Aldridge nicht zu stoppen. Beim 154:147-Erfolg verbucht der Big Man mit 56 Punkten einen neuen Karrierebestwert.

Nach der Pleite in Memphis am Tag zuvor brachte Spurs-Coach Gregg Popovich Pau Gasol von Beginn an, dafür musste Jakob Pöltl weichen. OKC setzte dagegen auf das gewohnte Personal und erwischte einen guten Start, doch San Antonio wachte wenig später mit einem 10:0-Run auf, darunter auch ein furioser Reverse-Dunk von DeMar DeRozan.

Der Mann des ersten Viertels war aber LaMarcus Aldridge mit 10 Punkten. Die Thunder begannen früh zu doppeln, was den Schützen Raum gab. Die Gastgeber versenkten vier Dreier am Stück (drei davon von Marco Belinelli), auch begünstigt durch starke Defense und erzwungene Ballverluste.

Mit einer zweistelligen Führung (33:23) gingen die Spurs in den zweiten Abschnitt und spielten weiter effizienten Basketball, vor allem weil Patty Mills einen hervorragenden Spielmacher gab. Zur Pause hatten die Gastgeber noch keinen Dreier vergeben (10/10), doch OKC blieb in Sichtweite, weil Paul George ebenfalls wieder groß aufzockte. Dennis Schröder verkürzte kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit mit einem entschlossenen Drive auf 63:70.

Aldridge übernimmt in der zweiten Halbzeit

Wer dachte, dass San Antonio irgendwann daneben werfen würde, sah sich zunächst getäuscht. Bryn Forbes eröffnete mit weiteren drei Long Balls und auch Davis Bertans legte nach. Für die Thunder ergriff dagegen Westbrook mit einigen Drives die Initiative, doch die Führung der Gastgeber blieb konstant zweistellig, auch weil nun LMA im Post erneut nicht zu stoppen war und 16 Punkte im Abschnitt erzielte (105:93).

Zu Beginn des Schlussabschnitts präsentierte sich Schröder mit einigen guten Aktionen wieder aggressiver, wurde dann aber auch von Pöltl abgeräumt. Dennoch gelangen den Spurs kaum noch Stops, OKC war nach einem Russ-Jumper acht Minuten vor dem Ende wieder auf 4 Zähler dran, wenig später war das Spiel ausgeglichen (114:114).

Grant schickt Partie in wilder Schlussphase in die Verlängerung

Es folgte jedoch der Rückschlag. Steven Adams knickte unglücklich um, die Thunder hatten ohne den verletzten Nerlens Noel ein Problem auf der Fünf. LMA bestrafte dies konsequent mit 10 Punkten am Stück, die nur durch einen Schröder-Dreier unterbrochen wurden. Aber OKC war nicht geschlagen und antwortete mit Dreiern von Jerami Grant und dem doppelten Terrance Ferguson, der insgesamt sieben Triples netzte (126:126).

Doch die Spurs hatten noch einen im Köcher. 21 Sekunden vor dem Ende stieg Derrick White (23) hoch und traf ebenfalls aus der Distanz. Westbrook verkürzte schnell per Leger und dann wurde es wild. Erst wurde Belinelli Off-Ball gefoult, weswegen LMA einen Freebie bekam und traf (130:128). Dann verlor Belinelli aber den Ball und OKC lief drei gegen eins auf den Spurs-Korb, doch White foulte clever, da San Antonio noch nicht die Foulgrenze erreicht hatte. Es nützte nichts: Grant glich nach Westbrook-Lob 5 Sekunden vor dem Ende aus, DeRozan vergab mit der Sirene aus der Mitteldistanz - Overtime!

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56 Punkte für LaMarcus Aldridge

In dieser kehrte auch Adams nach einer Minute zurück, doch der konnte auch nicht verhindern, dass Aldridge mit den Punkten 46 und 47 ein neues Career High aufstellte. 70 Sekunden vor dem Ende erhöhte LMA noch einmal auf 4 Zähler, aber OKC glich mit Adams 25 Sekunden vor dem Ende aus. Wieder bekam DeRozan den letzten Wurf und wieder vergab der Guard, es brauchte noch eine Verlängerung (141:141).

Dort setzten sich die Spurs erneut schnell ab, auch weil LMA weiter in der Zone wütete. Auch White machte weiter Big Plays, diesmal defensiv, als er Grant unter dem Korb blockte. Bei noch 40 Sekunden auf der Uhr verkürzte PG-13 wieder von der Linie auf 2 Zähler, doch auch Aldridge traf auf der Gegenseite seine Freebies. Als White dann auf der Gegenseite einen Pass von Ferguson abfing und seine Freiwürfe versenkte, war das Spiel endgültig entschieden, auch wenn George es mit einem vermeintlichen Vierpunkt-Spiel noch einmal kribbelig machte. Die Refs entschieden aber auf normales Foul, nur zwei Freiwürfe für OKC - Ball Game Spurs!

Aldridge war mit 56 Punkten (20/33 FG, 16/16 FT) der überragende Mann auf dem Feld, Belinelli steuerte 19 Zähler bei. Dazu verpasste DeRozan (16, 7/22 FG, 8 Boards, 11 Assists) nur knapp ein Triple-Double. Dies gelang Westbrook (24, 11/22, 13 Rebounds) dagegen einmal mehr, dazu stellte er mit 24 Assists einen neuen NBA-Saisonrekord (und auch einen Karrierebestwert) auf. George kam trotz schwacher zweiter Halbzeit auf 30 Punkte, Grant (25, 12 Rebounds) verbuchte ebenfalls ein Career High. Dennis Schröder machte mit 14 Punkten (5/12 FG) und 4 Assists ein gutes Spiel und stand in den Verlängerungen zumeist auf dem Feld.

