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Barca verzweifelt an Juves Defensivqualitäten

Von Stefan Zieglmayer

Mittwoch, 19.04.2017 | 22:35 Uhr
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Nach dem 3:0-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel holte Juventus Turin im Rückspiel beim FC Barcelona ein 0:0. Die Italiener ziehen damit ins Halbfinale der Champions League ein und treffen dort auf Real Madrid, Atletico oder AS Monaco.

Vor 96.000 Zuschauern im ausverkauften Camp Nou drückte der FC Barcelona von der ersten Minute an auf den Führungstreffer. Nur gelingen mochte das nicht.

Bezeichnend für die glücklose Überlegenheit: Insgesamt brachten die Katalanen nur einen ihrer 19 Torschüssen auf das Gehäuse von Juventus-Keeper Gianluigi Buffon.

Juventus ist seit nunmehr 531 Minuten ohne Gegentreffer in der Champions League und kassierten im laufenden Wettbewerb noch keine Niederlage. Für die Hausherren endet in der Königsklasse damit die Serie von 15 Heimsiegen in Folge.

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Sami Khedira sah in der 64. Minute nach einem Foul an Luis Suarez zurecht die Gelbe Karte, seine dritte im laufenden Wettbewerb. Folglich fehlt der deutsche Nationalspieler im Halbfinal-Hinspiel. Dieses findet entweder am 2. oder 3. Mai statt.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Luis Enrique schickte seine Elf wie im zweiten Durchgang in Turin im 4-3-3 auf den Rasen - Viererkette also. Mathieu (nicht im Kader) wird von Alba ersetzt. Busquets kehrt nach seiner Gelb-Sperre für Mascherano (Bank) zurück in die Startelf.

Bei Juventus gibt es keinen Grund für Änderungen. Zum ersten Mal in der CL-Geschichte beginnnt die Alte Dame in zwei aufeinanderfolgenden Partien unverändert. Massimiliano Allegri schonte zudem am Wochenende gleich sechs Spieler beim 2:0-Sieg gegen Delfino Pescara.

13.: Erste gute Möglichkeit für Juventus. Higuain versucht den Doppelpass. Busquets bekommt den Fuß dazwischen, von wo der Ball jedoch zurück zum Argentinier springt. Der kommt gut 16 Meter vor Ter Stegen zum Abschluss, verzieht jedoch leicht.

17.: Gefühlvoller Heber von Messi in den Rücken der Juve-Abwehr. Jordi Alba kommt mit vollem Tempo herangestürmt und versucht den Ball im Grätschen noch in Richtung Tor abzulenken, verfehlt jedoch knapp.

19.: Barca igelt sich jetzt langsam in der gegnerischen Hälfte ein. Alba flankt von der linken Seite flach in die Mitte, Suarez legt unfreiwillig auf Messi zurück, der aus 13 Metern zentraler Position rechts am Pfosten vorbeizielt.

38.: Ein Lebenszeichen von Juve! Pjanic sorgt mit seinem Anspiel auf Higuain für Entlastung. Der Angreifer läuft im Sechzehner der Katalanen in Position und kommt auf Höhe des Elfmeterpunkts zum Abschluss, wird jedoch eng verteidigt, wodurch sein unplatzierter Schuss in Ter Stegens Händen landet.

49.: Gefährlicher Angriff der Gäste! Dybala erobert sich auf der linken Seite den Ball und passt in die Mitte zu Higuain. Der bewahrt die Übersicht und schickt Cuadrado auf der rechten Seite in die Schnittstelle. Der Flügelflitzer verzieht aus halbrechter Position. Das Leder rollt an der linken Stange vorbei ins Toraus.

56.: Wieder Messi. Der Argentinier bekommt die Kugel kurz vor dem Sechzehner, wo er sich dreht und dann trocken abschließt. Sein Schuss wird noch minimal abgefälscht und rauscht nur Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

66.: Ihm fehlt heute einfach die Genauigkeit im Abschluss. Nach einer Ecke von der linken Seite verschätzt sich der herauslaufende Buffon am langen Pfosten. Die darauffolgende Hereingabe landet bei Messi, der die Kugel mit rechts über die Querlatte befördert.

