Dirk Nowitzki im Interview

"Die eine war zu groß, die andere zu klein"

Von Martin Klotz

Montag, 03.04.2017 | 08:00 Uhr
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Dirk Nowitzki spielt mit 38 Jahren noch immer auf hohem Niveau und stand bis zuletzt mit den Dallas Mavericks im Kampf um die Playoffs in der NBA. SPOX traf den zukünftigen Hall-of-Famer in den USA zum Interview über seine Saison, die Zukunft des Teams, Punkt Nummer 30.000, kenianische Hochzeitsrituale und Kindererziehung.

SPOX: Dirk, als erstes soll ich Ihnen einen schönen Gruß von Zaza Pachulia ausrichten, den ich kürzlich in New York zum Interview getroffen habe. "Big Burger" sind die Worte, die er mir für Sie mitgegeben hat. Was hat es damit auf sich?

Dirk Nowitzki (lacht): Damit haben wir schon in meiner ersten Saison angefangen. Wir hatten damals einen Typ, Gary Trent, der hat das immer gesagt, wenn jemand auf dem Spielfeld vernascht wurde, weil er zu soft oder zu schwach war. Das habe ich übernommen und seit 19 Jahren ist jeder ein Burger, auch Zaza.

SPOX: In all den Jahren hatten Sie so viele Teamkollegen - und egal, wen man fragt, man hört nur Lob. Wie ist das möglich, dass Sie zu all den Spielern solche Beziehungen aufbauen konnten?

Nowitzki: Ich habe einfach immer versucht, ein Teil der Mannschaft zu sein. Das hat sicherlich seinen Teil dazu beigetragen. Ich habe nie versucht, mich herauszuheben. Ich wollte nichts Spezielles sein. Was das Team gemacht hat, habe ich auch gemacht. Und ich habe immer versucht, mich einzufügen. Alle, die neu zu uns kamen, habe ich willkommen geheißen und ich wollte, dass sie sich wohlfühlen. Das war immer mein Ansatz.

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Dirk Nowitzki sprach mit SPOX über die Saison

SPOX: Bis zuletzt war die Hoffnung auf die Playoffs da, nun ist der Kampf um Platz acht im Westen verloren. Wie fällt Ihr Saisonfazit aus?

Nowitzki: Wenn man eine Saison mit drei Siegen aus 18 Spielen beginnt, dann hat man einen ganz schönen Berg vor sich, den man erklimmen muss. In den letzten paar Wochen haben wir gut gespielt und gut gekämpft. Erst dadurch waren wir in der Position, dass wir überhaupt so lange an die Playoffs denken konnten. Nach dem Start war das äußerst unwahrscheinlich und daher bin ich stolz auf die Jungs, wie sie sich reingehängt und gebissen haben. Wir waren das ganze Jahr kaum gesund und hatten selten unseren gesamten Kader zur Verfügung. Immer war jemand verletzt oder angeschlagen. Das war das große Problem und das ist wirklich schade.

SPOX: Sie haben in dieser Saison mehr als in den letzten Jahren auf der Fünf gespielt. Wie schwer ist es für Sie, mit 38 Jahren im Post noch defensiv dagegenzuhalten?

Nowitzki: Wenn ich größere Center verteidigen muss, dann ist es normal, dass sie versuchen, mich in der Defensive zu attackieren und bloßzustellen. Das ist ja seit Jahren so. Viele Jungs wie zuletzt Jonas Valanciunas oder Marcin Gortat hatten gute Spiele gegen uns. Ich versuche einfach zu kämpfen. Kampf und ein bisschen Erfahrung. Das ist alles, was ich in die Waagschale werfen kann. Offensiv haben wir in dem Matchup aber auch Vorteile, insofern ist es in Ordnung für uns.

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SPOX: Gegen Gortat haben Sie aber immerhin einen wichtigen Block zum Comeback-Sieg in Washington geliefert...

Nowitzki: Das war nur Glück. Ich hatte meine Augen geschlossen und weiß nicht einmal, was genau passiert ist. (lacht)

SPOX: Mit Nerlens Noel haben die Mavs nun einen neuen Center geholt. Wie schätzen Sie die Verpflichtung ein?

Nowitzki: Mit Nerlens werden wir noch viel Spaß haben. Es sieht bei ihm alles so einfach aus. Das schnelle Abrollen zum Korb, die Abschlüsse über Ringniveau. Seine Energie und seine Athletik helfen uns wirklich weiter. Das hat uns gefehlt. Ich glaube, er kann ein wichtiger Teil unserer Zukunft werden. Der Junge hat noch viel unausgeschöpftes Potenzial.

SPOX: Bei Ihrem 30.000-Punkte-Spiel gegen die Lakers Mitte März hätten Sie die 20 fehlenden Punkte fast schon im ersten Viertel erzielt, wenn Devin Harris nicht den letzten Wurf genommen hätte. Musste er sich anschließend etwas von Ihnen anhören?

Dirk Nowitzki - Die Karriere in Bildern

Nowitzki (lacht): Nein, das war völlig in Ordnung. Ich habe den Jungs vorher ja auch gesagt, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Es ging ja nicht nur um mich. Wir waren zu dem Zeitpunkt noch im Rennen um die Playoffs und brauchten den Sieg. Klar, die Jungs haben viel über mich gespielt, aber sie sollten schon die Möglichkeiten nutzen, wenn sie Freiräume hatten. Und Devin war komplett offen. Also alles gut, es gab keinen Spruch von mir.

Die Internet-Reaktionen zum 30.000-Punkte-Meilenstein von Dirk

SPOX: Sie wirkten in den letzten Wochen merklich frischer. Hat Ihnen der Meilenstein noch einmal zusätzliche Energie gegeben?

Nowitzki: Ich würde es eher der Gesundheit zuschreiben. Ich habe ja die ersten zwei Monate ausgesetzt und muss sagen, es war eine schwere Zeit für mich. Dadurch habe ich am Anfang fast überhaupt nicht gespielt und hatte keinen guten Rhythmus. Erst ab Januar konnte ich richtig eingreifen und es war schwer, meine Beine wieder fit zu bekommen. Aber seit Februar fühle ich mich wieder gut und versuche, das Beste draus zu machen. Ich glaube, mit 38 Jahren kann man auch mal etwas abgeben. Die wichtigen Systeme laufen wir jetzt für Harrison [Barnes, d. Red].

SPOX: Am Elbow und bei Mismatches im Post erkennt man bei seinem Spiel schon jetzt Parallelen zu Ihnen. Haben Sie sich seiner als Mentor angenommen?

Nowitzki: Wir trainieren viel zusammen und es stimmt schon: Er nimmt jetzt die Würfe, die ich früher genommen habe. Sein Mitteldistanzwurf zum Beispiel ist bärenstark, er kann die Mismatches gut ausnutzen und spielt effizient gegen Kleinere. Er arbeitet sehr hart und auch außerhalb des Platzes ist er ein super umgänglicher Typ, ein Mannschaftstyp. Auf Auswärtsfahrten ist er es oft, der das Team abends zusammenholt. Und er spielt eine Riesensaison für uns. Da haben wir wirklich einen Glücksgriff gelandet. Er ist unser 20-Punkte-Scorer, unser Go-to-Guy, und hat sich unglaublich entwickelt in den ersten paar Monaten. Ich bin sehr stolz auf ihn.

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