Revanche! Cavs siegen dank der Neuen und LeBron James in Oklahoma City

Von Robert Arndt

Mittwoch, 14.02.2018 | 04:55 Uhr

Die Cleveland Cavaliers (34-22) haben bei den Oklahoma City Thunder (32-26) auch das zweite Spiel nach der Trade Deadline gewonnen. Nachdem zunächst LeBron James drei Viertel sein Team trug, machten beim 120:112-Sieg (BOXSCORE) in der Schlussphase die neuen Spieler den Unterschied aus.

Steven Adams war die bestimmende Figur zu Beginn. Der Neuseeländer griff sich schnell 5 Offensiv-Rebounds und wurde auch von Russell Westbrook immer wieder gesucht. Auf der anderen Seite hielt der brandheiße J.R. Smith mit vier verwandelten Dreiern dagegen. Auch die Second Unit der Gäste machte mit den Neuen wie schon gegen Boston einen guten Eindruck. Rodney Hood traf drei Dreier, Larry Nance Jr. brachte Energie und boxte Adams besser als Tristan Thompson aus.

Die Cavs versenkten im zweiten Viertel gefühlt jeden Jumpshot und erspielten sich so zwischenzeitlich eine zweistellige Führung. Auch in Transition hatten die Gäste Vorteile, wohingegen OKC kaum ins Laufen kam und viel aus dem Halbfeld operieren musste. Da aber Paul George nun besser eingebunden wurde, verkürzten die Thunder und gingen nur mit 5 Punkten Rückstand in die Pause (57:62).

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Das dritte Viertel begann mit einem kleinen Shootout zwischen PG-13 und LeBron James, die beide zwei Dreier am Stück versenkten. Der King fing nun Feuer und traf nach einer kontrollierten ersten Halbzeit auch seine Sprungwürfe aus der Mitteldistanz. In den ersten fünf Minuten schenkte er OKC 14 Zähler ein, doch OKC war wieder dran, weil die Cavs Carmelo Anthony offen ließen und Cleveland keine Rebounds (Adams!) mehr einsammeln konnte.

Das änderte sich mit Nance, der wie Adams, begann, Offensiv-Rebounds zu sammeln. Ohne Westbrook konnte OKC nicht scoren und so entglitt den Gastgebern das Spiel erneut. Ein Comeback gab es nicht mehr, dazu war die Defense der Cavs in der Schlussphase zu gut und Adams war kein Faktor mehr unter den Brettern. Alex Abrines hatte 20 Sekunden vor dem Ende noch mal die Chance, von Downtown auf zwei Zähler zu verkürzen, doch verfehlte. Im Gegenzug machte ein Dunk von Nance den Sieg für die Cavs perfekt.

LeBron war mit 37 Punkten (dazu 7 Rebounds, 8 Assists) erneut Topscorer der Cavs. Smith verwandelte sechs Dreier für 18 Zähler. Jordan Clarkson (14) und Nance Jr. (13, 9 Rebounds, 3 Blocks) spielten in der Schlussphase wichtige Minuten und auch Hood (14) machte wieder ein solides Spiel. Bei den Thunder war Adams (22, 17 Rebounds, 12 offensiv) mit einem starken Double-Double der beste Mann. Westbrook (21, 7/19 FG, 12 Assists) hatte große Probleme mit seinem Wurf. Paul George (25) und Anthony (24) trafen dagegen ordentlich.

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OKC Thunder vs. Cleveland Cavaliers: Die wichtigsten Statistiken

