Maodo Lo im Interview

NBA? "Angebot von Bamberg besser"

Von Thorben Rybarczik

Freitag, 04.11.2016 | 11:35 Uhr
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Am Sonntag kommt es in der easycredit-BBL zum Kracher zwischen Brose Bamberg und Bayern München (20.30 Uhr im LIVETICKER). Im SPOX-Interview spricht Bambergs Maodo Lo über seine neue Situation, den harten Sommer nach der Draft, Workouts mit NBA-Teams und die Fähigkeiten von Dennis Schröder.

SPOX: Herr Lo, nach Ihrer Zeit am College und in der Summer League wechselten Sie im Sommer 2016 zurück nach Deutschland. Warum gerade Bamberg?

Maodo Lo: Die Basketball-Situation hier in Bamberg ist sehr gut. Ich habe mit vielen Coaches und Spielern gesprochen. Sie alle haben mir gesagt, dass man sich hier sehr gut entwickeln kann. Zudem ist natürlich der Reiz sehr groß gewesen, auf Top-Niveau in der Euroleague zu spielen. Das gibt es in Deutschland nur hier.

SPOX: Zu welchem Zeitpunkt war Ihnen klar, dass sie zurück nach Deutschland kommen würden?

Lo: Nachdem das mit dem Draft nicht funktioniert hat, war es recht schnell klar.

SPOX: Aber Sie hatten nach dem Draft noch mit NBA-Franchises Kontakt?

Lo: Klar, soweit ich mich erinnere hatte ich neun Workouts. Dank meiner Agentur habe ich mich dann natürlich auch mit den Franchises ausgetauscht. Aber es haben generell sehr, sehr viele Spieler Kontakt mit den Teams. Wirklich einen Vertrag zu bekommen, ist eine ganz andere Sache.

SPOX: Wie darf man sich so ein Workout und ein Gespräch vorstellen?

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Lo: Zuerst fliegen sie Dich ein. Dann werden medizinische Tests gemacht und die Athletik wird unter die Lupe genommen. Die Schnelligkeit, die Sprungkraft und solche Dinge werden erfasst. Dann werden alle körperlichen Charakteristiken gemessen: Wie lang sind die Arme? Wie lang sind die Finger? Wie ist die Armspannweite? Anschließend gibt es noch ein Workout gegen fünf andere Spieler. Das heißt, pro Workout gibt es sechs Spieler, die einen Vertrag wollen. Zuletzt gibt es dann Interviews mit den Coaches, mit dem GM und all den Leuten der Organisation.

SPOX: Sie haben für die Sixers in der Summer League gespielt. Was war das für eine Erfahrung?

Lo: Das war sehr cool. Ich habe zwar das erste Spiel gar nicht gespielt, aber als ich im zweiten Spiel aufs Feld kam, habe ich direkt gute Aktionen gehabt. Dadurch habe ich auch anschließend viele Minuten bekommen. Insgesamt war das eine sehr gute Erfahrung, mal zu schauen, wie das dort alles läuft und dort mal reinzuschnuppern.

SPOX: Wie haben Sie No.1-Pick Ben Simmons erlebt, mit dem Sie gemeinsam auf dem Feld standen?

Lo: Er ist ein sehr netter Kerl. Er ist noch sehr jung, sogar jünger als ich. Er geht unglaublich gut und gelassen mit seinem Erfolg um. Bei all der Aufmerksamkeit, die er bekommen hat, ist das beachtlich.

SPOX: Hat er mal alle zum Essen eingeladen?

Lo: Nein, nein. Teamessen gibt es in der Summer League nicht. Da macht jeder sein eigenes Ding.

SPOX: Es heißt, dass es passfreudige Spieler in der Summer League schwer haben, auf das Radar der NBA-Scouts zu kommen. Spielt dort deshalb jeder für sich oder gibt es trotzdem Team-Basketball?

Lo: Dadurch, dass jeder Spieler dort die Möglichkeit hat, sich zu präsentieren, kann es schon mal passieren, dass nicht so viel gepasst wird. Aber in der Summer League geht es deutlich teamorientierter zu als auf anderen Plattformen. Man kann auch durch gute Pässe auffallen, das nehmen die Scouts sehr wohl wahr.

SPOX: Wie war es nach dem Ende der Summer League? Gab es weiteren Kontakt mit den Sixers?

Lo: Sie hatten schon Interesse, mir etwas anzubieten, allerdings keinen vollen Vertrag. Ich hätte also einen teilgarantierten Kontrakt unterschreiben müssen. Da war das Angebot von Bamberg meiner Ansicht nach besser und vor allem vielversprechender für meine Entwicklung.

Seite 1: Lo über den NBA-Draft, die Summer League und Ben Simmons

Seite 2: Lo über das DBB-Team, Dennis Schröder und NBA-Ambitionen

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