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NBA Playoffs: Trotz Gala von LeBron James - die Boston Celtics holen auch Spiel 2!

Von Ole Frerks

© getty

Die Cleveland Cavaliers stehen mit dem Rücken zur Wand! Die Boston Celtics haben trotz einer Gala-Vorstellung von LeBron James auch das zweite Spiel der Conference Finals gewonnen. Beim 107:94 (BOXSCORE) entgleitet den Gästen das Spiel in der zweiten Halbzeit.

Tyronn Lue änderte sein Lineup für die Partie wie angedeutet, indem er Tristan Thompson für Kyle Korver aufbot. Boston hingegen blieb klein und damit bei der Aufstellung, die Spiel 1 so dominiert hatte. So einfach wie in der Anfangsphase der Auftaktpartie machten die Cavs es ihnen diesmal aber nicht - was vor allem an LeBron James lag.

Der Superstar traf direkt in der Anfangsphase zwei Dreier und bescherte seinem Team eine frühe 12:7-Führung, bereits nach nicht einmal acht Minuten hatte er mehr Punkte (16) erzielt als im gesamten Game 1 (15). Am Ende des ersten Viertels stand James bereits bei 21 Punkten - die Cavs führten aber trotzdem nur mit 27:23. Denn auf der Gegenseite war auch Jaylen Brown von Anfang an sehr gut im Spiel und legte im ersten Durchgang 14 Zähler (3/5 Dreier) auf.

Beide Topscorer gingen zu Beginn des zweiten Viertels auf die Bank, was teilweise etwas konfusen Basketball zur Folge hatte - aber Jayson Tatum auf der einen und Kyle Korver auf der anderen Seite fingen nun Feuer. Mitte des Viertels konnte sich Cleveland auf 11 Punkte absetzen. James musste kurz in den Locker Room, nachdem sein Gesicht mit der Schulter von Tatum kollidierte, er kehrte jedoch nach kurzer Unterbrechung trotz Nackenproblemen wieder zurück. Die Celtics waren nun derweil merklich abgekühlt - über vier Minuten blieben sie ohne Field Goal, bevor Brown die Misere beendete und Marcus Morris am Ende einige schnelle Punkte erzielte. Es ging mit 55:48 für die Cavs in die Pause.

Cavaliers kollabieren in Halbzeit zwei

Angeführt von Terry Rozier und Morris glich Boston nach sechs Minuten in Halbzeit zwei aus, Cleveland verließ sich nun etwas zu sehr auf den Longball. Mit einem solchen bescherte Marcus Smart den Celtics dann die erste Führung seit den ersten Minuten des Spiels, einen Steal später brachte Rozier den TD Garden mit einem Fastbreak-Dunk zum Kochen. In der Folge setzte sich Boston leicht ab und nahm eine 84:77-Führung mit in den letzten Durchgang.

Diesen eröffnete Cleveland ohne LeBron und ohne Kevin Love - Lue nahm allerdings schon nach 46 Sekunden eine Auszeit, weil Boston mit 11 Punkten in Führung gegangen war. Doch auch danach suchten die Cavs vergeblich ihren Rhythmus. Die Celtics taten ihnen zunächst aber den Gefallen, reihenweise gute Looks am Ring liegen zu lassen - es erinnerte fast schon an die Raptors in Spiel 1 der Conference Semifinals. 4:41 Minuten vor Schluss brachte James die Cavs per Jumper wieder auf 89:95 heran.

Danach folgte bei den Cavs jedoch der Kollaps, es wollte kein einziger Wurf mehr fallen, während Boston sich wieder beruhigte. J.R. Smith zog die Wut des Publikums auf sich, als er Horford in der Luft schubste und dafür (großzügig) ein Flagrant-1 bekam, Horford erhöhte im Anschluss aber unbeirrt auf 12 Punkte Vorsprung, dann per Jumper auf 14. Knapp zwei Minuten vor dem Ende leerte Lue seine Bank - und es durfte in Boston wieder gefeiert werden.

James beendete die Partie mit 42 Punkten (16/29 FG), 10 Rebounds und 12 Assists, doch es sollte erneut nicht reichen. Abgesehen von James punkteten bei den Cavs nur Love (22, dazu 15 Rebounds) und Korver (11) zweistellig. Bei den Celtics hingegen landeten sechs Spieler in Double Figures, wobei Brown mit 23 Zählern Topscorer war. Horford kam mit 15 Punkten und 10 Rebounds auf ein Double-Double.

