Die Saison der Miami Heat: Wer braucht schon einen Superstar?

Von Thorben Rybarczik

Mittwoch, 10.01.2018 | 11:09 Uhr
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Trotz ihres großen Verletzungspechs spielen die Miami Heat (23-17) in der Eastern Conference um den Heimvorteil in den Playoffs mit. Besonders in engen Spielen sind sie kaum auszurechnen - weil Head Coach Erik Spoelstra aus Rollenspielern "Stars auf Abruf" geschaffen hat.

Dion Waiters. Justise Winslow. Okaro White. A.J. Hammons. Rodney McGruder.

Dies ist die Verletztenliste der Miami Heat - und zwar nur die aktuelle, wohlgemerkt. Würde man Spieler wie Hassan Whiteside, Goran Dragic oder James Johnson, die allesamt auch schon einen Haufen Spiele verpasst haben, dazuzählen, hätte man nahezu den kompletten Kern des Kaders beisammen.

Kurz: Kaum ein Team in der Liga muss in der laufenden Saison mehr Ausfälle verkraften. Trotzdem rangieren die Heat auf Platz 4 im Osten und spielen um den Heimvorteil in den Playoffs mit. Klar, auch am South Beach gab und gibt es Leistungsschwankungen. So gab es unnötige Pleiten gegen die Nets und Hawks, dafür aber Siege in Boston oder bei den Timberwolves.

Mit zuletzt fünf Siegen in Folge zeigt der Trend aber klar nach oben. Head Coach Erik Spoelstra hat es geschafft, eine "Next man up"-Kultur zu etablieren, die fast schon spurs'sche Ausmaße annimmt. Das hat mehrere Gewinner hervorgebracht, die allesamt dafür sorgen, dass die Heat in Clutch-Momenten zur Elite der Association gehören.

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Die Miami Heat glänzen derzeit im Kollektiv

Josh Richardson: Der künftige All-Star?

Josh Richardson war zuletzt an zwei Erfolgen direkt beteiligt. Beim OT-Sieg über die Knicks traf er zwei wichtige Freiwürfe in der Overtime, ein paar Tage später gegen die Jazz versenkte er den siegbringenden Layup fünf Sekunden vor Schluss und verteidigte den anschließenden Gamewinner-Versuch von Donovan Mitchell stark.

Der 24-Jährige hat sich als einer der Lieblingsspieler Spoelstras zum unverzichtbaren Starter entwickelt, in der laufenden Saison stand er in allen 40 Spielen von Anfang an auf dem Parkett. Er spielt und verteidigt viele Positionen - für das All-Star Voting wird er mit seinen 1,98 Meter sogar fest als Forward gelistet. "Das wusste ich gar nicht. Das habe ich zufällig auf Instagram gesehen. Aber es ist schon cool", sagte er dazu.

Wer nun glaubt, Richardson und das All-Star Game seien zwei für immer voneinander getrennte Welten, der hat die Rechnung ohne Coach Spoelstra gemacht: "Die Leute sollten endlich anfangen, seine tolle Verteidigung anzuerkennen. Er hat das Talent und die Mentalität für das All-Defensive First Team. Und langsam beginnt er auch auf der anderen Seite des Feldes mehr Verantwortung zu übernehmen." Diese Kombination, so die Argumentation des Coaches, katapultiere Richardson eines Tages automatisch in die All-Star-Konversation, sollte seine Entwicklung so weiterlaufen.

Wayne Ellington: The Human Cheat Code

Durch die chronischen Knöchelprobleme von Volume-Scorer Dion Waiters nimmt neben Richardson auch Wayne Ellington eine größere Rolle ein. Der Shooting Guard läuft zurzeit regelmäßig heiß von Downtown: In den letzten zehn Spielen nahm er durchschnittlich 9,1 Würfe von draußen, bei einer Quote von 39,6 Prozent.

Gegen die Knicks sorgte er mit 16 eigenen Dreierversuchen (Franchise-Rekord) dafür, dass die Heat mit 42 Triples eine neue Franchise-Bestmarke aufstellten. Das ist ungewöhnlich für Miamis Spielstil. "Was ist nur aus dieser Organisation geworden?", grübelte Spoelstra deshalb anschließend mit einem Schmunzeln. "Ich denke, ich werde hoch zu Pat Riley gehen müssen und dann besprechen wir, dass der Ball mehr in den Post gehen soll." Man hat es am South Beach halt immer noch am liebsten Old School.

Ellington hingegen sollte nicht aufs Shooting beschränkt werden. Er arbeitet am Brett und hilft dort den Bigs in den Rebound-Duellen, er kämpft in der Defense, ist sich für kein Hustle-Play zu schade. "Ich mag zwar als Shooter bekannt sein, aber ich bin ein Basketball-Spieler. Es gehört zur Heat-Identität, im Zweifelsfall etwas 'dirty' zu spielen", sagt er über sich selbst.

