Der Zlatan der Eintracht

Von Nino Duit

Montag, 02.10.2017 | 12:56 Uhr
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Beim 2:1-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart erzielte Sebastien Haller in der Nachspielzeit das entscheidende Tor. Ansonsten widmete sich der 23-jährige Franzose wie in den Spielen zuvor seiner aufopferungsvollen Spielweise.

"Nur weil ich der Rekordtransfer bin, heißt das nicht, dass ich ein Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo bin", sagte Sebastien Haller im Frühsommer bei seiner Vorstellung in Frankfurt. Sieben Millionen Euro hatte die Eintracht für Haller an den FC Utrecht überwiesen. Und die Eintracht bekam auch wie angekündigt keinen Messi oder Ronaldo, sondern eher einen Ibrahimovic. "Zlatan macht oft solche Sachen", sagte Haller am Samstagabend über eine Sache, die er selbst gemacht hatte.

Haller hat nämlich ein Tor geschossen, das von Ibrahimovic hätte sein können. Es stand 1:1 gegen Stuttgart und es lief schon die Nachspielzeit, als eine weite Flanke in den Strafraum segelte. Stuttgarts Daniel Ginczek köpfelte den Ball unkontrolliert quer und dann warf Haller sein rechtes Bein weit über seinen Kopf und drosch den Ball per Seitfallzieher zum 2:1 ins Tor.

Haller versuchte das nachher zu erklären, aber so wirklich schaffte er es nicht. "Ein Reflex" sei die Aktion gewesen und "instinktiv", aber irgendwie doch auch Übungssache: "Ich versuche eigentlich sehr häufig Seitfallzieher." Erfolgreich sind diese Versuche aber offenbar kaum. "Im Training habe ich das so noch nicht gesehen. Umso schöner natürlich, dass es jetzt vor 50.000 Menschen passiert ist", sagte sein Trainer Niko Kovac und richtete denen, die es nicht glauben wollen, aus: "Zeitzeugen sind also da."

Die drittmeisten Zweikämpfe aller Bundesligaspieler

Diese Zeitzeugen können aber nicht nur vom zlatanisierenden Haller der Nachspielzeit berichten, sondern auch vom rackernden der übrigen 90 Minuten. "Eine schöne Kante, die vorne im Sturmzentrum den einen oder anderen Ball sichern kann", beschrieb Kovac seinen neuen Stürmer mal. Gegen Stuttgart und auch in den vorherigen Spielen stellte Haller genau das unter Beweis.

An den ersten sieben Spieltagen bestritt Haller 152 Zweikämpfe und damit die drittmeisten aller Bundesligaspieler (nur Hamburgs Andre Hahn und Berlins Matthew Leckie mehr). Bei der Partie gegen Stuttgart ging kein Spieler in mehr direkte Duelle als Haller. "Ich versuche viel für die Mannschaft zu arbeiten und zu laufen", sagte Haller danach. "Dann wird man am Ende auch belohnt."

So war es auch bei seiner letzten Station, dem FC Utrecht. Auch dort wurde er äußerst regelmäßig mit Toren belohnt. Zweieinhalb Spielzeiten verbrachte Haller nach dem Abschied von seinem Jugendklub AJ Auxerre in den Niederlanden und traf jeweils zweistellig. In 82 Ligaspielen für Utrecht erzielte er 41 Treffer und bereitete 15 weitere vor.

Gerne lässt sich Haller mit dem Rücken zum Tor anspielen, um sich dann entweder zu drehen oder abzulegen. Mit dieser Spielweise ist er ein steter Unruheherd in der gegnerischen Defensive. Sein Teamkollege Marco Russ nennt Haller einen "Wandspieler". 1,90 Meter ist er groß, eine Wucht. "Ich bringe Physis mit", sagt Haller über sich. Augenscheinlich war das unter anderem nach seinem Traumtor gegen Stuttgart, als er sich sein Trikot vom Körper riss. Geballte Physis.

Das Zeug zum französischen Nationalspieler

Nachdem Haller eineinhalb Wochen zuvor gegen Köln per Elfmeter traf, drehte er sich einfach um, reckte kurz die rechte Faust empor und ließ sich von seinen Mitspielern umarmen. Weniger wie Ibrahimovic, eher wie Mario Balotelli. "Ich habe dieses Tor gebraucht", sagte Haller danach, denn es war sein erstes in der Bundesliga. Unzählige Male und aus allen Lagen hat er es an den ersten vier Spieltagen vergeblich probiert. Ein Pflichtspieltreffer für die Eintracht gelang Haller zuvor nur in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 3:0-Sieg gegen die TuS Erndtebrück.

Konserviert Haller seine Torgefahr, ist er verbunden mit seiner aufopferungsvollen Spielweise ein Stürmer, der das angebliche Interesse größerer Verein rechtfertigt. Im Sommer sollen bereits der AC Milan, die Tottenham Hotspur und Schalke 04 interessiert gewesen sein, doch Haller ging nach Frankfurt. "Obwohl er lukrativere Angebote vorliegen hatte", sagte Kovac und sagte es stolz. Ein Wechsel zu einem größeren Klub ist aber wohl nur aufgeschoben.

Womöglich auch ein Aufstieg in die Equipe Tricolore. "Er war ein U21-Nationalspieler Frankreichs und hat das Zeug, dort auch A-Nationalspieler zu werden", sagt Kovac. Zwölf Treffer in 20 Spielen erzielte Haller für die französische U21 und spielte dort einst mit Anthony Martial, Corentin Tolisso oder Samuel Umtiti zusammen. Sie alle entwickelten sich in der Zwischenzeit zu A-Nationalspielern, Haller immerhin zum Kabinen-DJ des FC Utrecht, wie er mal erzählte. Diesen Posten muss er sich bei der Eintracht erst erarbeiten. Der Zlatan der Mannschaft ist er dafür schon.

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