Spiel 3 der Serie findet in der Nacht auf Sonntag in Cleveland statt.

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Die wichtigsten Statistiken

Boston Celtics - Cleveland Cavaliers 107:94, Serie 2:0 (BOXSCORE)

  • Es war fast schon albern, wie sehr bei den Cavs im ersten Viertel alles über James lief - lediglich 6 Punkte kamen in diesem Durchgang nicht von ihm. Alle Cavs, die nicht James mit Nachnamen hießen, trafen im ersten Viertel 3/11 Würfen und nahmen abseits von dem einen oder anderen Pick und Offensiv-Rebound (Thompson) keine aktive Rolle ein.
  • Das änderte sich Anfang des zweiten Viertels, als James auf der Bank saß und Cleveland trotzdem in der Lage war, die Führung zu halten - was vor allem an Korver lag. Als der Scharfschütze nach 14 Minuten seinen ersten Dreier traf, hatten die Cavs als Team bereits mehr Triples versenkt als in Game 1. Insgesamt kamen die Cavs auf 10/31 von Downtown, genau wie die Celtics. Dieser Vorteil ging den Celtics im Vergleich zu Spiel 1 also flöten.
  • Dafür blieb es dabei, dass die Cavaliers Bostons Drives nicht verteidigen konnten. Rim-Protection bot weder Thompson noch der ebenfalls deutlich mehr eingesetzte Larry Nance. Zwar erzielte Boston nicht wieder 60 Punkte in der Zone wie in Spiel 1, es reichte aber erneut für 50. Gegen die Penetration von insbesondere Brown und Tatum sahen die Cavaliers defensiv absolut fürchterlich aus, es fehlte immer wieder an der nötigen Hilfe.
  • Ein weiteres Problem der Cavaliers waren wie schon im ersten Spiel die Ballverluste und die damit einhergehenden Schwierigkeiten in der Transition-Defense. Cleveland leistete sich 15 Turnover, aus denen Boston 13 Punkte generieren konnte. Die Celtics wiederum verloren bloß sechsmal den Ball.

Boston Celtics vs. Cleveland Cavaliers: Die Stimmen

Jaylen Brown (Celtics): "Wir brauchen noch zwei Siege. Wir schrecken vor niemandem zurück."

Ty Lue (Coach Cavaliers): "Wir haben am Ende des Spiels einige schlechte Würfe genommen und uns von ihrer Härte beeinflussen lassen. Wir werden zuhause besser sein, das wissen wir."

Der Star des Spiels: Marcus Smart.

Durch seine bärenstarke Schlussphase hätte hier auch Horford stehen können, aber dieser Sieg trug insgesamt vor allem die Handschrift von Smart - wie üblich nahm der Sixth Man der Celtics einige miese Würfe (3/9 FG) und hatte trotzdem bei fast allen wichtigen Plays irgendwie seine Finger im Spiel. Defensiv mal wieder absolut überragend, dazu spielte Smart auch noch 9 Assists bei keinem einzigen Turnover, schnappte sich 3 Offensiv-Rebounds und 4 Steals. Dass Smart mit +21 den besten Plus/Minus-Wert aller Akteure hatte, war kein Zufall.

Der Flop des Spiels: J.R. Smith.

Schlechte Defense, absolut kein positiver Impact in der Offense (0 Punkte, 0/7 FG) und dann auch noch das unsportliche und nicht gerade ungefährliche Foul gegen Horford kurz vor Ende des Spiels, für das auch eine Ejection gerechtfertigt gewesen wäre - dieser Flop war eine leichte Entscheidung. Obwohl sich Jeff Green ebenfalls nach Kräften darum bemühte.

Coaching Move des Spiels

Die Hereinnahme von Thompson ins Starting Lineup der Cavs brachte den Celtics zunächst die erwarteten Schwierigkeiten, weil Stevens sich dazu entschied, "klein" zu bleiben. Thompson wütete am Brett und blockte James regelmäßig frei, sodass die Celtics dann doch relativ schnell zur Reaktion gezwungen waren. Allein in Halbzeit eins sahen sowohl Aron Baynes als auch Guerschon Yabusele und Greg Monroe Einsatzzeit. In der zweiten Halbzeit war Thompsons Einfluss dann aber tatsächlich nicht mehr so groß, weil Boston ihn geschickt im Teamverbund vom Korb weghielt.

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