"Kommt drauf an, was das Team will"

Von Martin Klotz

Freitag, 28.04.2017 | 13:15 Uhr
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Isaiah Hartenstein hat sich zum NBA-Draft angemeldet und darf sich durchaus Chancen ausrechnen, in der ersten Runde gezogen zu werden. Im Interview spricht das größte deutsche Basketball-Talent über den wichtigsten Sommer seiner Karriere, die Erfahrungen beim legendären Nike Hoop Summit und erklärt seinen Abschied aus Deutschland.

SPOX: Isaiah, Sie haben sich zum Draft angemeldet, vor Ihnen liegt demnach der wichtigste Sommer Ihres Lebens. Ín den Mock-Drafts werden Sie teilweise in den Top 20 gehandelt. Was bedeutet das für Sie?

Isaiah Harstenstein: Ich versuche wirklich, mich da nicht besonders drauf zu konzentrieren. Natürlich ist es schön zu hören, wenn mir das jemand sagt, aber erstmal habe ich andere Ziele mit Zalgiris Kaunas. Ich will wie jedes Jahr erst einmal die Saison in Litauen fokussiert zu Ende spielen und weiter an mir arbeiten. Das Wichtigste ist für mich, dass wir die Meisterschaft mit Kaunas holen. Im Sommer wird sich alles ergeben.

SPOX: Die NBA entdeckt immer mehr die Vorzüge europäischer Big Men wie Kristaps Porzingis, Nikola Jokic oder Jusuf Nurkic. Stimmt Sie die Entwicklung positiv, dass es auch für Sie mit dem großen Traum klappen könnte?

Hartenstein: Die Jungs haben das erreicht, was ich auch erreichen möchte. Und wenn ich weiterhin an mir arbeite, könnte das vielleicht auch für mich etwas werden. Sie haben den Vorteil, dass sie sehr vielseitig sind und ich versuche, mein Spiel genauso aufzubauen. Jokic zum Beispiel kann richtig gut passen, Porzingis kann von außen werfen. Ich versuche, beides in meinem Spiel zu kombinieren.

SPOX: Auf den wichtigsten Internetseiten zu Draft-Prospects liest man über Sie, dass Sie Schwierigkeiten hätten, Ihr Temperament auf dem Court zu zügeln und sich zu sehr von Emotionen leiten lassen. Ist da was dran?

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Hartenstein: Meiner Meinung nach nicht. Ich würde eher sagen, das wird falsch über mich verbreitet und es wurde bisher noch nicht richtiggestellt. Es gab bei der U18-EM ein paar Situationen, bei denen ich etwas zu emotional war - ich weiß aber auch, dass es falsch war. Wir wollten eine Medaille gewinnen, daher war es natürlich etwas intensiver. In Kaunas gab es in der gesamten Saison noch nicht einmal so eine Situation, auch mein Coach hat noch nie etwas in der Richtung zu mir gesagt.

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Isaiah Hartenstein steht in der laufenden Saison in Litauen unter Vertrag

SPOX: Im Sommer steht für Sie auch noch die U20-EM an - oder eventuell auch die EuroBasket. Sehen wir Sie vielleicht schon dieses Jahr in der A-Nationalmannschaft?

Hartenstein: Das ist ja leider nicht meine Entscheidung. (lacht) Langfristig möchte ich mich natürlich auf dem Level etablieren. Wir haben sehr viele Talente, die gerade hochkommen und die Nationalmannschaft wird von Jahr zu Jahr besser. Aber klar, es wäre schön, wenn der Coach mich berücksichtigt.

SPOX: Das klingt ja so, als könnten Sie Ihren Sommer noch überhaupt nicht planen...

Hartenstein: Ja, vieles wird sich erst noch ergeben. Wenn mit dem NBA Draft alles gut läuft und nach der Saison klar ist, wo ich hingehe, dann wird es mit der Nationalmannschaft dieses Jahr vermutlich schwer. Es kommt darauf an, was das Team will, das mich draftet. Aber das muss man sehen, wenn die Saison vorbei ist.