69.: Nächste dicke Möglichkeit! Diesmal zieht Roberto von der rechten Seite am Sechzehnerrand in die Mitte. Der Rechtsverteidiger zirkelt das Spielgerät mit links in Richtung lange Stange. Sein Schuss geht Zentimeter am Aluminium vorbei. Die Führung längst überfällig.

80.: Glanztat von Buffon! Neymar flankt von der linken Seite vor das Tor, wo Mascherano im Fünfer knapp verpasst. Buffon, der so erst ganz spät reagieren kann, ist trotzdem zur Stelle und verhindert das 1:0.

Bilder der Viertelfinal-Rückspiele: Super-Choreo in Barcelona

Fazit: Barcelona machte über die gesamte Spielzeit viel Druck. Juventus hielt mit einer gut organisierten Defensive dagegen. Barca fehlte oft das nötige Glück und die Genauigkeit im Abschluss. Ein Sieg wäre verdient gewesen, das Weiterkommen Juves geht aber vollends in Ordnung.

Der Star des Spiels: Neymar. Sorgte mit sienen Einzelaktionen für viel Durchschlagskraft. Sammelte die meisten Ballaktionen aller Akteure (120). War an sieben Torschüssen direkt beteiligt und brachte starke fünf Flanken an den Mann.

Der Flop des Spiels: Ivan Rakitic. Wie schon im Hinspiel blass. Spielte in der Offensive kaum eine Rolle. Verlor zudem acht seiner zehn Zweikämpfe und hatte nur 35 Ballaktionen - die wenigsten aller Barca-Spieler in der Startelf. Wurde in der 58. Minute folgerichtig ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande). Entschied sich für eine lockere Linie. Daraus entwickelte sich eine harte, aber faire Partie. Entschied im Zweifel eher für die Defensiven, was aufgrund der Ausgangssituation zwangsläufig Juventus in die Karten spielte. Barca reagierte daraufhin oftmals mit trotzigen Fouls. Kuipers hingegen ließ sich nicht von der hitzigen Atmosphäre auf den Zuschauerrängen beeinflussen. Verschaffte sich oft gute Sicht zum Spielgeschehen und entschied auch bei kniffligen Szenen meist korrekt.

Das fiel auf:

  • Barca war die Motivation, das nächste Comeback zu schaffen, deutlich anzusehen. Die Katalanen begannen tief in der gegnerischen Hälfte mit dem Pressing. Zudem agierte die Blaugrana dabei sehr kompakt, rückte dabei aber oftmals sehr hoch auf, wodurch sich Freiräume zum Kontern boten.
  • Juventus formierte sich in der Defensive von Beginn an wie in den zweiten 45 Minuten des Hinspiels. Die beiden eng gestaffelten Viererketten verschoben im Kollektiv und stellten viele Passwege zu. Selten taten sich große Abstände auf. Higuain und Dybala waren ins Spiel gegen den Ball mit eingebunden, lauerten aber stets auf Konter.
  • Die Italiener versuchten immer wieder Nadelstiche zu setzen. Durch zielstrebige Ballstafetten gelang es Juventus in regelmäßigen Abständen nicht nur für Entlastung, sondern auch für Gefahr zu sorgen.
  • Mit zunehmender Spielzeit setzten sich die Hausherren zwar mehr und mehr am gegnerischen Strafraum fest, agierten dabei aber merklich bedacht. Zu groß Juves Offensivqaulitäten.
  • Nach 58 Minuten gab Enrique mit der Hereinnahme von Alcacer für Rakitic das Startsignal für eine furiose Schlussphase. Barca formierte sich im Spiel nach vorne fortan in einer Art 4-2-4 mit Messi als hängender Spitze hinter Suarez. Juventus beschränkte sich von hier an nahezu ausschließlich auf die Verteidigung. Stichwort Catenaccio.

FC Barcelona - Juventus Turin: Die Statistik zum Spiel

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