Dirk Nowitzki erzielt seinen 30.000. Karrierepunkt

Dann eben doch kein Windmill

Von Ole Frerks

Mittwoch, 08.03.2017 | 11:34 Uhr
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Dirk Nowitzki hat im Spiel gegen die Lakers wieder einmal Geschichte geschrieben und als erst sechster Spieler die 30.000 Karrierepunkte vollgemacht. Der emotionale Abend hätte dabei nicht besser laufen können.

Man wusste im Voraus, dass es passieren würde. Man wusste nur nicht den genauen Zeitpunkt. Dass Dirk Nowitzki, der vielleicht größte deutsche Sportler der Geschichte, die 30.000 Punkte knacken würde, vor eigenem Publikum, war klar. Aber würde es im Spiel gegen die Lakers passieren, oder erst in der Nacht auf Samstag, wenn die Nets zu Gast sind?

20 Punkte fehlten Dirkules, der in dieser Saison 13,9 Punkte im Schnitt erzielt. Nowitzki selbst witzelte nach dem Spiel über "all die 8-Punkte-Spiele, die ich zuletzt hatte." Team-intern wurde ihm zuletzt bereits angekündigt, dass LeBron James (28.316 Karrierepunkte) die 30.000 eher erreichen würde als er.

Es brauchte jedoch nur wenige Minuten, um sämtliche Zweifel auszuräumen. Nowitzki war vom Start weg brandheiß - die ersten beiden Mavs-Ballbesitze endeten mit einem Midrange-Jumper und einem Dreier, wenig später kamen ein weiterer Dreier, ein And-1-Jumper und ein Turnaround-Jumper hinzu. Als Dirk Mitte des ersten Viertels wie gewohnt auf die Bank ging, stand er bereits bei 14 Punkten. Den Durchgang beendete er mit 18, womit er sein Career-High für ein erstes Viertel egalisierte.

Storify: Man, ist der schnell groß geworden!

"Warum nicht?"

"Ich dachte mir: Warum nicht? Probiere es einfach aus und schau', ob du heiß werden kannst. So kriegt man das Ganze schnell aus dem Weg, es soll ja nicht ewig dauern", erklärte Nowitzki später. Kann sich irgendjemand an einen Sportler von Nowitzkis Status erinnern, der so über einen seiner größten Meilensteine sprechen würde?

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Irgendwo in dieser jubelnden Masse ist auch Dirk Nowitzki

Dass ihm diese Marke jedoch nicht völlig egal war, war ebenfalls offenkundig. Er grinste breit, als er kurz vor Ende des ersten Viertels auf das Scoreboard blickte und sah, wie nah er dem Ziel bereits gekommen war. Anfang des zweiten Viertels ließ er sich dann sogar vom Publikum anstecken in seiner Anspannung.

"Bei jedem Treffer habe ich die Reaktionen der Fans gespürt", sagte Nowitzki. "Anfang des zweiten Viertels, als ich schon 18 hatte, sind schon alle aufgestanden, als ich den Court betreten habe. Das hat mich nervös gemacht und ich habe einen Air-Ball geworfen." Passiert den Besten. Passiert DEM Besten.

Vince Carter geht anders

Und allzu lange musste der GOAT des deutschen Basketballs - sowie das frenetische Publikum in der Halle und all die Fans, die Nowitzki seit 19 Jahren von wo auch immer zujubeln - dann doch nicht mehr warten. Es dauerte nicht einmal mehr eine Minute - und die 30.000 wurden genauso geknackt, wie man es von ihm erwartet hätte.

"Ich würde gerne einen Steal bekommen, losrennen und einen 360-Windmill versenken, wie Vince Carter. Aber das konnte ich nicht mal in meiner besten Zeit. Also muss ich mich wohl mit einem Jumpshot begnügen", hatte Nowitzki vergangene Woche noch im TrueHoop Podcast gesagt - gewohnt selbstironisch. Und genau das tat er.

