NBA: Die Reform des All Star Game und die Folgen

Wählt LeBron nun Kyrie in sein Team?

Von Robert Arndt

Mittwoch, 04.10.2017 | 14:00 Uhr
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Nach der Draft-Lottery-Reform bekommt auch das All Star Game einen neuen Anstrich. Die Paarung West gegen Ost ist somit Geschichte. Die Liga zeigt damit weiter den Willen, alte Strukturen aufzubrechen - auch wenn nicht alle Probleme adressiert wurden.

Jahr für Jahr wurde die Kritik lauter. Zu wenig Defense, zu viel Geballer, zu viel Show. Das All Star Game sei nur noch Entertainment und nicht mehr eines der Höhepunkte des Jahres im vollgepackten Kalender der Liga. Obendrauf wurde das Gefälle zwischen der Western und der Eastern Conference immer größer, die Spiele einseitiger. Sechs der letzten sieben Auflagen gewann der Westen. Durch die Trades von Jimmy Butler, Carmelo Anthony oder Paul George verstärkt sich dieser Effekt noch einmal.

Das ist auch der Association nicht verborgen geblieben und so hat sie zumindest ein wenig darauf reagiert. Ost gegen West ist nun Geschichte. Stattdessen wählen künftig die beiden Kapitäne, also die Spieler mit den meisten Stimmen aus den beiden Conferences, die Teams. Das klingt zumindest einmal sympathisch und hat etwas von einem kleinen Pick-Up-Game auf dem Freiplatz.

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LeBron James und Kyrie Irving könnten beim All Star Game wieder zusammen spielen

All Star Game nicht mehr die größte Bühne

So wird 2018 in Los Angeles zumindest die Chance auf ein enges und spektakuläres Spiel bestehen. Einige Aspekte lassen sich aber mit dieser Neustrukturierung auch so nicht lösen. Wollen die Stars nun mehr Defense spielen? Das darf bezweifelt werden, ist aber auch verständlich.

Früher, in Zeiten ohne League Pass, war das ASG neben den Playoffs die große Bühne. Das ganze Land schaute zu und die Bekanntheit konnte gesteigert werden. Heutzutage ist auch Giannis Antetokounmpo ein Mega-Star, obwohl er "nur" für die Milwaukee Bucks spielt. Gleiches gilt für MVP Russell Westbrook, der in Oklahoma City in einem kleinen Markt spielt. Dies hielt ihn nicht davon ab, den größten Sponsorenvertrag mit Jordan Brand abzuschließen, welchen die Firma seit Michael Jordan ausgehändigt hatte.

Kurzum: Die Spieler haben wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren. Absolut niemand möchte sich in diesem Spiel verletzen. Die 82 kräftezehrenden Saisonspiele tun da ihr übriges. Es gibt schlicht zu wenig Anreize, dass die Superstars 100 Prozent geben. Auch Geld ist da kein Faktor bei den Mega-Verträgen, welche die besten Spieler in den vergangenen Jahren ausgehändigt bekommen haben.

Pickt LeBron Kyrie Irving?

Dennoch sind die Neuerungen zumindest erfrischend. Es ist davon auszugehen, dass Stephen Curry (Westen) und LeBron James (Osten) wieder die meisten Stimmen der Fans bekommen werden. Wird es LeBron also vermeiden, Kyrie Irving zu picken? Wie groß wäre das Geschrei, wenn er nicht rechtzeitig Kevin Love in sein Team holt? Würde Curry Westbrook auswählen?

Das sind zumindest kleinere Gedankenspiele, die durchaus spannend und auch interessant sind, am Voting selbst hat sich jedoch nichts verändert. Die Macht der Fans wurde bereits im vergangenen Jahr auf 50 Prozent Gewichtung beschränkt. Das bleibt gleich, also auch, dass je zwölf Spieler aus Ost und West ausgewählt werden. Zunächst die fünf Starter, dann nominieren die Coaches die anderen sieben Spieler.

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Osten stellt weiter zwölf All Stars

Hier wurde jedoch eine mögliche Chance vertan. Durch diese Unterscheidung werden weiter nicht die 24 besten Spieler der Liga auflaufen. Im Osten tummeln sich zwar auch jede Menge junge, talentierte Spieler, die Creme de la Creme spielt jedoch in großen Teilen ein bis zwei Zeitzonen weiter westlich.

Als anschauliches Beispiel können die All-NBA-Teams dienen. Dort standen mit LeBron, dem Greek Freak und Isaiah Thomas nur drei Spieler im First- oder Second-All-NBA-Team. Das bedeutet also, dass die Qualität der Spieler gleich bleibt, das Talent durch das Aufbrechen von West und Ost nur anders verteilt wird.

Entertainment bleibt im Vordergrund

Letztlich verhält es sich wie mit der Draft-Reform. Die Liga startet einen vorsichtigen Versuch der Veränderung und wird genau analysieren, wie das neue Format angenommen wird. Zunächst wird mit der Tradition des Conference-Duells gebrochen. Es ist also gut möglich, dass es in der Zukunft eine offene Wahl von 24 Spielern geben wird.

Denn eines sollte auch nicht außer Acht gelassen werden. Spieler haben Klauseln in ihren Verträgen, der ihnen Boni garantiert, wenn sie All Star werden. Es wäre also nur ungerecht, wenn ein Klay Thompson, Jimmy Butler oder Mike Conley nicht nominiert wird, weil sie in der falschen Conference spielen.

Man kann es also kritisieren, dass die Liga keine drastischeren Maßnahmen getätigt hat, muss aber aber auch den Hintergrund verstehen. Das All Star Game ist eben eine große Show und kein Spiel, wo auf Biegen und Brechen um den Sieg gespielt wird. Die Liga will Fans dazu gewinnen, das funktioniert mit spektakulärer Offense, zahlreichen Alley Oops und No-Look-Pässen besser als mit kompromissloser Defense und einem 94:83 als Endergebnis.

Dem Schrei nach Veränderung sind die Verantwortlichen nachgekommen und beweisen damit, dass die NBA stets auf der Suche nach Verbesserungen ist. Inwieweit das neue All Star Game eine solche ist, wird die Zukunft zeigen.

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