"Ist er für Arsenal geeignet oder Wanne-Eickel?"

Von Interview:
Fatih Demireli

Montag, 15.07.2013 | 15:14 Uhr
© getty
Advertisement
NFL
Sa21.01.
US-Kommentar gesucht? DAZN lässt dir die Wahl!
Indian Super League
Mumbai City -
Bengaluru
Copa del Rey
Leganes -
Real Madrid
Primeira Liga
Setubal -
Sporting
Ligue 1
Caen -
Marseille
Championship
Derby County -
Bristol City
Primera División
Getafe -
Bilbao
Primeira Liga
FC Porto -
Tondela
Primera División
Espanyol -
FC Sevilla
Premier League
Brighton -
Chelsea
Championship
Aston Villa -
Barnsley
Primera División
Atletico Madrid -
Girona
Ligue 1
Nantes -
Bordeaux
Premier League
Man City -
Newcastle
Primera División
Villarreal -
Levante
Championship
Sheffield Wed -
Cardiff
Ligue 1
Amiens -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Toulouse
Ligue 1
Rennes -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Dijon
Ligue 1
Troyes -
Lille
Premier League
Arsenal -
Crystal Palace (DELAYED)
Primera División
Las Palmas -
Valencia
Premier League
West Ham -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Man United (DELAYED)
Premier League
Stoke -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Watford (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Bromwich (DELAYED)
A-League
Melbourne City -
Adelaide Utd
Primera División
Alaves -
Leganes
Serie A
Atalanta -
Neapel
Eredivisie
Ajax -
Feyenoord
Ligue 1
Nizza -
St. Etienne
Serie A
Bologna -
Benevento
Serie A
Lazio -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Crotone
Serie A
Sampdoria -
Florenz
Serie A
Udinese -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
FC Turin
Primera División
Real Madrid -
La Coruna
Eredivisie
Heracles -
PSV
Ligue 1
Monaco -
Metz
Premier League
Southampton -
Tottenham
First Division A
Genk -
Anderlecht
Serie A
Cagliari -
AC Mailand
Primera División
Real Sociedad -
Celta Vigo
Primera División
Real Betis -
FC Barcelona
Serie A
Inter Mailand -
AS Rom
Ligue 1
Lyon -
PSG
Serie A
Juventus -
CFC Genua
Premier League
Swansea -
Liverpool
Primera División
Eibar -
Malaga
Coupe de France
Nantes -
Auxerre
League Cup
Bristol City -
Man City
Premiership
Partick Thistle -
Celtic
Coupe de France
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Strassburg
Serie A
Turin – Benevento
Serie A
Neapel – Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand – Lazio
Premier League
Tottenham -
Man Utd
Premier League
Man City -
West Brom (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)

Max Eberl ist seit 2008 Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach und wickelte seitdem einige Transfers ab. Er holte einst den unbekannten Marco Reus und verkaufte ihn für 17,1 Millionen Euro zu Borussia Dortmund. Der Gladbacher Macher spricht bei SPOX über die neuen Vorgehensweisen bei Transfers. Und erklärt, warum Ausstiegsklauseln Sinn machen.

SPOX: Max Eberl, können Sie sich eigentlich noch an Ihren ersten Vertrag erinnern?

Max Eberl: Ja, sogar sehr gut, weil ich meine ganzen Verträge zu Hause abgeheftet habe. Mein erster Vertrag war bei Bayern München und den schließt man ja auch nicht alle Tage ab. Ab und zu schauen wir uns das mit meinem Sohn an, wer denn so unterschrieben hat. Ich habe es noch vor Augen.

SPOX: Wer war es denn?

Max Eberl: Unterschrieben hat ihn Hans Schiefele, der damals Vizepräsident des Vereins war.

SPOX: Wer hat den Vertrag ausgehandelt? Sie, der Vater oder Ihr Berater?

Eberl: Ich saß Uli Hoeneß gegenüber. Er sagte: Das gibt's. Ich sagte: Okay. Das war eine Sache von fünf Minuten. (lacht)

SPOX: Sie hatten also keinen Berater, der heute schon obligatorisch ist?

Eberl: Nein, die Berater-Thematik gab es damals gar nicht und über Bayern München war eh alles geregelt: Im Grunde hat jeder das gleiche bekommen. Wir waren stolz als Jugendspieler bei Bayern so einen Vertrag bekommen zu dürfen und es war quasi gesetzt zu unterschreiben. Ich habe ihn mit meinem Vater zu Hause durchgelesen, unterschrieben und wieder abgegeben. So war das früher.

SPOX: Kein Vergleich zu heute, oder?

Eberl: Es ist ganz anders geworden. Zum einen, weil der Fußball gewachsen ist und zum anderen, weil es vielmehr Möglichkeiten gibt. Die Transferthematik ist ja nicht mehr nur eine Sache der Profis, sondern ragt längst in den Jugendbereich hinein. Es gibt Verträge in Leistungszentren, es gibt Profiverträge, es gibt Vertragsspieler-Verträge. Früher war ein Jugendspieler bei seinem Verein, bei Bayern, Schalke und Gladbach und wenn er gewechselt ist, gab es einen Riesenaufstand. Heute ist der Vorgang leider gang und gäbe.