Die wichtigsten Statistiken

San Antonio Spurs (25-18) vs. Oklahoma City Thunder (25-16) 154:147 2OT (BOXSCORE)

  • Die Spurs nehmen nicht viele Dreier, aber wenn sie es tun, dann sind es meist offene Würfe, nimmt man mal die wilden Heat Checks von Belinelli und Bertans aus. Bis zur Pause saßen alle 10 Distanzwürfe, das hatte es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben. Erst der 15. Versuch klatschte auf den Ring, da waren bereits 31 Minuten gespielt. Den Rekord für die meisten Dreier ohne Fehlversuch zu Beginn eines Spiels hielten übrigens die Thunder. Sie trafen im Jahr 2017 ihre ersten zwölf Versuche.
  • Apropos Belinelli. Der Italiener versenkte im ersten Viertel drei Dreier innerhalb von einer Minute. Der letzte Spieler, dem dies gelang? Marco Belinelli am 21. Dezember 2018 im zweiten Viertel im Spiel bei den Minnesota Timberwolves (124:98).
  • Gnadenlose Spurs. Im ersten Viertel leisteten sich die Thunder noch akzeptable 4 Ballverluste, die Gastgeber münzten diese aber in satte 11 Punkte um, weil in Transition schnell umgeschaltet und die Ecken besetzt wurden. Der 9:0-Belinelli-Run zu Beginn speiste sich nur aus solchen Fastbreak-Möglichkeiten. Danach machte es OKC aber besser und ließ nur noch 9 Punkte nach Ballverlusten zu.
  • Natürlich, 84 Prozent aus der Distanz sind ein brutales Brett (16/19), aber San Antonio war auch aus allen anderen Lagen unglaublich heiß. Über die kompletten 58 Minuten trafen die Spurs 56,6 Prozent und 90 Prozent (26/29) von der Freiwurflinie!
  • Dass OKC trotz des heißen Shootings der Gastgeber noch im Spiel war, lag an der starken Transition im zweiten Viertel. 18 der 40 Thunder-Punkte resultierten aus Fastbreaks, nachdem sie im ersten Abschnitt auf diese Art und Weise keinen einzigen Zähler erzielt hatten. Nach dem Wechsel dämmten die Spurs dies aber wieder ein. Am Ende verloren die Gastgeber dieses Duell gerade einmal 20:25.
  • Aldridge ist der erste Spieler seit über 14 Jahren, der mindestens 50 Punkte ohne einen verwandelten Dreier verbuchte. Dieses Kunststück gelang zuletzt Jermaine O'Neal für die Indiana Pacers.

San Antonio Spurs vs. Oklahoma City Thunder: Die Stimmen zum Spiel

Gregg Popovich (Head Coach Spurs): "Er ist schon das ganze Jahr ein Biest. Er verankert uns auf beiden Seiten des Feldes. Das hat er letztes Jahr gemacht, er macht es dieses Jahr wieder. Er war einfach nur fantastisch."

Russell Westbrook (Thunder): "Mir sind Triple-Doubles wichtig, aber ich mache auch andere Dinge, dass wir gewinnen. So bin ich, so mache ich das jedes Spiel."

Der Star des Spiels

LaMarcus Aldridge. Er beteiligte sich zwar nicht am Dreierregen, doch sein Spiel machte das überhaupt erst möglich. Im Eins-gegen-Eins war der Power Forward aus dem Post nicht zu stoppen, sei es durch Fadeaways oder den Running Hook Shot. Scorte er nicht, gab er den Playmaker und öffnete so seinen Mitspielern Räume. Und was LMA dann in den letzten 22 Minuten ablieferte, war einfach nur unglaublich. Er sorgte im Alleingang für den Sieg, als DeRozan nichts mehr gelingen wollte.

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Der Flop des Spiels

Steven Adams. Seine frühen Post-Ups fruchteten diesmal nicht, da Gasol den Neuseeländer sehr solide verteidigte. Seine Punkte kamen meist aus Positionen, in denen er völlig alleine unter dem Korb stand. Defensiv hatte der Thunder-Center zudem mit Aldridge alle Hände voll zu tun und zog dabei zumeist den Kürzeren. Zu seiner Ehrenrettung: Auch alle anderen Thunder-Bigs hatten keine Chance gegen LMA.

Coaching Move des Spiels

Trotz der brandheißen Shooting Night erzwangen die Spurs nichts. Geduldig wurde Aldridge immer wieder im Post gesucht, ansonsten fußte die Offensive auf den zahlreichen Drives von DeRozan. Nach dem ersten Dreierregen öffneten sich außerdem Wege in die Zone, weil OKC in der Folge harte Closeouts lief, welche die Spurs mit entschlossenen Drives bestraften. OKC versuchte vor allem gegen Ende des Spiels, Aldridge häufiger zu doppeln, was teilweise auch fruchtete, weil DeRozan als eigentlicher Profiteur der geschaffenen Räume, seine Würfe zu selten treffen konnte.

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