Jüngst gegen die Raptors lieferte er direkt den Beweis, dass er nicht nur werfen kann: Den spannenden Contest entschied er höchstpersönlich per Driving-Layup. Damit überraschte er alle, sogar seinen Coach: "Das war wahrscheinlich das Letzte, was irgendjemand von ihm erwartet hat", staunte Spoelstra.

Miami Heat: James Johnson und Kelly Olynyk verdrängen Hassan Whiteside

Jemand, der noch nicht vom positiven Trend in Miami profitiert, ist Center Hassan Whiteside. Seit er sich von seiner Knieverletzung erholt hat und zurück in der Starting Five ist, legt er in 22,1 Minuten 11,5 Punkte und 8,3 Rebounds auf. Als Bestverdiener und vermeintlicher Star des Teams haut das niemanden um. Und: Zuletzt musste er in der heißen Phase des Spiels immer wieder zuschauen, weil Spoelstra auf ein kleines Lineup setzt.

In diesem bilden gerne James Johnson und Kelly Olynyk den gemeinsamen Frontcourt. Warum? "Mit Johnson und Olynyk auf dem Feld sind wir noch vielseitiger als ohnehin schon. Mit ihnen hat man zwei Bigs, die den Ball dribbeln können, die werfen können und die in den Post gehen können. Das stellt jeden Gegner vor Herausforderungen", erklärte der Coach seine Entscheidung.

Auch Europameister Goran Dragic mag die kleine Variante, die mehr Spacing bringt. Dem Drachen gefällt, dass die Zone dadurch nicht so verstopft ist und er mehr Platz hat, um seine Drives anzuziehen und abzuschließen.

Whiteside hat (noch) Verständnis für sein eigenes Dilemma: "Wir sind fünfter im Osten [inzwischen sogar vierter, d. Red.]. Es sieht gut aus. Also machen wir nicht so viel falsch. Der Coach versucht, variable Lineups aufs Parkett zu bringen."

Miami Heat Basketball = clutch

Der Erfolg gibt Spoelstra ohnehin Recht, schließlich haben sich seine Heat zu einem der besten Teams der Liga gemausert, wenn es darum geht, enge Spiele zu entscheiden.

Per Definition ist ein Spiel dann "clutch", wenn es sich in den letzten fünf Minuten befindet und die Punktedifferenz der beiden Teams nicht mehr als 5 beträgt. Trifft dies zu, weisen die Heat eine Bilanz von 17-7 auf. Das entspricht einer Siegquote von 70,8 Prozent, womit sie ligaweit auf Rang vier landen, hinter den Titelanwärtern Boston, Golden State und San Antonio. In absoluten Zahlen haben nur die Celtics mehr "clutch"-Siege eingefahren als Miami (20 gegenüber 17).

Es ist ungewöhnlich, dass ein Team ohne klassischen Star oder Closer in der Crunchtime so stark spielt. Doch die lockere Hierarchie im Team - Topscorer ist Dragic mit "nur" 16,9 Punkten, gleich acht Spieler punkten im Schnitt zweistellig - sorgt dafür, dass jeder Akteur die Erlaubnis und das Selbstvertrauen hat, Verantwortung zu übernehmen. Ein paar Beispiele: Richardson trifft in den als clutch definierten Momenten 57 Prozent aus dem Feld und 58 Prozent von Downtown. Waiters' Quoten liegen jenseits der 50-Prozent-Marke, Ellington trifft ebenfalls die Hälfte seiner Würfe.

"Wir haben ganz viele Closer"

Dadurch kann sich kaum ein Gegner darauf einstellen, was die Heat bei einem potentiell spielentscheidenden Play im Schilde führen. Während es in der NBA größtenteils Standard ist, am Ende des Spiels die Stars zu isolieren und sie einfach mal machen zu lassen, überlegt sich Spoelstra besonders nach Auszeiten variable Plays und setzt auf Passspiel. Das belegt ein weiterer Statistik-Auszug: 51,5 Prozent der Field Goals in der Clutch-Zeit geht bei den Heat ein Assist voraus. Zum Vergleich: Bei den Thunder, die ebenfalls schon 22 Clutch-Spiele in den Büchern haben (Bilanz: 10-12), sind es 32,9 Prozent.

Spoelstras Ruf, aus jungen Spielern das Maximum herauszukitzeln und Anführer auf Abruf aus ihnen zu machen, trägt in der laufenden Saison mehr Früchte als je zuvor. Oder um es mit den Worten von James Johnson zu sagen: "Ihr seid auf den Kopf gefallen, wenn ihr denkt, wir hätten keinen Closer. Das Gegenteil ist der Fall: Wir haben ganz viele davon!"

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