NBA

Triangle-Offense zu den Christmas Games: "Embiid ist das wahre Einhorn"

Von Ole Frerks und
Thorben Rybarczik

Vor den Christmas Games (Warriors vs. Cavaliers im LIVESTREAM FOR FREE) gibt es einiges zu besprechen. Können die Rockets den Warriors gefährlich werden? Ist das Projekt in OKC bereits gescheitert? Ist Joel Embiid bereits der beste Big Man der Liga - und wie schlägt sich Maxi Kleber in Dallas? Zwei SPOX-Redakteure diskutieren mit basketball.de-Chefredakteur Manuel Baraniak und DAZN-Kommentator Alex Schlüter.

Die Houston Rockets sind ein ernstzunehmender Gegner für die Golden State Warriors

Alex Schlüter: Nein, das sind sie nicht. Ja, sie spielen bislang sehr erfolgreichen Basketball. Ja, seit Chris Paul zurück ist, spielen sie sogar noch erfolgreicheren Basketball. Aber: So wirklich viele gute Mannschaften hat Houston in dieser Saison noch gar nicht geschlagen. Die Spurs waren zuletzt eine Ausnahme - das war beeindruckend, das gebe ich zu - trotzdem habe ich sie in den Playoffs nicht nur klar hinter den Warriors, sondern selbst hinter San Antonio. Versteht mich nicht falsch, in Houston ist etwas Großartiges entstanden in den letzten Jahren, das mit Paul jetzt noch einmal stark ergänzt wurde. Trotzdem sind die Rockets für mich weiterhin ein Regular-Season-Team, das die Gegner mit ihrer fluiden Offense überrollt, in den langsameren, taktisch geprägteren Playoffs aber doch irgendwann an seine Grenzen stößt.

Manuel Baraniak: Ich bin da optimistischer als du, Alex. Der Fokus richtet sich zwar vor allem auf James Harden und Paul, aber was die Rockets abgesehen davon auch auszeichnet, ist in dieser Saison die Defense. Gerade P.J. Tucker und Luc Mbah a Moute sind da richtig wichtige Additionen gewesen und sie erlauben es den Rockets, sozusagen ein eigenes Death Lineup aufzustellen, also eine sehr kleine und trotzdem defensivstarke Aufstellung, bei der eigentlich jeder alles switchen kann. Das könnte ein Ansatz sein, wie die Rockets tatsächlich mit Golden State mithalten könnten. Natürlich muss sich aber erst zeigen, ob sie so dominant auch in den Playoffs auftreten können - Teams unter Mike D'Antoni waren ja generell oft in erster Linie Regular-Season-Teams. Bei Paul kann man das ebenfalls sagen. Es könnte schon sein, dass die Rockets ihren Höhepunkt schon während der Saison haben, was bei den Warriors mit Sicherheit nicht der Fall sein wird. Aber warten wir es mal ab - dieser Kader ist auf jeden Fall so zusammengestellt, dass er den Warriors wirklich gefährlich werden könnte.

Russell Westbrook, Maxi Kleber und James Harden

Thorben Rybarczik: Mal unabhängig davon, ob sie die Warriors in dieser Saison schlagen können oder nicht: Ich finde es, wie Alex schon sagt, toll, was die Rockets sich aufgebaut haben. Es gibt diese eine klare Strategie mit Morey-Ball und daran wird seit Jahren festgehalten. Anfangs wurde der GM dafür ja noch belächelt, aber das ist vorbei. Sie ziehen ihr Ding durch und machen auch keinen Hehl daraus, was ihr Ziel ist: Die Championship. Davon sind sie "besessen", wie Morey sagt, alles andere wäre eine Enttäuschung. Das finde ich erfrischend, dass man so ehrlich damit umgeht. Und man tut alles, um das Maximum aus der Prime von Harden herauszupressen, mit vollem Risiko. Ob es dieses Jahr reicht? Vermutlich nicht. Aber ich halte die Herangehensweise der Rockets für die Richtige, um den Dubs beizukommen. Das Spiel des Champions "umzukehren" und klassisch langsam und groß zu spielen, wird nicht funktionieren.

Ole Frerks: Ich finde das immer ein bisschen lustig - man redet aktuell so viel über den krassen Start der Rockets, ich ja selbst auch. Aber dann blickt man auf die Tabelle und sieht, dass die Dubs fast exakt dieselbe Bilanz aufweisen, ohne dass sie auch nur ansatzweise ihren besten Basketball zeigen. Das hat mittlerweile schon LeBron-Niveau: Für die Dubs gelten einfach andere Standards als für alle anderen. Und trotzdem könnte Houston ihnen gefährlicher werden, als ich das vorher angenommen hatte. Du hast die neue Defensivstärke schon angesprochen, Manuel, aber folgender Faktor spielt auch eine Rolle: Dadurch, dass die Rockets über 43 (!) Dreier pro Spiel nehmen, manipulieren sie gewissermaßen die Mathematik. Jeder weiß, dass man in Sachen Talent kein Team aufstellen kann, das besser ist als Golden State. Aber wenn man starke Schützen zusammenlegt und sie ballern lässt, nimmt der "Zufall" eine größere Rolle ein. Und wenn dann Houston seine 23, 24 Dreier trifft, spielt es vielleicht nicht mehr die übergeordnete Rolle, dass die Dubs mehr All-Stars oder Hall-of-Famer haben. Natürlich ist man dann trotzdem noch der Außenseiter - aber wenn man den Dubs irgendwie beikommen will, muss man eben kreativ werden. Die Rockets spielen Warriors-Ball auf Speed. Und sie haben dafür natürlich auch das perfekte Personal, zumindest dann, wenn sie Harden diesmal für die Playoffs einigermaßen frisch halten können.

Manuel Baraniak: Das stimmt. Grundsätzlich ist ja die Frage der heutigen Zeit, ob man versucht, die Dubs mit ihren eigenen Waffen zu schlagen, also auch klein spielt, oder sie mit Big Ball herausfordert - so wie es OKC 2016 tat, bevor Kevin Durant diese Rivalität im Alleingang beendet hat. Houston hat sich für die kleine Variante entschieden und in diesem Jahr haben sie vielleicht auch die beste Chance. Die Frage ist aber, ob man so wirklich vier von sieben Spielen gewinnen kann.

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Seite 4: Maxi Kleber wird in Dallas über Jahre Leistungsteäger

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