Der ewige Rooney

Von Oliver Wittenburg

Donnerstag, 21.07.2016 | 16:43 Uhr
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Bei Manchester United dreht sich derzeit alles um Mourinho, Ibrahimovic und die Frage: Wann kommt Pogba? Eine lebende Klub-Legende geht dabei beinahe unter: Wayne Rooney steht vor seiner 13. Saison bei den Red Devils und unter immensem Druck. 'Back to the roots' könnte seine Erfolgsformel lauten.

Dass ein gewisser Jose Mario dos Santos Felix Mourinho die Fußball-Welt in Aufregung versetzt, ist nichts Neues, sondern seit gut zwölf Jahren Tagesgeschäft. "Bitte nennen Sie mich nicht arrogant, aber ich bin Champions-League-Sieger und jemand Besonderes."

So sprach Mourinho im Sommer 2004 anlässlich seiner Vorstellung als neuer Trainer des Chelsea Football Club. "The Special One" war geboren. Die europäische Königsklasse hatte er kurz zuvor sensationell mit dem FC Porto gewonnen. Prominentestes "Opfer" auf dem Weg zum Triumph war ausgerechnet sein heutiger Klub Manchester United.

Dass Mathilde Mourinho für Aufsehen sorgt, ist neu. Social Media macht's möglich. Am Dienstag veröffentlichte sie einen Schnappschuss ihres Gatten via Twitter. "Bereit für Peking", hieß die Headline. Jose Mourinho hatte sich anlässlich der bevorstehenden China-Reise Uniteds in Schale geschmissen.

So weit, so unaufregend eigentlich. Wäre da nicht im Hintergrund eine Taktiktafel beziehungsweise die eine Hälfte einer Taktiktafel zu sehen gewesen, auf der vermutlich der Meister höchstpersönlich handschriftlich zahlreiche Spielernamen notiert hatte.

Steht da wirklich Pogba?

Hobby-Graphologen aus aller Welt machten sich sofort an die Analyse. Viele Namen sind auch wirklich gut zu identifizieren. Smalling und Blind sind für den linken Part der Innenverteidigung vorgesehen. Links in der Viererkette stehen Shaw und alternativ Rojo. Auf dem linken Flügel tummeln sich Martial und Depay.

Im Mittelfeldzentrum ist gut der Name Fellaini auszumachen und direkt darüber soll angeblich Pogba stehen. Und in der Tat: Wenn man länger die Augen zusammenkneift und ganz fest Pogba denkt, dann steht da auch der Name des französischen Nationalspielers.

Es ist ja kein Geheimnis, dass United den 23-Jährigen unbedingt haben will. Medienberichten zufolge seien sich der Spieler und der englische Rekordmeister über einen Transfer einig.

13 Millionen Euro Jahresgehalt, heißt es, soll er in Manchester bekommen. Dass Juventus Turin früher oder später Grünes Licht geben und dem Vernehmen nach 120 Millionen oder sogar noch ein wenig mehr einstreichen wird, gilt als wahrscheinlich.

Da erscheint es nicht ehrenrührig, dass sein künftiger Trainer schon mal über taktische Planspiele nachdenkt. Vielleicht weiß Mourinho ja auch viel besser Bescheid als die internationale Presse.

Rooney hinter Ibra

Und noch ein Name taucht auf Matilde Mourinhos etwas verwackeltem Foto auf: Rooney. Position: Direkt hinter der Spitze, deren Name nicht zu entziffern ist, die aber wohl Zlatan Ibrahimovic heißen dürfte.

In den Tagen, als Mourinho mit viel Tamtam auf die Insel kam und sich anschickte, zum Weltstar unter den Fußballlehrern zu werden, wechselte Wayne Mark Rooney mit viel Tamtam und für die damals horrende Summe von 37 Millionen Euro vom FC Everton zum großen Manchester United. Da war er noch keine 19 Jahre alt und hatte schon zwei Premier-League-Spielzeiten als Vollzeitprofi in den jungen Knochen sowie eine Europameisterschaftsendrunde, bei der er vier Tore schoss und einer ganzen Nation den Kopf verdrehte.

Mourinho war damals der hotteste Trainer im Geschäft, Rooney der hotteste Teenager.

Kein junger Fußballer mehr

Zwölf Jahre später ist Rooney freilich kein Teenager mehr. Während sein Trainer bei seiner Antrittspressekonferenz im Old Trafford vor gut zwei Wochen für sich reklamierte, ein junger Manager zu sein - "Ich bin 53, nicht 63 oder 73" -, kann Wayne Rooney nicht behaupten, ein junger Fußballer zu sein.

Rooney wird im Oktober 31 Jahre alt. "Erst?!", wird man vielleicht verwundert ausrufen, denn es fühlt sich so an, als spiele der gebürtige Liverpooler schon eine Ewigkeit für die Red Devils.

