Marco Rose von RB Salzburg als BVB-Trainer? Man sieht sich immer zweimal im Leben

Von Jonas Rütten

Montag, 16.04.2018 | 16:58 Uhr
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Einem Medienbericht zufolge ist Marco Rose der Wunschkandidat von Borussia Dortmund, wenn es um die Nachfolge von Peter Stöger geht. Der Trainer von RB Salzburg eilt mit seiner Mannschaft von Erfolg zu Erfolg. Das musste der BVB in der Europa League bereits am eigenen Leib erfahren. Doch warum könnte Rose für den BVB die Ideallösung in der Trainerfrage sein?

Als die Meldung der Salzburger Nachrichten über das Interesse von Borussia Dortmund an Marco Rose am Montagmorgen durch die Medienwelt geisterte, dürfte sich die Überraschung, aber auch die Freude von Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund in Grenzen gehalten haben. Schließlich hatte er ähnliches bereits Anfang April gewissermaßen selbst prophezeit.

"Natürlich gibt es diesen Fluch des Erfolgs. Mit jedem Sieg in der Europa League werden die Spieler ebenso wie der Trainer international gefragter", sagte der 40 Jahre alte Sportdirektor im Interview mit den Salzburger Nachrichten. Vielleicht hatte er nicht unbedingt den BVB als Interessenten für seinen Trainer im Kopf, aber selbst für ihn stand zu diesem Zeitpunkt außer Frage, was nach dieser Saison auf ihn zukommen könnte.

Man werde alles versuchen, Rose über das verbleibende Vertragsjahr hinaus zu binden, "aber wir wissen, dass es im Profifußball schnell gehen kann und machen uns nichts vor: Wennn ein Topklub anklopft, wird es schwierig sein, ihn zu halten." Nun hat mit dem BVB offensichtlich der erste nominelle Topklub großes Interesse an einer Verpflichtung des ehemaligen Bundesligaprofis.

Im Bericht der Salzburger Nachrichten heißt es, dass auch Eintracht Frankfurt auf der Suche nach einem Ersatz für Niko Kovac ein Auge auf Rose geworfen haben soll.

Marco Rose: Über Mainz 05 zum 1. FC Lok Leipzig

Dabei sind die Auftritte von RB Salzburg in der Europa League sicherlich die ausschlaggebenden, aber nicht die einzigen Argumente, die das Interesse von Klubs aus international stärkeren Ligen an Rose geweckt haben. Denn überall dort, wo Rose als Cheftrainer anheuerte, stellte sich Erfolg ein.

Erstmals war das der Fall, als mit dem 1. FC Lok Leipzig der Verein aus seiner Geburtstadt bei ihm vorstellig wurde und ihn von seinem Herzensverein, dem 1. FSV Mainz 05, loseiste.

Dort hatte Rose nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn die zweite Mannschaft als Co-Trainer unter Martin Schmidt übernommen. Lok war währenddessen unter dubiosen Umständen als Tabellensechster in die Regionalliga Ost aufgestiegen, doch der amtierende Cheftrainer Willi Kronhardt soll damals Insidern zufolge das Team als nicht konkurrenzfähig für die neue Liga gehalten haben und legte sein Amt in der Folge nieder.

Die Stationen von Marco Rose in seiner aktiven Spielerkarriere

VereinSpieleToreTorvorlagen
1. FSV Mainz 0515867
Hannover 962400
VfB Leipzig5850

Lok und Rose, der beim Lok-Vorgänger VfB Leipzig als Profi in jungen Jahren ähnlichen Kultstatus erlangte wie später in Mainz, einigten sich nach mehreren Gesprächen auf eine Zusammenarbeit.

Das Ergebnis sprach für sich: Rose coachte eine sportlich kaum konkurrenzfähige Mannschaft ohne gesicherten Etat und inklusive Kompetenzstreitigkeiten innerhalb des Vereins zum Klassenerhalt. Dennoch legte Rose unter Tränen nach der Saison sein Amt nieder. Lok kürzte den Etat von 1,8 Millionen Euro auf eine Million, um den Verein zu retten.

Ein Schritt, für den Rose Verständnis hatte, allerdings sah er auch keine Perspektive mehr, unter diesen wirtschaftlichen Zwängen zu arbeiten.

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Bald in Dortmund zu Hause? Marco Rose beim Hinspiel der Europa League im Signal-Iduna-Park.