SPOX: Der Deutsche Fußball-Bund bietet einen Mustervertrag für die Klubs an. Kann man diesen noch 1:1 übernehmen oder ist er längst überholt?

Eberl: Das ist die Basis. Sowohl beim Vertragsspieler, als auch beim Lizenzspieler beruft man sich immer auf die Musterverträge des DFB und der DFL. Klar gibt es zusätzliche Komponenten, die ausgehandelt werden müssen, gerade was Persönlichkeitsrechte betrifft oder Sportartikel-Hersteller-Klauseln, die es früher nicht gab. Früher war es bei Bayern adidas und bei Borussia Reebok. Punkt. Da gab es auch keine andere Meinung.

SPOX: Heute kann jeder Spieler seinen eigenen Sponsor vertraglich fixieren.

Eberl: Das ist ja nichts Schlechtes, das darf man nicht falsch verstehen. Dass die Spieler in ihren eigenen Schuhen spielen, ihr eigenes Handwerkzeug benutzen, also in den Sachen, in denen sie sich am wohlsten fühlen, ergibt absolut Sinn und ist völlig okay.

SPOX: Sie haben es angesprochen: Die Verträge sind vielfältiger und anspruchsvoller geworden. Ist es ein Feld, das man als sportlicher Verantwortlicher eines Klubs erst einmal noch lernen muss?

Eberl: Natürlich. Es ist immer am einfachsten, über Laufzeiten und Gehalt zu sprechen. Aber das ist längst nicht alles. Heute gibt's Prämien, Sonderprämien, Regelungen, wie, wann und für was Prämien gezahlt werden. Dann gibt es unter Umstanden eine Ausstiegsklausel, bei der festgelegt werden muss, wie hoch sie ist und unter welchen Umständen sie gezogen werden kann. Nicht zu vergessen ist der Transfervertrag, der auch aufgesetzt werden muss.

SPOX: Das ist der Vertrag, den beide Klubs bei einem Spielertransfer abschließen müssen.

Eberl: Richtig. Auch dieser beinhaltet wesentlich mehr Inhalte als früher. Wenn man heutzutage Trainingskompensation, Ausbildungsentschädigung, Solidaritätszuschlag dazurechnet, kann ein ausgehandelter Betrag ruckzuck nochmals um fünf bis zehn Prozent steigen, nur weil bestimmte Komponenten bei der Vertragsverhandlung nicht berücksichtigt wurden. Das führt teils zu richtigen Streitereien, obwohl die generelle Zahl längst ausgehandelt wurde.

SPOX: Klaus Allofs hat in seinem zweiten Jahr als Bremen-Manager Ivica Banovic aus Zagreb verpflichtet. Allofs unterschrieb einen Transfervertrag, der in Zahlen eine Ablösesumme von 3,7 Millionen Mark festlegte, in Worten ausgeschrieben standen da aber fälschlicher Weise 7,5 Millionen Mark. Zagreb forderte diese Summe ein. Danach war es ein langes Hin und Her. Ein Albtraum?

Eberl: Es ist sogar ein sehr großer Albtraum, wenn man im Vertrag etwas falsch liest oder etwas falsch deutet. Deswegen ist es wichtig, dass ihn sechs bis acht Augen lesen.

SPOX: Wie viele Leute lesen in Mönchengladbach einen Vertrag?

Eberl: Genug (lacht). Die Geschäftsführung muss ihn lesen, Anwälte und Präsidium auch, aber verantwortlich sind letztlich die Geschäftsführer.

SPOX: Von der ersten Anfrage bis zum Vertragsabschluss: Wie lange dauert denn die Prozedur?

Eberl: Das ist unterschiedlich: eine Woche, zwei Wochen, ein Monat, ein Jahr. Bei Max Kruse haben wir vor anderthalb Jahren die Gespräche begonnen, ohne dann im Sommer des letzten Jahres den Vertrag zu machen. Was das Grobe betrifft, geht es relativ zügig. Die Feinheiten dauern etwas länger und da muss man sich auch die Zeit nehmen, weil es für Verein und Spieler sehr wichtig ist.

Die teuersten Einkäufe der Bundesliga: Tolisso überflügelt alle

SPOX: Die Ausstiegsklausel hat sich inzwischen zum Key Asset in der Branche entwickelt. Ist sie Erleichterung oder Schwierigkeit für einen Klub?

Eberl: Es geht immer darum, die passende Höhe zu treffen. Wenn man eine Ausstiegsklausel geben muss, muss man sie auch richtig bemessen. Wir haben damals bei Marco Reus in einem besonderen Zustand, wir waren Tabellenletzter, 17,5 Millionen Euro Ablösesumme eingetragen. Das war für uns damals utopisch. Als er dann nach Dortmund gegangen ist, hätte man sagen können: "Hey, die waren zu niedrig!" Im Moment des Vertragsabschlusses kann man natürlich nicht sehen, wohin die Entwicklung geht. Das muss mit allen Parteien besprochen werden.