  • Die Additionen der Cavs nahmen auch in diesem Spiel einen großen Einfluss. Cleveland war deutlich tiefer besetzt als die Thunder, bei denen die Reservisten Josh Huetis und Patrick Patterson in der ersten Halbzeit keinen einzigen Wurf nahmen. So passte OKC-Coach Billy Donovan zum Ende des dritten Viertels sein Rotation ein wenig an und ließ Melo mit der Second Unit ran, nachdem in der ersten Halbzeit George diese Rolle übernahm. Es half aber nichts, die Bank der Cavs sorgte für den entscheidenden Push des Spiels. Die Second Unit der Gäste verbuchte satte 51 Zähler, während OKC nur auf 20 kam.
  • Ein weiterer Trend bei den Cavs: Die Firepower aus der Dreierland ist zurück. LeBron und Co. kreierten gegen eine der besten Verteidigungen der Liga massenhaft offene Würfe, bevorzugt natürlich vom Perimeter. Gerade Hood und Smith wurden immer wieder gefunden und bestraften die Thunder-Defense konsequent. Es ist nun bereits das vierte Spiel am Stück, in dem die Cavs mindestens 15 Dreier versenken konnten. Auch die Quote war mit 44 Prozent sehr stark (16/36). Auf der anderen Seite kam mit Ausnahme von George (5/13) recht wenig. Speziell Russ (0/3) und Melo (3/9) schossen jede Menge Fahrkarten.
  • Apropos J.R. Smith. Vor dem Spiel hatte der Shooting 14 seiner letzten 24 Triples genetzt und verbesserte diese Quote noch einmal. Im ersten Viertel blieb er perfekt von draußen (4/4 Dreier), am Ende waren es immerhin 6/9.
  • Adams ist ein Biest unter den Brettern. 12 Offensiv-Rebounds waren ein Career High für den Neuseeländer. Damit war er für zwei Drittel der zweiten Chancen der Thunder verantwortlich. Besonders kurios war dabei eine Szene im dritten Viertel, als er zweimal nacheinander, einen Freiwurf vergab, aber umgehend wieder den Abpraller holte und wieder gefoult wurde. Das gab dem Team zu diesem Zeitpunkt jede Menge Energie.

Thunder vs. Cavs: Hier geht's zum BOXSCORE!

OKC Thunder vs. Cleveland Cavaliers: Die Stimmen zum Spiel

Billy Donovan (Head Coach Thunder) über Russell Westbrook: "Er ist ein Eisenmann. Er hatte zwei Spiele verpasst und nur einen Tag Zeit zur Vorbereitung. Er wird seinen Knöchel nicht als Ausrede benutzen oder sich über seine Gesundheit beschweren."

LeBron James (Cavs) über die Integration der Neuzugänge: "Wir versuchen es, den Neuen so einfach wie möglich zu machen und sie in gute Situationen zu bringen. Wir wollen, dass der Umbruch fließend ist.

Der Star des Spiels

Larry Nance Jr. Er war der einzige Cavs-Spieler, der Steven Adams Paroli bieten konnte und durfte entsprechend das vierte Viertel komplett durchspielen. Adams kam nicht mehr zum Zug und so konnten die Schwächen der OKC-Offense nicht mehr durch das Rebounding des Neuseeländers kaschiert werden. Auch seine Defense im Pick-n-Roll gegen Westbrook war überraschend gut. Auf der anderen Seite schnappte sich Nance selbst 8 Offensiv-Rebounds und lieferte zahlreiche andere Hustle Plays, die nicht im Boxscore auftauchen.

Der Flop des Spiels

Russell Westbrook. Trotz eines soliden Double-Doubles war es nicht sein Abend. Aus der Mitteldistanz (2/9 FG) ging nichts zusammen, was den MVP in seinem Spiel gewaltig einschränkte. Immerhin schaffte er es nach einer eher dürftigen ersten Halbzeit (3/11 FG), mehr zum Korb zu ziehen und auch effizient zu punkten. Defensiv machte er allerdings gegen Clarkson im vierten Viertel keinen guten Eindruck und ließ den Backup-Guard zu oft gewähren.

Coaching Move des Spiels

Es war ein interessanter Test für die Cavs, wie sie mit einem explosiven Guard wie Westbrook umgehen würden, nachdem er Cleveland im ersten Spiel mit 20 Assists komplett auseinander genommen hatte. George Hill durfte sich Russ annehmen und ging zumeist unter dem Screen durch, war aber immer in der Lage wieder zu Westbrook aufzuschließen. Dabei half natürlich auch, dass der amtierende MVP diesmal keinen Touch aus der Mitteldistanz hatte. Im vierten Viertel ließ Coach Lue lange Jordan Clarkson auf dem Feld, das war defensiv ein großes Problem. Da er im Angriff aber gefühlt jeden Wurf traf, konnte er so das Vertrauen des Coaches rechtfertigen.

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