Marco Rose bei RB Salzburg: "Ein absoluter Siegertyp"

Eigentlich sollte daraufhin im Juni 2013 ein Engagement beim Verbandsligisten TSV Schott Mainz folgen. Rose hatte dem Verein schon mündlich zugesagt, doch dann erhielt er einen Anruf von Ralf Rangnick. Rose sollte die B-Jugend von RB Salzburg übernehmen. "Eine Riesenchance für ihn", sagte der damalige TSV-Vorsitzende Salvatore Ruggiero: "Da wollen wir ihm keine Steine in den Weg legen."

Rose hat diese Riesenchance zu nutzen gewusst. In vier Jahren, in denen er die U16, die U18 und die U19 des Klubs trainierte, verlor Rose lediglich sechs Spiele. Mit seiner U18 spielte er 2016 eine fast perfekte Saison, wurde Meister und prompt zum Trainer für Salzburgs Youth-League-Auswahl befördert.

Mit jener U19 mischte Rose das europäische Nachwuchs-Establishment auf. Der Sieg im Finale gegen Benfica im April 2017 war der größte Triumph in der Geschichte des österreichischen Nachwuchsfußballs.

Marco Roses Statistiken als Jugendtrainer bei RB Salzburg

MannschaftSpieleSiegeUnentschiedenNiederlagenPunke/Spiel
U19 (Youth League)99003,00
U184434822,50
U164027942,25

Als Meistertrainer Oscar Garcia im Sommer 2017 seinen Abschied aus Salzburg verkündete und sich AS Saint-Etienne anschloss, stellte sich für Salzburgs Sportdirektor die Frage nach der Nachfolge: "Wir haben im Sommer nach der Entscheidung von Oscar kurzfristig eine Lösung finden müssen und Marco war in der Pole Position", so Freund.

Es sei auch ein wenig Gefühl gewesen, dass die Wahl auf Rose fiel, doch ausschlaggebend war Roses Persönlichkeit: "Seine Winner-Mentalität, die er vorlebt, ist ein entscheidender Faktor. Er ist ein absoluter Sieger-Typ."

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Gilt als "absoluter Siegertyp" bei RB Salzburg: Marco Rose.

RB Salzburg unter Marco Rose: Balance, Pressing und Ballbesitz

Doch nicht nur das. Rose erreicht seine Mannschaft mit seinen Ansprachen und kann sie jederzeit motivieren. Wenn es sein muss, wird er dafür auch mal laut, wie Torhüter Alexander Walke weiß: "Er findet die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Manchmal denkt man, es ist alles gut und man kommt in der Halbzeit rein und man hat das Gefühl, dass es ein gutes Spiel ist und dann wird er sehr laut. Manchmal kommst du rein und du denkst dir: Oh mein Gott... da ist er dann aber wieder sehr besonnen."

Generell fällt es schwer, im Salzburger Umfeld kritische Stimmen über Rose zu finden. Das ist zum einen dem Erfolg in der Meisterschaft und der Europa League geschuldet, andererseits aber auch seiner guten Teamführung. Rose schafft es, einen großen und qualitativ guten Kader bei Laune zu halten und gibt sowohl den jungen Spielern, als auch den gesetzten Stars genügend Einsatzzeiten.

Ein Balanceakt, der ihm natürlich auch beim BVB gelingen müsste. Bei den Schwarz-Gelben wäre Rose nach Jürgen Klopp und Thomas Tuchel bereits der dritte ehemalige Mainzer Trainer. Gerade taktisch ähnelt Rose seinem alten Kumpel Klopp, das aggressive Pressing war einer der Hauptgründe für Dortmunds Ausscheiden gegen Roses Mannschaft.

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Marco Rose und die Zukunft: "Man sieht sich immer zweimal im Leben"

Doch Rose legt auch viel Wert auf Ballbesitz. Eine Eigenart, die für den Fußball in Salzburg eigentlich unüblich ist, jedoch durchschlagenden Erfolg hat. Rose liegt mit Salzburg sechs Spieltage vor Schluss mit acht Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Die Titelverteidigung scheint also nur noch Formsache zu sein.

Im Pokal und der Europa League steht Salzburg im Halbfinale. Der Verein nimmt Kurs auf eine historische Spielzeit, die mit der erstmaligen Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase ihren Höhepunkt finden könnte.

Ob Rose darüber hinaus weiter mit Salzburg Vereinsgeschichte schreiben will, ist angesichts des möglichen Angebots aus Dortmund unklar. Als sich Rose nach zehn Jahren in Diensten von Mainz 05 verabschiedete, sagte er: "Man sieht sich ja immer zweimal im Leben." Vielleicht trifft das zunächst eher auf Dortmund, denn auf den FSV zu.

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