Jusuf Nurkic bei den Portland Trail Blazers

Das Biest ist los

Von Ole Frerks

Dienstag, 14.03.2017 | 13:30 Uhr
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Nahezu geschenkt ist Jusuf Nurkic den Portland Trail Blazers in die Hände gefallen. In Portland blüht das Bosnian Beast auf - aus offenkundigen Gründen. Seine Verpflichtung könnte den Playoff-Kampf im Westen entscheidend prägen.

Zwei Minuten sind gespielt zwischen den Blazers und Sixers, als Nik Stauskas zum Korb zieht. Sein Korbleger hat keine Chance - von der Seite kommt ein Biest herangerauscht. Als die Kamera näher an Jusuf Nurkic heranzoomt, ist leicht erkennbar, dass dieser bereits vollkommen schweißgebadet ist. Ein bekanntes Bild: Der Center ist nicht gerade als Fitness-Papst verschrien.

Typisch ist sonst jedoch nichts, was an diesem Abend passiert. Nurkic ist überall auf dem Court zu finden und hat so gar nichts gemein mit dem Spieler, der in Denver gelangweilt auf der Bank saß und häufig vor allem durch Fouls und laut herumgebrüllte bosnische Schimpfwörter auffiel.

Er beendet die Partie nach Verlängerung mit 28 Punkten, 20 Rebounds, 8 Assists und 6 Blocks - einer völlig absurden Statline. Wie absurd? Die letzten beiden Spieler, denen selbiges gelang, hießen Shaquille O'Neal und Charles Barkley. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass jetzt jeder im Nurk-Fieber ist", grinste der Big Man nach dem mit Abstand besten Spiel seiner Karriere.

Abhängig von Big Nurk

In Portland scheint dies in der Tat der Fall zu sein. Die Blazers dümpelten lange vor sich hin und drohten sich langsam aus dem Playoff-Rennen zu verabschieden, bevor Nurkic geholt wurde - mit ihm weisen sie eine 6-4-Bilanz auf, die Playoffs sind absolut wieder in Reichweite.

getty
Macht Jusuf Nurkic (M.) das Star-Duo der Blazers zum Dreigestirn?

Das Team, das zuvor offensiv quasi nur aus den Backcourt-Stars Damian Lillard und C.J. McCollum bestand, hat endlich etwas Gleichgewicht und einen weiteren Scorer hinzugewonnen. Und auch wenn Nurkic kein toller Verteidiger ist, stellt er auch hier ein riesiges Upgrade dar. Tatsächlich sind die Blazers seit seiner Ankunft zahlenmäßig nahezu von ihm abhängig.

Wenn Big Nurk auf dem Court steht, erzielt Portland auf 100 Ballbesitze 7,4 Punkte mehr als der Gegner, ohne ihn wird mit 8,8 Punkten "verloren" - bei keinem Blazer ist die Diskrepanz größer. Gewissermaßen hat Nurkic ihre Saison gerettet: Nicht nur im Hinblick auf die Playoff-Plätze, sondern auch auf die Zukunft.

Beeindruckendes Stats-Paket

Mit 22 Jahren steht der Drittjahresprofi noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung. Seine Statistiken in Portland sind bereits beeindruckend: 15,1 Punkte, 9,5 Rebounds, 4 (!) Assists, 2,1 Blocks und 1,4 Steals pro Spiel gelangen ihm über die letzten zehn Spiele, Werte eines All-Star-Kandidaten. Trotzdem hat er freilich noch sehr viel zu lernen.

Das wohl größte Problem sind die Fouls - selbst DeMarcus Cousins (3,8) würde über die 4,2 Fouls lachen, die Nurkic in Portland pro Spiel begeht, obwohl er bloß 30 Minuten auf dem Court steht. Viel zu häufig langt er einfach nur planlos nach seinem Gegner, statt saubere Defense zu spielen. Das hält ihn, gepaart mit der weiter nicht idealen Fitness, von mehr Spielzeit ab.

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Zudem ist er äußerst Turnover-anfällig. 3,3 Ballverluste leistet sich Nurkic bisher in Portland pro Spiel. "Er ist 22 Jahre alt", sagte Coach Terry Stotts kürzlich. "Sein Spiel ist noch nicht ausdefiniert." Damit wird Stotts jedoch gut leben können - ebenso wie GM Kevin Pritchard. Schließlich haben sie für Nurkic fast überhaupt nichts bezahlen müssen.

Ein Raub von einem Trade

Im Gegenteil. Die Nuggets wollten Nurkic unbedingt loswerden, da er sich mit der Rolle hinter Nikola Jokic nicht abfinden wollte und beide nicht wirklich zusammenspielen konnten. Also taten sie Portland gleich mehrere Gefallen: Sie nahmen ihnen Mason Plumlee ab, der nach dieser Saison auf einen Zahltag hofft, sie gaben ihnen den deutlich talentierteren Nurkic - und dazu auch noch einen Firstroundpick im kommenden Draft. Viel einseitiger läuft so ein Trade selten ab.

Es war schon zum Zeitpunkt des Trades überraschend, dass Denver so wenig für ihn forderte beziehungsweise sogar noch dafür "draufzahlte", ihn loszuwerden. Doch selbst die kühnsten Optimisten hätten wohl nicht erwartet, dass er in Portland dermaßen einschlägt.

Nurkic hatte in seiner Rookie-Saison 2014/15 zwar sein Talent angedeutet - nach einem verletzungsgeplagten Sophomore-Jahr hatte er danach aber eher stagniert.

"Ich habe noch Geld für Uber"

Insofern ist auch noch Skepsis angebracht. Hat er einfach nur Vertrauen gebraucht und zeigt jetzt, was in ihm steckt, oder sind die letzten Spiele nur ein paar Ausreißer nach oben wie einst Linsanity? Bisher präsentiert er sich zumindest mit einer Einstellung, die man vorher nie von ihm kannte.

Als ihn Stotts beispielsweise nach einem Shootaround warnte, dass er den Bus verpassen würde, wenn er noch weiter trainiert, sagte er nur: "Ich habe noch Geld für Uber. Ich liebe das Gym, Coach."

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Und auch Stotts zeigte sich bisher sehr zufrieden: "Es steht außer Frage, dass er einen großen Einfluss auf uns hat", erklärte der Coach. "Ich glaube, dass er gut zu den anderen passt und dass seine Energie uns angesteckt hat. Sein Stil ist natürlich ein ganz anderer als der von Mason. Es macht einen riesigen Unterschied, wie er sich offensiv und defensiv bei uns integriert hat."

Endlich wieder Spaß

Lillard schwärmte ebenfalls bereits davon, dass Nurkic das Spiel für ihn mit seinen Pass- und Scorerfähigkeiten "viel, viel einfacher" mache - und die Fans haben das Bosnian Beast ohnehin längst ins Herz geschlossen. "Nurk-Fieber? Warum nicht?", sagte sogar Stotts vor kurzem.

Das Fieber herrscht derweil nicht nur in Portland, sondern auch in seiner Heimat. "Niemand schläft mehr. Sie wollen alle anrufen!", sagte Nurkic, nachdem er unmittelbar nach dem Monster-Spiel gegen Philadelphia mit seiner Freundin Face-Timen "musste", die noch in Bosnien (neun Stunden Zeitunterschied) wohnt, und dafür von seinen Mitspielern ausgelacht wurde.

Er nahm das Gelächter gerne an. "Die Zeit meines Lebens? Das weiß ich nicht", sagte Nurkic. "Aber ich habe gerade das erste Mal seit zwei Jahren Spaß."

Man kann es sehen.

Jusuf Nurkic im Steckbrief

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