SPOX: Vor drei Wochen waren Sie zum Nike Hoop Summit in den USA, einem der wichtigsten Camps für NBA-Prospects. Was haben Sie dort erlebt?

Hartenstein: Dass ich bei so einem Camp dabei sein konnte, war natürlich eine Ehre. Auch, dass ich dort gemeinsam mit Kostja Mushidi Deutschland repräsentieren durfte. Wir haben viel trainiert, darauf lag der Fokus, und ich habe viel gelernt. Unser Coach Roy Rana hat mich auch immer mal zur Seite genommen und mir Dinge erklärt. Es waren natürlich eine Menge Eindrücke und es war auch ein straffer Zeitplan. Aber ich habe viel Spaß gehabt. Auch, wenn ich danach ein paar Tage mit dem Jetlag zu kämpfen hatte. (lacht)

SPOX: Waren Sie aufgrund der Bedeutung der Woche für Ihre Zukunft nervös?

Hartenstein: Besonders nervös war ich nicht, denn ich kenne das ja schon von anderen Camps. Das Jordan Brand Classic war im Grunde ähnlich, aber da ich in Eugene, Oregon keine 100 Kilometer von Portland entfernt aufgewachsen bin, war das Hoop Summit für mich dann doch nochmal etwas Besonderes.

SPOX: Also eine Art Heimspiel?

Hartenstein: Kann man so sagen, ja. Ein großer Teil meiner Familie war da und wenn ich eine gute Aktion hatte, habe ich meinen Vater und meine Mutter auch immer jubeln gehört - trotz der vielen Zuschauer.

SPOX: Wie zufrieden sind Sie mit den Leistungen, die Sie im Training und im abschließenden Spiel (10 Punkte, 4 Rebounds, 2 Assists, 2 Blocks) gezeigt haben?

Hartenstein: Ich bin definitiv zufrieden. Ich hatte eine gute Trainingswoche, da war ich einer von den Besten. Und das Spiel war auch ok. Ich habe ein paar Freiwürfe nicht getroffen, aber allgemein war es ein solides Spiel für die Minuten, die ich auf dem Feld stand. Klar, ich hätte besser sein können, aber das Spiel war im Endeffekt gar nicht so wichtig. Viel wichtiger war das Training, das haben mir auch die anwesenden NBA-Scouts erklärt. Ich habe mit einigen von ihnen gesprochen und sie haben mir gesagt, dass sie viel Potenzial bei mir sehen. Das hat mich natürlich gefreut.

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SPOX: Mussten Sie Kostja anschließend einen ausgeben, weil er im Spiel gegen das Team USA mit 14 Punkten Topscorer des Team World geworden ist?

Hartenstein: Nein, da gab es keine Wette zwischen uns. Und eigentlich wäre ich Topscorer gewesen, hätte ich meine Freiwürfe getroffen. (lacht) Aber er hat auch ein gutes Spiel gemacht.

SPOX: Nicht wenige Beobachter sehen in Ihnen das größte deutsche Talent seit Dirk Nowitzki, der vor 19 Jahren gedraftet wurde und mit dem Hoop Summit seine Karriere so richtig ankurbelte. Was denken Sie, wenn Sie so einen Vergleich hören?

Hartenstein: Ich versuche, mich allgemein nicht sehr mit solchen Gedankenspielen der Medien auseinanderzusetzen. Das würde mich nur ablenken. Ich versuche, jeden Tag in die Halle zu gehen und hart zu arbeiten. Und am Ende wird mein Spiel für sich selbst sprechen. Aber natürlich ist es eine Ehre, überhaupt mit Dirk Nowitzki in einem Satz genannt zu werden. Was er erreicht hat, haben ganz wenige Basketballer auf der ganzen Welt geschafft.

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