NBA Playoffs: Buzzer-Beater! LeBron James und die Cavaliers erlegen die Raptors

Von Philipp Jakob

Sonntag, 06.05.2018 | 07:52 Uhr
© getty

Krimi in Cleveland! Die Cavaliers geben trotz eines überragenden LeBron James einen 17-Punkte-Vorsprung aus der Hand. Das Comeback der Toronto Raptors wird allerdings nicht belohnt. LeBron führt die Cavs mit einem unglaublichen Buzzer-Beater zum 105:103-Sieg (BOXSCORE) und zur 3:0-Führung.

Raptors-Coach Dwane Casey reagierte auf den 0:2-Serienrückstand mit einer Veränderung in der Starting Five. Der bisher desolate Serge Ibaka musste auf der Bank Platz nehmen, für ihn stand Fred VanVleet von Beginn an auf dem Parkett. Toronto stellte also auf ein Small-Ball-Lineup um. Doch zunächst ging dies komplett nach hinten los.

Die Gäste aus dem hohen Norden erwischten einen katastrophalen Start. Nur 2 der ersten 12 Feldwurfversuche fanden den Weg durch die Reuse. Gleichzeitig hatten die Raptors schon nach wenigen Minuten 4 Turnover auf dem Konto. Wenig überraschend nutzte Cleveland diese Schwächephase aus und erspielte sich eine frühe 14:4-Führung.

Immerhin fand Toronto im Laufe des ersten Viertels etwas besser in die Partie. Nachdem sich die Gäste herangekämpft hatten und im zweiten Durchgang relativ gut mithalten konnten, drehten die Cavs kurz vor der Pause allerdings nochmal auf. Kyle Korver zeichnete sich für 7 Zähler in Folge verantwortlich, LeBron James attackierte unaufhaltsam die Raptors-Defense und so beendeten die Hausherren die erste Halbzeit mit einem 16:2-Lauf (55:40 für die Cavs).

Zum Start ins dritte Viertel meldeten sich die Raptors wieder in der Partie zurück. Toronto ging die zweite Hälfte mit einem 12:2-Lauf an, bevor Cleveland endlich eine Antwort parat hatte. Die kam - mal wieder - in Person von James, wodurch sich die Cavs erneut bis auf 17 Zähler absetzen konnten.

Eine Vorentscheidung war das aber noch nicht. Nach einem bis dahin eher ruhigen Abend hämmerte Kyle Lowry den Cavs erst einen Dreier um die Ohren, nur um anschließend mit einem Layup gut 8 Minuten vor dem Ende auf 80:85 zu verkürzen. Doch LeBron fand immer und immer wieder eine Lücke in der Defense der Raptors - oder er versenkte einfach einen eiskalten Stepback-Jumper mit einer Hand im Gesicht.

Unfassbarer Gamewinner von LeBron James

Die Raptors gaben aber nicht auf. Angeführt vom nun bärenstarken Lowry kämpfte sich Toronto auf 2 Zähler in den Schlussminuten heran - und das ohne DeMar DeRozan, der einen rabenschwarzen Abend erwischte und das Comeback von der Bank aus verfolgen musste. Durch ein missglücktes Play nach einem Timeout der Raptors schienen die Gäste ihre Chance, das Spiel zu drehen, jedoch endgültig wegzuwerfen.

Allerdings schwächelten LeBron und Jeff Green von der Freiwurflinie, auf der anderen Seite versenkte O.G. Anunoby acht Sekunden vor Schluss einen Dreier zum Ausgleich - das erste Unentschieden in der kompletten Partie! Doch es sollte nicht reichen.

James brachte den Ball im letzten Angriff nach vorne, zog auf der linken Seite des Courts Richtung Baseline und probierte es mit einem unglaublichen Off-Balance Runner. Der Spalding ging übers Brett in den Korb und damit mitten ins Herz der Raptors.

James war nicht nur aufgrund des Gamewinners der Held des Abends. Der King dominierte das Geschehen nach Belieben und beendete die Partie mit 38 Punkten (14/26 FG), 6 Rebounds, 7 Assists sowie 3 Steals. Hilfreiche Unterstützung erhielt er in Person von Kevin Love (21 Punkte, 16 Rebounds), Korver (18), George Hill (12) und Green (11).

Bei den Raptors war Lowry Topscorer. Der Point Guard führte sein Team mit einem starken vierten Viertel und insgesamt 27 Zählern sowie 7 Vorlagen zum Comeback. Anunoby steuerte 18 Punkte bei, während Ibaka von der Bank aus auf 11 Punkte, 8 Rebounds und 4 Blocks kam.

