NBA Playoffs: Utah gleicht aus! Mitchell und Ingles zerlegen die Houston Rockets

Von Robert Arndt

Donnerstag, 03.05.2018 | 05:00 Uhr
© getty
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Celtics @ Cavaliers (Spiel 6)
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Rockets @ Warriors (Spiel 6)

Die Utah Jazz haben die Serie mit den Houston Rockets in Spiel 2 ausgeglichen. Bei den Texanern zeigten die Gäste eine tolle Mannschaftsleistung und gewannen mit 116:108 (BOXSCORE). Donovan Mitchell sorgte dabei mit einem furiosem Putback-Dunk für das Highlight der Partie.

Keine Veränderungen in den Lineups bei beiden Teams, bei Utah fehlte also weiter Ricky Rubio. Donovan Mitchell machte dies aber zu Beginn vergessen und fand seine freien Mitspieler, unter anderem bekam Joe Ingles zwei freie Dreier. Nach sechs Minuten hatten die Gäste schon 20 Zähler auf dem Konto und führten mit sieben Punkten. Es war das Gegenteil von Spiel 1, die Jazz trafen ihre Dreier, während Houston noch ein wenig kalt war. Durch ein Four-Point-Play von Jae Croweder führten die Jazz nach 12 Minuten mit 36:28.

Utah bestimmte weiter deutlich das Geschehen, ließ kaum leichte Zähler zu, während Alec Burks in nur wenigen Minuten 8 Zähler verbuchte. Doch auch die Starter bauten die Führung weiter aus, Houston hatte keine Antwort auf das Pick'n'Roll zwischen Mitchell und Rudy Gobert. Vier Minuten vor der Pause holte sich jedoch Mitchell ein strittiges drittes Foul ab, James Harden antwortete mit einem persönlichen 7:0-Run (5 Freiwürfe), Utah führte zur Halbzeit mit 64:55.

Und Harden machte genau da weiter, wo er aufgehört hatte. Der Rockets-Star profitierte dabei auch davon, dass Mitchell kein schnelles viertes Foul kassieren wollte. Auch offensiv hatte Utah Probleme, die gleichen Plays, die in der ersten Halbzeit funktionierten, unterbanden die Rockets nun. Zwischenzeitlich erzwangen die Gastgeber drei Ballverluste am Stück, die Rockets gingen nach langer Zeit mal wieder in Führung (71:69).

Doch nun fingen sich die Jazz wieder und begannen dank Burks wieder zu scoren. Auf der anderen Seite sorgte Harden für ein echtes Highlight, als er nach einem Drive Derrick Favors mit aufs Poster nahm. Wenig später war aber erst einmal Schluss für Harden, nachdem er durch ein Offensiv-Foul gegen Dante Exum sein viertes Foul beging. Die Jazz gingen mit einer 86:85-Führung ins Schlussviertel.

Donovan Mitchell mit furiosem Putback-Dunk

Und dort hielt Utah weiter dagegen, weil auch Mitchell wieder bessere Entscheidungen traf. Erst hämmerte er einen Putback-Dunk über drei Gegenspieler durch die Reuse, danach bediente er den wartenden Ingles in der Ecke (103:96). Utah setzte sich zweistellig ab, doch Harden und Paul brachten Houston noch einmal in Reichweite. Die Rockets blieben aber kalt aus der Distanz, Eric Gordon und P.J. Tucker vergaben völlig offene Dreier. Den Dagger besorgte dann Exum knapp eine Minute vor dem Ende, als der Australier nach einem Drive ähnlich elitär wie Mitchell abschloss.

Bester Scorer der Jazz war Ingles mit 27 Punkten (10/13 FG, 7/9 Dreier), dazu scorten gleich fünf weitere Gäste-Spieler zweistellig. Mitchell (17, 6/21 FG, 11 Assists) kämpfte zwar extrem mit seinem Wurf, hatte aber stets das Auge für den freien Mispieler. Gobert (15, 14 Rebounds, 3 Blocks) verbuchte ebenfalls ein Double-Double, dazu steuerten Crowder (15) und Burks (17) einiges von der Bank kommend bei.

