Fussball

Kurioser Bayern-Sieg zum Heynckes-Abschied

Von Fatih Demireli

© getty

Dem FC Bayern München ist die Generalprobe für das Champions-League-Finale in der kommenden Woche geglückt. Der deutsche Meister gewinnt bei Borussia Mönchengladbach mit 4:3 (2:3) und hat damit in der Saison 2012/2013 kein Auswärtsspiel verloren. Gladbach, das den Einzug in die Europa League verpasst, verspielt zwei Zwei-Tore-Führungen.

Bereits nach zehn Minuten stand es im ausverkauften Borussia-Park 3:1 für die Hausherren. Martin Stranzl (4.), Mike Hanke (5.) und Havard Nordtveit (10.) trafen für Gladbach. Die Bayern kassierten damit erstmals in der Bundesliga-Geschichte drei Tore in den ersten zehn Minuten.

Für Bayerns Aufholjagd sorgten Javi Martinez (7.), Franck Ribery (18., 53.) und Arjen Robben (59.). Die Bayern komplettierten mit 91 Punkten ihre beste Saison - und die beste Rückrunde.

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Gladbach mit einer Änderung gegenüber dem Sieg in Mainz: Brouwers ersetzt den verletzten Dominguez. Ein neuer Innenverteidiger auch bei Bayern: Boateng spielt für van Buyten.

4., 1:0, Stranzl: Arango bringt einen Freistoß von der der rechten Seite an den zweiten Pfosten. Stranzl ist mit dem Kopf zur Stelle und markiert das 1:0.

5., 2:0, Hanke: Dante mit einem Riesenpatzer am eigenen Strafraum, legt den Ball quasi Hrgota vor die Füße. Der Schwede schaltet schnell, spielt Hanke frei, der den Ball an Neuer vorbeischiebt.

7., 2:1, Martinez: Martinez nach gutem Zusammenspiel mit Ribery weitestgehend ungestört im Strafraum: Ter Stegen eilt heraus, aber Martinez schiebt den Ball ins untere rechte Eck.

10., 3:1 Nordtveit: Riesenkonter der Gladbacher! Hanke zu Herrmann, der bis zum Strafraum sprintet und Nordtveit bedient. Der Norweger schießt gekonnt flach ins lange Eck.

18., 3:2, Ribery: Müller nach Einwurf an der Grundlinie - dort kann er unbedrängt zurück zu Ribery spielen. Der Franzose schaut kurz und schießt ins kurze Eck. Ter Stegen, der wohl auf einen Pass spekulierte, sieht nicht gut aus.

28.: Wieder Müller an der Grundlinie - diesmal rechts: Pass per Hacke in den Rückraum, wo Lahm den Ball freistehend direkt nimmt, aber das Tor um zwei Meter verfehlt.

38.: Hanke versucht es jetzt mal mit einen Schuss aus 23 Metern, den Neuer nach vorne abklatscht.

41.: Gladbach kann sich nicht befreien, Robben kommt zwei Mal an den Ball. Final schießt er aus der Drehung aus kurzer Distanz, aber knapp links am Tor vorbei.

53., 3:3, Ribery: Was für ein Traumtor! Robben gewinnt auf der linken Außenseite einen Zweikampf. Der Niederländer zurück zu Lahm, der viel Zeit hat. Gute Flanke in den Rückraum, dort steht Ribery zum Volleyschuss bereit und knallt den Ball ins Tor.

59., 3:4, Robben: Martinez spielt nach außen zu Ribery, der an den zweiten Pfosten flankt, wo Robben völlig frei steht und per Volleyschuss aus kurzer Distanz trifft.

74.: Wieder Ribery über den linken Flügel, der nach einem kurzen Sprint auf den zweiten Pfosten flankt, wo Mandzukic völlig frei steht und köpft - doch ter Stegen kann den Kopfball aus drei Metern mit dem Fuß abwehren. Unglaubliche Parade.

Fazit: Verdienter Bayern-Sieg dank einer tollen Aufholjagd.

Der Star des Spiels: Franck Ribery. Alleine das Tor zum 3:3 hätte für die Nominierung genügt. Ein Tor, das Potenzial für die Puskas-Wahl hat. Aber Ribery hatte noch mehr auf Lager: Zwei Tore, zwei Vorlagen - dazu jede Menge Gefahr. Der Mann ist heiß.

Der Flop des Spiels: Dante. Das mit Abstand schwächste Saisonspiel des Brasilianers im Trikot des FC Bayern. Fataler Fehler vor dem 0:2, dazu der eine oder andere haarsträubende Patzer in der Vorwärtsbewegung. Waren es die Pfiffe, der Gladbacher Fans, die wehtaten?

Der Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer hatte mit der turbulenten, aber fairen Partie keine Probleme. Hätte Nordtveit nach einem Foul an Müller Gelb zeigen müssen. Richtig, das Ribery-Tor (47.) zu annullieren, da Mandzukic vorher Jantschke foulte.

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Die Trainer:

Gladbachs Anfangsphase nahm anarchische Formen an: Offensive ohne Absicherung, die Lucien Favre nicht unterbinden wollte. Nach Riberys Treffer zog er beide Viererketten zurück.

Jupp Heynckes brachte in seinem letzten Bundesliga-Spiel erneut die beste Elf - es dürfte die Formation sein, die in London auf Dortmund trifft. Wechselte erstmals in der 75. Minute.

Das fiel auf:

  • Drei Gegentore in zehn Minuten waren ein Produkt Gladbacher Offensivpower, aber vor allem einer bayerischen Verweigerung. Katastrophales Stellungsspiel, wenig Bewegung - dadurch eröffneten sich in dieser Saison nie dagewesene Räume für den Gegner.
  • Auffällig: Die Unsicherheit der Bayern-Innenverteidiger. Dante mit einem haarsträubenden Fehler vor dem 0:2, Boateng mit vier verlorenen Zweikämpfen am Stück zu Beginn - so auch beim 1:3.
  • Nach Riberys 2:3 schalteten die Münchener wieder in den ernsten Modus, erspielten sich bis zu 70 Prozent Ballbesitz. Gladbach mit zwei Viererketten auf Konter bedacht, kam aber kaum über die Mittellinie.
  • Bayern spätestens nach der Pause auf richtiger Temperatur. Zum einen, weil das Umschaltspiel viel besser klappte. Gladbach fand nicht mehr die Räume und blieb im zweiten Durchgang ohne Torchance. Aber auch offensiv, wo Ribery und Robben nachhaltig drückten.

Gladbach - Bayern: Daten zum Spiel

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