Warum es sich so anfühlt? Weil es eine Tatsache ist. Rooneys Vita ist nicht die des gewöhnlichen 30-jährigen Fußball-Profis. Mit 16 debütierte er schon für Everton in der Premier League, stand in 33 Spielen auf dem Platz, im Schnitt etwa 50 Minuten. In seiner zweiten Saison war er Stammspieler. 435 Premier-League-Spiele hat er inzwischen absolviert, insgesamt fast 600 Pflichtspiele auf Klublevel, die 115 A-Länderspiele und 16 Einsätze in Englands Junioren-Nationalmannschaften kommen noch hinzu.

"Ein sehr guter Tag"

Nein, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Rooney bei United auch in seiner 13. Saison eine tragende Rolle spielen wird. Im gleichen Maße wie seine Torquote in den letzten Jahren zurückging nahm die Anzahl von Verletzungen zu. Die ganz groben Dinger waren in der Regel nicht dabei, wenn man von einer fast zweimonatigen Pause wegen Knieproblemen in der zurückliegenden Saison absieht. Aber der Zahn der Zeit, er nagt.

Am Dienstag stieg Rooney nach dem EM-Urlaub ins Training ein, am Mittwoch flog er mit dem Team nach China, wo United im Rahmen des International Champions Cup (ICC) auf Borussia Dortmund (Fr., 14 Uhr im LIVETICKER) und Stadtrivale City treffen wird. Spielen soll Rooney dort nicht, die Fitness geht vor.

Nach der ersten Trainingseinheit unter Mourinho wurde Rooney nach seinen Eindrücken befragt. "Ich hatte erst eine Session mit ihm, aber es war sehr gut, ein sehr guter Tag", sagte er. Er sei sehr zufrieden mit der Wahl des Trainers. Rooney hat fünf Meistertitel mit United gefeiert, war Champions-League- und Weltpokalsieger, und dennoch sagte er fast ehrfürchtig: "Man muss sich doch nur mal die Klubs ansehen, bei denen er war, und welche Erfolge er mit ihnen gefeiert hat. Ich hoffe, er kann uns den Erfolg zurückbringen."

Gedanken um den Platz im Team

Erfolgreiche Zeiten sind ein Weilchen her. Nach dem Ende der Giganten-Ära Alex Ferguson mischte United in drei Saisons nicht einmal im Titelkampf mit, zweimal verpasste man sogar die Qualifikation für die Champions League. In der vergangenen Spielzeit holte man unter van Gaal zwar immerhin den FA Cup, doch täuschte dieses Ergebnis nicht darüber hinweg, dass der Klub sportlich in eine Sackgasse geraten war.

Die neuen Trikots der Topklubs: Streifen-Revolution

Der Druck ist immens. Und angesichts eines heillos überfrachteten Kaders, der mit Zlatan Ibrahimovic, Henrikh Mkhitaryan und Eric Bailly noch einmal kostspielig und hochkarätig verstärkt worden ist, dürfte Rooney auch großen persönlichen Druck verspüren. Gegenüber Skysports räumte er ein, sich durchaus Gedanken um seinen Platz im Team zu machen.

Doch Druck ist Rooney gewöhnt: "Du hast immer das Gefühl, dich neu beweisen zu müssen. Jede Saison." Das sei eben so, wenn man für Manchester United spielt.

Back to the roots

Auch Mourinho weiß, dass sein Kapitän nicht mehr der Stürmer ist, der vor wenigen Jahren noch für 20 bis 30 Saisontore in der Liga gut war. Aber Mourinho weiß gleichzeitig wenigstens, dass Rooney Stümer ist - was in der jüngeren Vergangenheit etwas in Vergessenheit geraten zu sein schien.

Der Portugiese hält große Stücke auf Rooneys ureigenstes Talent, seinen Torjäger-Instinkt. "Das Schwierigste am Fußball ist, zur rechten Zeit am richtigen Ort zu sein und den Ball ins Netz zu schießen", erklärte "The Special One". "Bei mir wird er die Neun, die Zehn, die Neuneinhalb sein, niemals aber die Sechs oder Acht."

Als Achter oder Sechser, jedenfalls weit weg vom gegnerischen Tor, operierte Rooney zuletzt unter van Gaal und auch in der englischen Nationalmannschaft. Schlecht erledigte er seinen Job nicht, dafür ist er ein viel zu guter Fußballer und viel zu spielintelligent. Den wahren Rooney sah man dort allerdings nicht.

Vielleicht geht es etwas zu weit, von Rooney die Rückkehr zur Stärke alter Zeiten zu erwarten, doch eine Rückkehr zu seinen spielerischen Wurzeln wäre schon mal ein Anfang. Und die Grundlage dafür, bei den neuen, bei Jose Mourinhos Red Devils, eine wichtige Rolle zu spielen. Einen Paul Pogba dabei im Rücken zu haben, wäre dabei sicher kein Nachteil.

Wayne Rooney im Steckbrief

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