Für Houston war Harden mit 32 Punkten (9/22 FG, 2/10 Dreier, 12/13 FT) der fleißigste Punktesammler, Chris Paul markierte 23 Zähler. Clint Capela (21, 11 Rebounds) profitierte derweil immer wieder von den Zuspielen von Harden.

Die wichtigsten Statistiken

Houston Rockets vs. Utah Jazz 108:116, Serie 1:1 (BOXSCORE)

  • 17 Dreier schenkten die Rockets Utah bei nur 32 Versuchen in Spiel 1 ein. Es war anzunehmen, dass Houston nicht wieder so heiß sein würde und dies war auch der Fall. Die Jazz machten gegen Harden und Paul einen deutlich besseren Job, es gab weniger Mismatches, die der Rockets-Backcourt von Downtown bestrafen konnte. Die beiden Stars trafen zusammen nur vier Distanzwürfe bei 15 Versuchen. Das komplette Rockets-Team kam ebenso nur auf 27 Prozent (10/37), während Utah fast die Hälfte der Versuche von Downtown versenkte (15/32 Dreier).
  • Was Houston in der ersten Halbzeit im Spiel hielt, waren die Freiwürfe. Alleine Harden stand in 24 Minuten bereits elfmal an der Charity Stripe. Es gibt wohl keinen Spieler in der Liga, der so geschickt Fouls ziehen kann wie der Bärtige, wobei er mal wieder einige sehr fragwürdige Pfiffe bekam. Nach der Pause pendelte es sich aber ein, die Rockets nahmen 27 Freiwürfe, die Jazz 25.
  • Was die Rockets schon das ganze Jahr ausgezeichnet hatte, half auch in Spiel 2. Durch das Iso-lastige Spiel sind die Rockets kaum anfällig für Turnover und auch diesmal waren es lediglich 7. Diese nutzten die Jazz aber gnadenlos für gleich 13 Zähler aus. Zum Vergleich: Houston machte aus 16 Ballverlusten der Jazz gerade einmal 12 Zähler.

Houston Rockets vs. Utah Jazz: Die Stimmen zum Spiel

Donovan Mitchell (Jazz): "Wir konnten heute nicht wie in Spiel 5 gegen OKC eine solche Führung verspielen. Alec Burks, Dante Exum, Joe Ingles: Sie alle haben heute fantastisch gespielt. Wir wollen weiter die Switches attackieren, dann haben wir in unseren Heimspielen eine gute Chance."

James Harden (Rockets): "Sie haben uns kalt erwischt. Im zweiten Viertel haben wir dann gut reagiert, aber es ist nicht zu entschuldigen, dass wir mit 19 Punkten im Rückstand waren - völlig egal, wie der Gegner heißt."

Der Star des Spiels

Joe Ingles. Wann auch immer der Australier zum Wurf ansetzte, waren das fast drei sichere Punkte. Satte sieben Dreier (Career-High) schenkte der Aussie den Rockets ein. Dabei waren es nicht nur Spotups, sondern auch Würfe aus dem Dribbling, was man sonst von Ingles so nicht sieht. Ebenfalls stark: Das Playmaking von Mitchell und die Defense von Exum gegen Harden.

Der Flop des Spiels

Trevor Ariza. Dass Utah in der ersten Halbzeit beinahe nach Belieben scoren konnte, lag zumindest an der nicht-existenten Hilfe, die die Flügelspieler der Rockets lieferten. Gerade Ariza klebte zu sehr am Perimeter und ließ einfache Dunks zu. Auch offensiv kaum ein Faktor. Seine Dreier waren alle weit offen, da ist eine Quote von 1/4 schon sehr dürftig.

Coaching Move des Spiels

Die Jazz lieferten in der ersten Halbzeit eine Blaupause, wie man das Switching der Defense bestrafen kann. Gobert und Favors bekamen zahlreiche Dunks. Dabei deuteten die Bigs den Screen lediglich an und slippten dann schnell zum Korb, was Houston völlig überraschte. Vor allem die Flügelspieler der Rockets schliefen einige Male. Nach der Pause ließ Rockets-Coach Mike D'Antoni dann Mitchell aggressiv doppeln, was den Rookie aus dem Konzept brachte.

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