Fussball

VfB und Weinzierl am Tiefpunkt: "Wir müssten eigentlich das Geld zurückzahlen"

SID

Der angezählte Markus Weinzierl verfolgte die Schlussminuten seines vielleicht letzten Spiels als Trainer des VfB Stuttgart regungslos an der Seitenlinie, nach dem Schlusspfiff schlich er mit hängendem Kopf über den Rasen.

Nach einer desaströsen Vorstellung und einer 0:3 (0:1)-Pleite bei Fortuna Düsseldorf schweben die Schwaben auf dem Relegationsplatz in höchster Abstiegsgefahr. Ein weiterer Trainerwechsel ist daher nicht ausgeschlossen.

"Wir sind natürlich enttäuscht. Wir haben die Zweikämpfe nicht so bestritten wie der Gegner. Bei den Gegentoren haben wir mitgeholfen. Meine Zukunft interessiert mich nicht", sagte Weinzierl, der als Nachfolger von Tayfun Korkut nur drei Siege in 14 Spielen holte, bei Sky.

Der VfB wartet seit sechs Begegnungen (fünf Niederlagen) auf ein Erfolgserlebnis. Die blutleere Vorstellung bei Aufsteiger Düsseldorf war ein Offenbarungseid. In Markus Gisdol und Felix Magath werden am Cannstatter Wasen bereits prominente Feuerwehrleute gehandelt.

Didavi: "Müssten den Fans eigentlich das Geld zurückzahlen"

"Das war heute der Tiefpunkt. Gegen einen direkten Konkurrenten muss man sich mehr wehren", sagte Torhüter Ron-Robert Zieler. Bei den Gästen sah Nicolas Gonzalez wegen einer Tätlichkeit in der Nachspielzeit zu allem Überfluss noch die Rote Karte und wird seinem Team in den kommenden Wochen fehlen.

"Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen. So kann man nicht auftreten. Wir müssten ihnen eigentlich das Geld zurückzahlen", sagte Daniel Didavi.

Funkel mit überzeugendem Sieg im 800. Spiel

Kenan Karaman (33.) mit seinem ersten Saisontreffer, Kapitän Oliver Fink (49.) mit einem Traumtor und der eingewechselte Benito Raman (85.) machten den siebten Saisonsieg des Aufsteigers perfekt, der als Tabellenzwölfter schon zehn Punkte Vorsprung auf die Schwaben hat. Fortuna-Coach Friedhelm Funkel wollte vom Klassenerhalt aber noch nichts wissen. "Wir haben jetzt 25 Punkte. Damit würde man absteigen. Der Sieg gibt aber weiteres Selbstvertrauen", sagte Funkel.

Der Coach, der als Profi und Trainer zusammengerechnet sein 800. Bundesligaspiel bestritt, hatte im Vergleich zum 1:4 im DFB-Pokal auf Schalke gleich auf acht Positionen sein Personal gewechselt. In Marcin Kaminski, Matthias Zimmermann, Jean Zimmer und Kevin Stöger hatte er gleich vier ehemalige Stuttgarter in seiner Startelf aufgeboten.

Lukebakio zunächst als "Chancentod"

Karaman, der bei Fortuna als einzige Spitze agierte, hatte bereits in der vierten Minute mit einem Pfostenschuss, allerdings aus Abseitsposition, auf sich aufmerksam gemacht. Fortuna blieb auch in der Folge gefährlich, stand sich aber zunächst im gegnerischen Strafraum einige Male selbst im Weg.

In der 20. Minute prüfte Zimmermann den beim 0:0 im Hinspiel überragenden VfB-Schlussmann Zieler. Anschließend vergab Dodi Lukebakio vor 40.211 Zuschauern dreimal die mögliche Führung, wobei er in der 31. Minute beinah per Hacke getroffen hätte.

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Düsseldorf vergibt sogar deutlich höheren Sieg

Der herausragende Lukebakio, der Weltmeister Benjamin Pavard ein ums andere Mal versetzte, war dann aber maßgeblich an der Führung beteiligt, als er Karaman mit einer Maßflanke in Szene setzte und dieser per Kopf vollendete. Der ansonsten starke Zieler war machtlos und der viel zu passive VfB mit dem Resultat zur Pause gut bedient

Die Gäste, bei denen Ex-Nationalspieler Stürmer Mario Gomez aufgrund seiner Gelb-Rot-Sperre fehlte, kamen vor der Pause lediglich durch Gonzalez und Steven Zuber zweimal halbwegs gefährlich vor das Düsseldorfer Tor. In der Offensive fiel den Gästen unter dem Strich aber viel zu wenig ein, um die Fortuna-Defensive ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Direkt nach der Pause traten die Gäste zwar etwas engagierter auf, wurden dann aber durch Fink geschockt, dem auf Vorlage von Zimmer ein Sonntagsschuss in den Winkel glückte. Fortuna hatte anschließend die Begegnung wie schon vor der Pause jederzeit im Griff. Lediglich die mangelhafte Chancenverwertung dürfte Funkel ein Dorn im Auge gewesen sein, denn ein deutlich höherer Sieg war angesichts weiterer Hochkaräter von Lukebakio und Zimmermann im Bereich des Möglichen.

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