Die Cavaliers sicherten sich damit die 3:0-Führung und stehen kurz vor dem Einzug in die Eastern Conference Finals. In Spiel 4 in der Nacht von Montag auf Dienstag könnten LeBron und Co. den Sweep in eigener Halle perfekt machen.

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Die wichtigsten Statistiken

Cleveland Cavaliers - Toronto Raptors 105:103, Serie 3:0 (BOXSCORE)

  • Den Start hatte sich Casey nach seinen Umstellungen in der Starting Five sicherlich anders vorgestellt. Das Small-Ball-Lineup der Raptors konnte sich gegen die Cavs zu Beginn der Partie keinerlei guten Würfe erspielen - und wenn doch, dann fehlte den Schützen der Rhythmus. Toronto traf im ersten Abschnitt nur 30 Prozent aus dem Feld, der niedrigste Wert in einem Viertel in den diesjährigen Playoffs für die Raptors.
  • Problematisch waren aus Raptors-Sicht vor allem die zahlreichen Turnover - das zog sich nahezu durch die komplette Partie durch. Toronto hatte am Ende 17 Ballverluste auf dem Konto, die Cleveland in 18 Zähler ummünzte. Die Cavaliers passten dagegen wie auch in den Spielen zuvor deutlich besser auf den Spalding auf (12 Turnover).
  • Der Supporting Cast der Cavaliers musste in der Vergangenheit einiges an Kritik einstecken. Gegen die Raptors lief es aber in den ersten beiden Partien recht gut und auch an diesem Abend konnte sich LeBron über die Unterstützung seiner Kollegen freuen. Vor allem das Trio Love/Hill/Korver (insgesamt 51 Punkte, 17/29 FG, 7/12 Dreier) lieferte einen sehr guten Job ab.
  • Auch auf der anderen Seite konnte der Supporting Cast überzeugen. Bei den Raptors waren es insbesondere die Reservisten um C.J. Miles und Serge Ibaka, die - auch während des Comebacks im vierten Viertel - groß aufspielten. Insgesamt entschied Toronto das Duell der Bänke recht eindeutig mit 32:16 für sich.
  • Drei Viertel lang sah es ganz so aus, als ob die Raptors von Downtown an diesem Abend kein Scheunentor treffen würden. Nur 6 der 23 Dreierversuche in den ersten 36 Minuten fanden ihr Ziel. Dann drehte jedoch Lowry auf und Toronto versenkte im Schlussabschnitt immerhin 7 der 10 Dreierversuche. Insgesamt kamen die Gäste auf eine Quote von 39,4 Prozent (13/33), die Cavs hielten mit einer Dreierquote von 36 Prozent dagegen (9/25).

Cleveland Cavaliers vs. Toronto Raptors: Die Stimmen

LeBron James (Cavs) über seinen Buzzer-Beater: "Ich lebe für solche Momente: Da hinaus gehen und für mein Team den Sieg holen. Meine Jungs vertrauen mir. Ich war heute in der Lage, das zu rechtfertigen."

Dwane Casey (Raptors-Coach) über LeBrons Buzzer-Beater: "Wir wollten, dass jemand anderes den Wurf nimmt und haben das einfach nicht hinbekommen. Wir sind alle sehr gekränkt."

Der Star des Spiels

LeBron James. Was für ein Auftritt des 33-Jährigen. Die Defense der Raptors fand absolut kein Mittel gegen James, der mit gefährlichen Drives, unaufhaltsamen Fade-Away-Jumpern oder eiskalten Stepback-Dreiern scorte. Sein unfassbarer Gamewinner war das Sahnehäubchen auf einen weiteren ganz starken Auftritt.

Der Flop des Spiels

DeMar DeRozan. Die Statline des Shooting Guards liest sich miserabel. Auf DeRozans Konto gingen an diesem Abend 8 Zähler bei 3 von 12 aus dem Feld. Ansonsten steuerte er nur 4 Rebounds sowie 2 Assists bei und leistete sich 3 Turnover. Dementsprechend kam er im kompletten vierten Viertel nicht zum Einsatz, obwohl es die Raptors nochmal spannend machten - Höchststrafe von Coach Casey.

Coaching Move des Spiels

Die Raptors gaben sich redlich Mühe, LeBron mit einer sehr physischen Defense das Leben schwer zu machen. Das gelang aber nur bedingt. LeBron konnte gefühlt bei jeder Possession an seinem Verteidiger vorbeiziehen. Nur selten schickte Toronto Double-Teams, oft kam die Hilfe zu spät (oder war machtlos). Auch wenn die Raptors nach einem Pick & Roll switchten und damit LBJ verschiedene Looks präsentierten, konnte das den King nicht stoppen.

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