Nach einer Minute im zweiten Viertel erhielt Dirk den Ball von Devin Harris in der Mitteldistanz, nahm Verteidiger Larry Nance auf den Rücken - und stieg zum Jumper hoch, wie so oft in seiner Karriere. Swish. "Das ist ein 7-Footer. Der sich zurücklehnt. Der werfen kann. Viel Glück", sagte der junge Lakers-Forward. Er war nur einer von unzähligen Verteidigern, der auf dieses Problem namens Nowitzki keine Antwort hatte.

"Dirk! Dirk! Dirk! Dirk!"

Wenig später drückte der große Blonde den nächsten Dreier rein und in der folgenden Auszeit brach das komplette Chaos aus. Seine Mitspieler und Mark Cuban stürmten auf Nowitzki zu, Mentor Holger Geschwindner kämpfte im Publikum mit den Tränen und auch Dirk wirkte überwältigt. Die Mavs zeigten ein Video-Tribut und die Fans rasteten vollkommen aus. "Dirk! Dirk! Dirk! Dirk!" - Ob in dem Moment irgendjemand daran dachte, dass noch weit mehr als eine Halbzeit zu spielen war?

Nowitzki selbst machte in der Folge nur noch 2 Punkte. "Die Jungs haben halt aufgehört, mir den Ball zu passen, und wollten dann lieber selber punkten", sagte er im Anschluss. "Kleiner Scherz. Ich war einfach froh, dass es vorbei war, und hatte danach nicht mehr den gleichen Antrieb. Gut, dass wir gewonnen haben."

In der Kabine wurde im Anschluss noch kurz gefeiert, nachdem die drei Viertel lang überforderten Lakers im letzten Viertel noch einmal etwas näher herangekommen waren. "Ich habe gerade zum ersten Mal seit langem ein Bud Light getrunken", verriet Nowitzki. Er hatte es sich verdient, zweifelsohne. Jedoch wird er sich jetzt nicht gehen lassen.

Weiter, immer weiter

Die Mavericks liegen zwei Siege hinter den Denver Nuggets, die derzeit den achten und letzten Playoff-Platz im Westen belegen. Das nächste Spiel gegen Brooklyn muss unbedingt gewonnen werden, auch sonst hat Dallas nicht mehr viel Spielraum für Ausrutscher. "Wir haben heute viel zu feiern", sagte Rick Carlisle. "Was ich aber nicht feiern werde, war unsere zweite Halbzeit. Das war Pferdescheiße!"

"Ich hatte ein Bud Light"

Der Coach konnte dies mit einem Grinsen sagen. Auch er gönnte sich den Anlass, um ausnahmsweise mal gute Laune zu haben und - wie alle anderen Anwesenden - ein Nowitzki-Fan zu sein: "Es wird nie wieder jemanden wie Dirk geben. Für mich waren diese 13 Minuten und 2 Sekunden bis zu seinem 20. Punkt ein Mikrokosmos für eine der größten Karrieren in der Geschichte dieses Sports."

Der ultimative Respekt

Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Nowitzki bewies wieder einmal, warum er zu den Größten gehört und warum er in der gesamten Sportwelt den ultimativen Respekt genießt. Ein Champion, ein MVP, ein Pionier. Einer von sechs Spielern mit 30.000 Punkten. Darauf wird er sich jedoch nicht ausruhen.

Nowitzki wird im restlichen Saisonverlauf alles dafür geben, noch irgendwie die Playoffs zu erreichen. Wenn er (hoffentlich) seinen Vertrag erfüllt und auch die nächste Saison noch absolviert, wird er sie mit dem exakt gleichen Ziel angehen.

Der Erfolg des Teams ist ihm wichtiger als jeder individueller Meilenstein, als jede Bestmarke, so unglaublich sie auch sein mag. Sonst wäre er nicht Dirk Nowitzki.

Dirk Nowitzki im Steckbrief

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