SPOX: Was halten Sie persönlich von Ausstiegsklauseln?

Eberl: Ich halte sie grundsätzlich nicht für verkehrt. Ich finde es nur schwierig, wenn Jugendspieler, die noch kaum Bundesliga gespielt haben, über Ausstiegsklauseln reden. Jugendspieler, bei denen man noch nicht absehen kann: Ist er für Arsenal geeignet oder für Wanne-Eickel? Über welche Höhe willst Du bei so einem Spieler sprechen? Deswegen halte ich es für falsch, auch der Fairness gegenüber dem Verein wegen, eine Ausstiegsklausel zu bestimmen.

Bundesliga Spielplaner - Der Tabellenrechner von SPOX.com

SPOX: Ist es mittlerweile Praxis, dass Jugendspieler Ausstiegsklauseln haben wollen?

Eberl: Nein. Gott sei Dank! Sie beinhalten ja auch etwas Misstrauen. Wir sagen dem Spieler: Vertraue uns, fass erst einmal hier Fuß, was danach kommt, wird man sehen. Bei Spielern, die schon etwas nachgewiesen haben, wie beispielsweise Marco Reus oder wie es bei Mario Götze in Dortmund war, weiß man, in welche Richtung es gehen kann. Daher fixiert man die Höhe auch so, dass alle zufrieden sein können.

SPOX: Ist beim Kaliber Marco Reus ein Vertrag ohne Ausstiegsklausel inzwischen noch möglich?

Eberl: Bei Marco war die Ansage: Wenn er die Chance hat, Deutscher Meister zu werden, muss man sie ihm geben und genau deswegen konnten wir auch damals verlängern. Viele unken immer, wenn ein Spieler von einer Ausstiegsklausel Gebrauch macht, aber man muss vielleicht zwei, drei Jahre zurückblicken. Ohne Ausstiegsklausel hätte der Spieler unter Umständen überhaupt nicht verlängert und wäre ablösefrei. Auch wenn die Trauer über den sportlichen Verlust groß ist, hat man hinterher doch einiges richtig gemacht. Mit Reus haben wir den größten Transfererlös aller Zeiten gemacht.

SPOX: Vertragsinhalte sind grundsätzlich geheim, aber die Ausstiegsklausel eines interessanten Spielers wird hierzulande relativ schnell öffentlich. Ist man dem ausgeliefert?

Eberl: Verlängert man heutzutage mit einem Spieler den Vertrag, ist die erste Frage: "Zu welcher Summe kann er gehen?" Das enttäuscht mich. Die Ausstiegsklausel ist für viele eine öffnende Tür. Man ist dran gebunden, Stillschweigen zu vereinbaren, davon halte ich viel, aber die Gefahr ist relativ groß, dass an die Öffentlichkeit dringt, ob etwas möglich ist. Insbesondere, wenn man den Spieler nicht abgeben will.

SPOX: Es gibt den aktuellen Fall Leon Goretzka vom VfL Bochum, der eine Ausstiegsklausel im Vertrag hat, aber nun vor Gericht geht, weil es Komplikationen gibt. Ist das ein Zeichen der Zeit?

Eberl: Ich möchte natürlich in ein schwebendes Verfahren nicht eingreifen und kann es nicht beurteilen. Aber von außen betrachtet, ist es vielleicht nicht ganz klar fixiert, sodass beide Seiten glauben, im Recht zu sein.

SPOX: Bevor ein Vertrag unterschrieben werden kann, muss ein Spieler noch in den medizinischen Check. Ist das eine Prozedur oder wird man da noch mal nervös?

Eberl: Man ist schon angespannt. Man hat lange verhandelt, man hat den Wunschspieler gefunden und dann ruft der Chirurg an und sagt: "Max, Du weißt schon, dass er einen Knorpelschaden hat!" Was machst Du dann? Knorpelschaden kann jeder Mensch ein Leben lang haben, aber wenn du einen Invest tätigst in einer Millionenhöhe, dann sollte es nicht passieren, dass der Spieler drei Wochen später ausfällt und Invalide wird. Das wäre kompliziert.

SPOX: Wie geht man im Fall einer Verletzungsfeststellung vor?

Eberl: Man ist nicht gefeit davor, es sind überall Menschen am Werk und da kann man nicht alles ausschließen. Wenn ein Doktor kommt und sagt, das und das ist der Fall, dann muss man gemeinschaftlich entscheiden und auch mit dem vorherigem Verein noch einmal reden. Das war ja im letzten Sommer der Fall zwischen Bremen, Wolfsburg und Naldo, wo man noch einmal sprechen musste. Das ist noch einmal eine Hürde. Keiner will sein Geld versenken.

Max Eberl im Profil

Datenschutz|Allgemeine Geschäftsbedingungen
Jobs|Impressum|powered by cmsWorks

Copyright ©2018 SPOX.com Alle Rechte vorbehalten. Die auf SPOX veröffentlichten Informationen dürfen ohne vorherige schriftliche Erlaubnis von SPOX nicht veröffentlicht, verbreitet, umgeschrieben oder umverteilt werden.

www.performgroup.com